Die Kletteretappe

Transalpine-Run 2008 - Sechster Tag

Eine gefährliche Route sollte uns heute bis auf eine Höhe von 2.800 Metern führen. Der Bericht der sechsten Etappe.

Donnerstag, 4. September 2008 - von Sand in Taufers nach Antholz-Mittertal
Eckdaten: Distanz 25 km, Aufstieg Höhenmeter 1.983 m, Abstieg Höhenmeter 1.612 m

Leider habe ich heute Nacht sehr schlecht geschlafen: ständig aufgewacht und ganz schön wilde Träume. Holger hat leider starke Halsschmerzen und hofft, dass sich das Ganze nicht zu einem grippalen Infekt entwickelt. Dank seines positiven Gemüts lässt er sich aber wie erwartet gar nichts anmerken und so starten wir um acht Uhr zur „Kletteretappe“ der diesjährigen Tour. Unsere warme Kleidung haben wir, wie im Briefing besprochen, abgegeben. Ob wir diese Etappe verkürzen werden, steht noch nicht fest und wir starten also erst einmal mit der Zielsetzung „25 Kilometer“. Nach drei Kilometern „einrollen“ geht’s dann stetig bergauf. Hinter uns laufen sichtlich entspannt Urs Weber, der schwedische Kollege der Runner’s World, Frederic und Bernhard von Gore – während ich mich in jedem Fall auf einen gleichmäßigen Schritt konzentrieren muss. Oben wird es zünftig kalt und im oberen Drittel ziehen wir die Jacken an: mehr als ein paar Grade Plus hat es hier nicht und der Wind bläst auch zünftig.

Warme Kleidung ist auf einer Höhe von 2.800 Metern Pflicht.

Den höchsten Punkt der diesjährigen Transalpine Run Tour passieren wir auf der Rieserfernerhütte auf 2.792 Metern – danach geht es steil bergab über sehr rutschige Stein- und Wiesenpassagen bis ins Tal. Der mit Stahlseilen gesicherte Steig entpuppt sich als relativ harmlos; aber wir erahnen, wie glitschig dieser bei Schnee werden könnte! Die Vorsichtsmaßnahmen des Veranstalters waren also absolut angebracht – die Verletzungsgefahr nach so vielen Tagen der Belastung ist schon so immens hoch. Und so bin ich abwärts auch heute eher „die lahme Schnecke“ – aber mein Ziel ist definitiv in Sexten gesund anzukommen! Wir treffen leider heute auch die Favoriten in der Mixed Kategorie beim Abstieg: Gaby Steigmeier und Stephan Tassani-Prell. Stephan hat schon seit zwei Tagen starke Schmerzen im Oberschenkel (wahrscheinlich Muskelfaserriss) und heute kamen auch noch schlimme Magenprobleme hinzu. Die Enttäuschung steht beiden ins Gesicht geschrieben – später kämpft Gaby beim Zieleinlauf sogar mit den Tränen. Es ist ein wirklich bitterer Moment und wir fühlen sehr mit.
Wir kommen nach circa 4 Stunden und 40 Minuten ins Ziel und sind einfach happy, unverletzt in Antholz-Mittertal angekommen zu sein. Die Ausfälle nehmen leider von Tag zu Tag zu! Jetzt geht es gleich zur Pasta Party – und danach schnell ins Bettchen!

Liebe Grüße
Eure Moni und Holger



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