Great North Run Newcastle 2015

Topzeiten und Titelverteidigung von Mo Farah und Mary Keitany

Mo Farah gewann den Great North Run in Newcastle in 59:22 mit nur zwei Sekunden Vorsprung. Mary Keitany verbuchte in 67:32 einen ungefährdeten Sieg. 57.000 Teilnehmer.

Mary Keitany lief im Schongang zum Sieg und zu einer erstklassigen Zeit beim Great North Run 2015

Mary Keitany lief im Schongang zum Sieg und zu einer erstklassigen Zeit beim Great North Run.

Bild: photorun.net

Mo Farah und Mary Keitany haben ihre Titel beim Great North Run in Newcastle am Sonntag, 13. September 2015 verteidigt und dabei hochklassige Zeiten erreicht. Der britische Doppel-Weltmeister und -Olympiasieger gewann den Halbmarathon in 59:22 Minuten mit nur zwei Sekunden Vorsprung vor dem Kenianer Stanley Biwott. Mike Kigen (Kenia) wurde Dritter mit 60:10 vor Stephen Mokoka (Südafrika/60:40) und Thomas Ayeko (Uganda/61:14). Rund 57.000 Läufer hatten für den Great North Run gemeldet, das Rennen im Nordosten Englands zählt zu den größten Halbmarathons der Welt, seit 1981 wird es ausgetragen.

Mo Farah erzielte beim Great North Run 2015 die drittschnellste Zeit des Jahres und einen persönlichen Rekord. Da es sich bei der Strecke des Great North Runs jedoch um einen leicht abfallenden Punkt-zu-Punkt-Kurs handelt, kann die Zeit von MO Farah weder als Europa- noch als britischer Rekord anerkannt werden. Mo Farah brach diese Bestzeiten im Frühjahr in Lissabon mit einer Zeit von 59:32.

Bei sehr guten Wetterbedingungen lief Mary Keitany mit einem Solorennen in 67:32 Minuten zu einem lockeren Sieg beim Great North Run. Dies ist die neuntschnellste Zeit des Jahres. Wie 2014 wurde Gemma Steel (Großbritannien) Zweite mit 71:00. Jelena Prokopcuka (Lettland) belegte beim Great North Run 2015 Rang drei mit 71:52 vor Alyson Dixon (Großbritannien/72:07) und Adrianna Nelson (USA/72:29).

Mo Farah und Mary Keitany sind jeweils erst die dritten Athleten, die in der Geschichte des Rennens einen Titel verteidigen konnten.

Das Tempo der Spitzengruppe wurde erst jenseits der 10-km-Marke, die nach 28:45 Minuten erreicht wurde, schnell. Mo Farah, Stanley Biwott, Mike Kigen, Stephen Mokoka und der Kenianer Stephen Sambu bildeten zu diesem Zeitpunkt die erste Gruppe. Während Biwott dann forcierte, fielen nacheinander Sambu, Mokoka und schließlich der zweitplatzierte des vergangenen Jahres, Kigen, zurück. Noch vor dem 14-km-Punkt waren Biwott und Farah alleine an der Spitze, was angesichts ihrer Vorleistungen nicht überraschend kam.

Das Tempo war nun wesentlich schneller, und Biwott war derjenige, der weiter Druck ausübte – wissend, dass er Mo Farah in einem Endspurt kaum bezwingen könnte. Die beiden passierten die 15-km-Marke nach 42:29 und lagen nun auf Kurs für eine Zeit von etwa 59:45. Zweimal gelang es Biwott, der in diesem Jahr bereits den Den-Haag-Halbmarathon in der Jahresweltbestzeit von 59:20 gewonnen hatte, einen kleinen Vorsprung von rund fünf Metern herauszulaufen. Doch beide Male konnte Mo Farah die Lücke relativ schnell wieder schließen. „Als Biwott nicht nachließ, tat es zwei Meilen vor dem Ziel weh und ich dachte, oh mein Gott, wenn er so weiter läuft, wird das nichts“, sagte Mo Farah.

Aber der Olympiasieger hielt den Kontakt zum Kenianer. Und als es auf die letzten 1.500 Meter auf der Küstenstraße ging, konnte der Sieger nur noch Mo Farah heißen. 250 Meter vor dem Ziel trat der Brite an, und Biwott war sofort geschlagen. „Ich wollte hier vor heimischem Publikum unbedingt gewinnen und wusste, dass ich mit Biwott mithalten musste, um ihn im Sprint zu schlagen. Ich dachte allerdings vorher, dass eine Zeit von 60 Minuten reichen würde für den Sieg – jetzt bin ich richtig platt“, sagte Mo Farah nach seinem letzten Rennen der Saison.

Kurzfristig hatten die Veranstalter für das Frauenrennen drei hochkarätige Absagen hinnehmen müssen: Priscah Jeptoo (Kenia), die Siegerin des Rennens von 2013, konnte aufgrund einer Malariaerkrankung nicht starten, die Äthiopierinnen Tigist Tufa und Gelete Burka fühlten sich nach der WM nicht fit genug.

Mangels Konkurrenz lief Mary Keitany beim Great North Run vom Start weg ihr eigenes Rennen. Schnell hatte die Kenianerin einen deutlichen Vorsprung, und ihre Zwischenzeiten von 16:01 (5 km) und 32:16 (10 km) deuteten auf eine Zielzeit von unter 68 Minuten hin. Ein gutes Stück hinter ihr löste sich Gemma Steel vor der 10-km-Marke aus der Verfolgergruppe und wurde am Ende wie schon vor einem Jahr hinter Keitany Zweite. Mit 71:00 war sie aber ein Stück langsamer als noch 2014 (68:13).

Auch Mary Keitany war nicht so schnell wie vor einem Jahr, als sie mit 65:39 einen Streckenrekord aufstellte. „Mit stärkerer Konkurrenz wäre ich anders gelaufen. Ich war bereit für eine 65-Minuten-Zeit“, sagte Mary Keitany. „Aber als ich mich umdrehte und keine andere Läuferin sah, ließ ich es locker angehen, um meine Beine für einen Herbst-Marathon zu schonen“, sagte Mary Keitany. Es steht noch nicht fest, wo sie Marathon laufen wird – jedoch sollte man damit rechnen, dass sie als Titelverteidigerin in New York antreten wird.

Great North Run

Jeptoo überrascht Dibaba und Defar

Priscah Jeptoo
Die Kenianerin Priscah Jeptoo lief bei kühlem Wetter und starkem Wind... mehr

Great North Run 2014

Keitany bricht Radcliffe-Rekord, Mo Farah gewinnt knapp

Mary Keitany
Beim Great North Run in Newcastle, einem der bedeutendsten... mehr

Great North Run

57.000 laufen von Newcastle nach South Shields

Great North Run
Die Titelverteidiger Mo Farah und Mary Keitany sind die Favoriten beim... mehr