In Spanien

Trainer von Weltrekordlerin Genzebe Dibaba verhaftet

Der Trainer der Serien-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba wurde in Spanien offenbar im Zusammenhang mit Doping-Ermittlungen verhaftet.

Genzebe Dibaba

Seit ihrem 3.000-m-Sieg bei der Hallen-WM im März ist Genzebe Dibaba nicht mehr an den Start gegangen.

Bild: photorun.net

Der Trainer der Serien-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba wurde in Spanien verhaftet. Wie verschiedene spanische Medien berichten, wurde der aus Somalia kommende Jama Aden in Sabadell von der Polizei im Zusammenhang mit Doping-Ermittlungen festgenommen. Die Stadt nordwestlich von Barcelona diente der Gruppe von Aden als Trainingszentrum. Festgenommen wurde auch ein Physiotherapeut, der zu der Trainingsgruppe gehört. In seinem Hotelzimmer wurde das Blutdopingmittel EPO sichergestellt. 20 im Hotel anwesende Athleten mussten sich Dopingtests unterziehen. Zu der Polizeiaktion kam es offenbar auf Initiative des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, der am späten Montagabend eine entsprechende Stellungnahme abgab.

Zu den Athleten von Jama Aden zählt neben der äthiopischen Mittel- und Langstrecklerin Genzebe Dibaba unter anderen Mittelstreckler Ayanleh Souleiman (Dschibuti), der Hallen-Weltmeister über 1.500 m von 2014, der beim Hallen-Meeting in Stockholm im vergangenen Februar mit 2:14,20 Minuten einen 1.000-m-Weltrekord aufgestellt hatte. Bei diesem Sportfest hatte Dibaba den Meilen-Weltrekord auf 4:13,31 Minuten verbessert. Zudem lief Abdelelah Haroun (Katar) in Stockholm eine 500-m-Hallen-Weltbestzeit von 59,83 Sekunden - auch er gehört zur Gruppe von Jama Aden.

Star-Athlet von Jama Aden ist die 25-jährige Genzebe Dibaba. Die jüngere Schwester der dreifachen Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba hat bereits sechs Weltrekorde aufgestellt. Genzebe Dibabas erster und bisher einziger Freiluft-Weltrekord war verbunden mit einer unglaublichen Zeit: Im vergangenen Jahr brach die zweimalige Hallen-Weltmeisterin in Monte Carlo die 1.500-m-Bestzeit der unter Dopingverdacht stehenden Chinesin Yunxia Qu, die 1993 eine Zeit von 3:50,46 erreicht hatte, mit 3:50,07 Minuten.

Dibaba ist seit ihrem Hallen-WM-Sieg über 3.000 m im März nicht mehr gestartet. Auch Souleiman trat seit Ende März nicht mehr in Erscheinung.

Die IAAF erklärte am späten Abend: „Der heutigen Festnahme des Langstreckentrainers Jama Aden geht eine lange Untersuchung der IAAF voraus, die 2013 begann. Dabei wurde in enger Kooperation mit Interpol, den spanischen Behörden - darunter die spanische nationale Anti-Doping-Agentur -, der spanischen Polizei und anderen Organisationen gearbeitet. Die IAAF wird alle Ressourcen nutzen, um saubere Athleten und die Integrität unseres Sportes zu schützen. Dazu gehört das gezielte Untersuchen von Personen und Trainern, die darauf abzielen, Athleten auszunutzen und die Verwendung von verbotenen Substanzen bewerben.“

Binnen weniger Tage hat die IAAF nun zweimal gezeigt, dass sie unter der neuen Führung mit Präsident Sebastian Coe an der Spitze ganz anders gegen Doping vorgeht als das in der Vergangenheit der Fall war. In der vergangenen Woche hatte das IAAF-Council entschieden, die Sperre gegen den russischen Verband aufgrund der Dopingpraktiken in dem Land nicht aufzuheben. Russland ist damit von den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben ausgeschlossen. Sollten einzelne russische Athleten nachweisen können, dass sie außerhalb des russischen Kontrollsystems regelmäßig getestet wurden, wird ihnen eventuell ein Start bei Olympia ermöglicht.