Treppenlaufen

Towerrunning auf dem Weg zur neuen Trendsportart

Towerrunning ist kurz, aber heftig. Immer mehr Freizeitläufer entdecken diese trendige Herausforderung.

Das Empire State Building

Das Empire State Building in New York.

Bild: David Shankbone / wikipedia

Es dauerte, bis jemand auf die Idee kam. Obwohl die ältesten Funde aus frühgeschichtlicher Zeit stammen und Treppen zu Cäsars Zeiten in der römischen Innenarchitektur bereits zum Standard gehörten, sind sportliche Wettkämpfe im Treppenlauf erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Vermutlich wurde die erste derartige Veranstaltung 1905 auf dem Pariser Eiffelturm ausgetragen. Gesichert ist, dass in den Fünfzigerjahren auf dem unteren Teil der Europatreppe in Partenen (Öster­reich) ein Lauf mit Zeitnahme veranstaltet wurde, an dem lokale Sportler teilnahmen. In der Anfangszeit des Treppenlaufs gab es wohl noch andere Ereignisse, sie hinterließen aber keinen bleibenden Eindruck.

Die Neuzeit des Treppenlaufs – und mit ihr auch das organisierte Towerrunning – beginnt 1978 mit der ersten Austragung des mittlerweile legendären Empire State Building Run-Up. Dieses mit Abstand populärste Rennen findet als Einladungsrennen alljährlich Anfang Februar statt. Während bei fast allen anderen Rennen das Treppenhaus im Einzelstartmodus und somit allein im Kampf gegen die Uhr in Angriff genommen wird, geht es im Empire State Building nach einem Massenstart ins Treppenhaus – was immer wieder zu spektakulären Duellen und Stürzen führt. In den letzten Jahren dominierten bei diesem außergewöhnlichen Rennen der derzeit weltbeste Treppenläufer Thomas Dold aus Steinach im Schwarzwald sowie die in Singapur lebende Australierin Suzy Walsham. Dieser gelang 2009 sogar das Kunststück, trotz einer Kollision mit Sturzfolge zu Beginn des Rennens, die sie im Feld weit nach hinten zurückwarf, mit deutlichem Vorsprung vor der internationalen Konkurrenz zu gewinnen.

Der Lauf auf das Empire State Building zeigt auch eindrucksvoll, dass Towerrunning ein Sport für Jung und Alt ist. Immer wieder erreichen auch Damen und Herren jenseits der 80 das Ziel. Der Italiener Chico Scimone erklomm 2005 mit 93 Jahren als ältester Teilnehmer aller Austragungen erfolgreich die 1576 Stufen des New Yorker Wahrzeichens.

Im Debütjahr des New Yorker Treppenlaufs fand auch erstmals ein Run auf den CN Tower in Toronto statt. Und wie bei nahezu allen Veranstaltungen dieser Art in Nord­amerika wird bei diesem Rennen der sportliche Gedanke um eine Charity-Komponente ergänzt: Die Einnahmen kommen wohltätigen Zwecken zu. Neben den Groß-Events in New York und Toronto werden jährlich mehr als 100 Towerrunning-Veranstaltungen in Nordamerika ausgetragen, wobei eine regionale Häufung hochklassiger Rennen in Chicago hervorzuheben ist.

Weiterlesen

Seite 1 von 4
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Plüschhasen im Messeturm

Towerrunning:

Die höchsten Herausforderungen fü...