Kopenhagen

Triumph für Kenia bei Halbmarathon-Weltmeisterschaften

Bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften machten Läufer aus Kenia den Sieg unter sich aus. Geoffrey Kipsang Kamworor siegte mit einer Jahresweltbestzeit.

Kopenhagen HM-WM

Geoffrey Kipsang Kamworor lief mit einer Jahresweltbestzeit zum WM-Titel.

Bild: www.photorun.net

Einen kenianischen Doppelsieg gab es bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Kopenhagen: Geoffrey Kipsang Kamworor und Gladys Cherono heißen die neuen Titelträger. Bei sehr guten Wetterbedingungen lief Kamworor, der bisher eher unter dem Namen Kipsang bekannt war, mit 59:07 Minuten eine Jahresweltbestzeit und sorgte für die hochklassigste Leistung des Tages. Gladys Cherono war in 67:28 vor vier Landsfrauen im Ziel. Die beiden Sieger erhalten jeweils eine Prämie von 30.000 US-Dollar. Deutsche Läufer waren bei den Weltmeisterschaften nicht am Start.

Im Rennen der Männer waren viele Augen auf Zersenay Tadese gerichtet. Der Rekord-Halbmarathon-Weltmeister, der dieses Gold bereits fünfmal gewonnen hatte und in Kopenhagen als Titelverteidiger angetreten war, wollte zum sechsten Mal triumphieren. Nach einem langsamen Rennbeginn mit Zwischenzeiten von 14:30 (5 km) und 28:46 Minuten (10 km) setzte sich der Läufer aus Eritrea zeitweilig an die Spitze des Feldes. Dadurch verkleinerte sich die Spitzengruppe auf sechs Läufer.

Doch nachdem mit dem Kenianer Wilson Kiprop jener Läufer zurückgefallen war, der Tadese vor vier Jahren bei diesen Titelkämpfen auf Rang zwei verwiesen hatte, bekam auch der Rekordsieger auf den letzten fünf Kilometern Probleme. Vorne machte Geoffrey Kipsang Kamworor Tempo. Nur noch zwei konnten dem Kenianer, der 2011 Junioren-Weltmeister im Crosslaufen war und dann sein Halbmarathon-Debüt in Berlin mit 60:38 Minuten gewonnen hatte, folgen: Samuel Tsegay (Eritrea) und Guye Adola (Äthiopien). Doch auch diese beiden waren bald geschlagen.

„Ich wusste, dass ich in der Endphase stark sein würde. Natürlich freue ich mich riesig über diese Goldmedaille. Im Herbst will ich meinen nächsten Marathon laufen“, sagte der erst 21-jährige Geoffrey Kipsang Kamworor, der mit einer Jahresweltbestzeit von 59:07 Minuten genau 13 Sekunden vor Tsegay im Ziel war. Dritter wurde zeitgleich Adola mit 59:20. Als Vierter verpasste Zersenay Tadese eine Medaille, blieb aber mit 59:37 Minuten immerhin unter einer Stunde. „Es war ein schweres Rennen für mich, aber ich bin zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Zersenay Tadese. Auch sein fünftplatzierter Landsmann Nguse Amlosom erreichte noch eine Zeit unter 60 Minuten (59:59). Sechster wurde Wilson Kiprop in 60:00.

Im Rennen der Frauen dominierten die Kenianerinnen das Geschehen fast nach Belieben. Mit fünf Läuferinnen an den Start gegangen, belegten sie schließlich auch die Plätze eins bis fünf. Eine solche Team-Leistung ist einmalig in der Geschichte der Halbmarathon-Weltmeisterschaften. Die Kenianerinnen sorgten von Beginn an für hohes Tempo. Nach einer sehr schnellen 10-km-Durchgangszeit von 31:14 Minuten, setzten sich kurz vor der 15-km-Marke vier Kenianerinnen ab: Lucy Kabuu, Mary Ngugi, Gladys Cherono und Selly Kaptich. Das Quartett arbeitete zusammen und lief schnell einen entscheidenden Vorsprung heraus. Es war dann Kabuu, die als erste aus dieser Gruppe herausfiel, während sich Cherono kurz vor der 20-km-Marke entscheidend absetzen konnte.

Die 30-jährige Cherono, die im vergangenen Jahr zunächst den Prag-Halbmarathon in 66:48 Minuten gewonnen hatte und dann die Silbermedaille über 10.000 m bei den Weltmeisterschaften gewann, siegte in Kopenhagen mit 67:28 Minuten vor Ngugi (67:43) und Kaptich (67:51). Kabuu (68:36) und Mercy Kibarus (68:41) komplettierten den kenianischen Ausnahme-Erfolg. „Ich hatte sehr gut trainiert und war optimistisch“, sagte Gladys Cherono. „Dies ist der größte Erfolg meiner Karriere. In zwei Jahren würde ich diesen Titel gerne verteidigen.“