Bilstein-Marathon 2015

Trail-Marathon am Bilstein in Nordhessen

Der Bilstein-Marathon startete am 12. April 2015 in der fünften Auflage. Leserreporter Heiko Rammenstein vom KSV Baunatal berichtet für RUNNER'S WORLD.

Bilstein Marathon

Jörg Lorenz und Lars Bubenheim am Bilstein, dem höchsten Punkt der Strecke.

Bild: privat

Was macht den Bilstein-Marathon so überaus beliebt? Warum zieht er Läufer nicht nur aus der Region, sondern aus vielen Gegenden Deutschlands, ja sogar aus dem europäischen Ausland an? Der nachfolgende Bericht liefert Antworten. Klasse statt Masse! Der Bilstein-Marathon soll keine Großveranstaltung werden. Durch die bewährte Begrenzung auf 500 Teilnehmer wurde das familiäre Konzept beibehalten. Mehr Kapazitäten hätte Kleinalmerode, das Start- und Zieldorf am Fuße des Bilsteins, auch kaum verkraftet.

Bilstein Marathon 2015: Streckenführung so schön wie noch nie

Gute Organisation spricht sich herum, vor allem in Läuferkreisen. Die Verantwortlichen stellten auch bei der fünften Auflage wieder ein Event auf die Beine, das kaum Wünsche offen ließ. Die in der Vorankündigung propagierten Streckenänderungen beim Marathon und Ultramarathon machten neugierig. Schöner und trailiger sollten die Strecken sein. Kenner der alten Strecken konnten sich davon überzeugen, dass das Orga-Team nicht zuviel versprochen hatte. Dass die mit 1.500 Höhenmetern gespickte Ultradistanz um einige Kilometer auf über 57 verlängert wurde, bedeutete für die Freunde des Langstreckenlaufs einen zusätzlichen Kick.

Große Pastaparty am Vorabend des Bilstein Marathons

Eine Attraktion war schon die „Nudel-satt-Party“ im Kleinalmeröder Dorfgemeinschaftshaus am Vorabend. Tim Kuhlmanns Äußerungen trafen es auf den Punkt. Der Ultraläufer des KSV Baunatal schilderte seine Eindrücke wie folgt: „Ich habe niemanden von uns auf der Pastaparty getroffen, saß mit einem Franzosen an einem Tisch, der den Ultra mitlaufen wollte. War auch schwer, dort den Überblick zu behalten, es war wie immer gerammelt voll. Einige mussten an Stehtischen essen. Dreimal war ich am Buffet und habe nicht alles probieren können. Es gab also wieder mehr als reichlich und es wurde bis zum Schluss nachgefüllt.“ Ein besonderes Highlight am Vorabend der Veranstaltung war der anschließende Vortrag des Stuttgarters Klaus Neumann vom 100 Marathon Club, der im Juni des Vorjahres am weltgrößten Ultralauf, dem Comrades in Südafrika, teilgenommen hatte und nun seine Erfahrungen zum Besten gab.

Am nächsten Morgen lauschten die Ultraläufer den Grußworten der Witzenhäuser Bürgermeisterin und „Ihrer Majestät“, Kirschenkönigin Saskia I., bevor es für die Starter um halb neun auf die Strecke ging. Zu der Zeit waren die 80 Wanderer und Nordic Walker schon eine Stunde unterwegs. Das erste Zwischenziel führte bei etwa acht Grad Außentemperatur der aufgehenden Sonne entgegen. In nordöstlicher Richtung lag der bewaldete Rodeberg, der einmal zu umrunden war. Schon auf dem Weg dorthin kamen den Ultraläufern die ersten Wanderer entgegen. Nach der Runde näherten sie sich wieder Kleinalmerode. Vom offenen Gelände aus ließ sich hoch droben die markante Erhebung des Bilsteins inmitten des Kaufunger Waldes erblicken. Bis dahin sollten noch 36 Kilometer zurückzulegen und viele Höhenmeter zu überwinden sein.

Härtester Streckenabschnitt beim Bilstein Marathon 2015 im Kaufunger Wald

Der kleine Abstecher ins Buchholz mit seinen serpentinenartigen, knüppelharten Anstiegen auf schmalen, wurzelübersäten Pfaden und Treppenab- und aufgang vor imposantem Felsen war ein willkommenes Schmankerl. Nach elf Kilometern wurde Kleinalmerode erneut erreicht und nach einem weiteren Kilometer wieder verlassen. Der kleinere Nordteil der Strecke war damit abgegrast. Es folgte der weitaus längere und anspruchsvollere Streckenabschnitt durch den Kaufunger Wald. Am Sportplatz nahe des Waldes war einer der zehn reichhaltigen Verpflegungspunkte eingerichtet. Nicht die erste Gelegenheit, sich zu stärken, aber die letzte vor den Höhen des Kaufunger Waldes.

Stetig wand sich der sonnenbeschienene Waldweg, den sich die Läufer mit den Wanderern und Walkern teilten, bergauf. Am Umschwang, kurz vor Kilometer 18, gab es eine weitere Läuferrast und nach Überquerung der Landstraße Nieste – Kleinalmerode dauerte es weitere fünf Kilometer bis zur nächsten. Nach ein paar hundert Metern wurde die „Waldautobahn“ verlassen. Ein Pfeil nach rechts wies die Läufer ins Unterholz, wo ein rötlich-braunes Gewässer unscheinbar zwischen den Bäumen auftauchte: Die Rote Niestequelle. Auf der anderen Seite des Waldweges folgte gleich der nächste „Geländeritt“: steinig, voller Wurzeln, unwegsam, ein ständiges Auf und Ab, aber lauschig und still. Vorbei am Kleinen Steinbergsee, hinüber zum Naturdenkmal Steinberg, wo hinter einer einsamen Wanderhütte ein Treppchen nach oben führte. Nachdem auch der Große Steinbergsee hinter den Läufern lag, war auch diese eineinhalb Kilometer lange Etappe geschafft.

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