Halbmarathon

Topzeiten und Chaos in Abu Dhabi

Bei keinem anderen Straßenlauf der Welt gibt es mehr Geld. Die Sieger erhielten jeweils 300.000 Dollar.

Tilahun Regassa in Abu Dhabi

Tilahun Regassa gewann den Halbmarathon in Abu Dhabi.

Bild: photorun.net

Der äthiopische Youngster Tilahun Regassa und die kenianische Weltmeisterin Mary Keitany haben beim Halbmarathon in Abu Dhabi triumphiert. Beide erzielten in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 59:19 beziehungsweise 67:14 Minuten Weltklassezeiten. Sie kassierten jeweils eine Siegprämie von 300.000 US-Dollar. Bei keinem anderen Straßenlauf der Welt gibt es mehr Geld für Platz eins. Durch die enorm hohen Prämien – Rang zwei wird noch mit 100.000 Dollar belohnt, die Dritten erhalten 50.000 und die Zehnten immer noch jeweils 20.000 – waren die Elitefelder hochklassig besetzt.

Organisatorisch allerdings gab es in Abu Dhabi einmal mehr erhebliche Probleme, etliche Läufer rannten nach Zeitungsberichten offenbar ins Chaos. Rennen über kürzere Distanzen hinzugerechnet, hatten die Veranstalter eine Meldezahl von 25.000 Läufern bekannt gegeben. Darunter waren rund 20.000 Schulkinder.

Zehn Tage vor seinem 20. Geburtstag gewann Tilahun Regassa mit einer persönlichen Bestzeit und sicherte sich die Prämie seines Lebens. „Es war ein hartes Rennen, in dem die Kenianer frühzeitig das Tempo forcierten. Ich lief mit und als ich auf den letzten 500 Metern meinen Spurt anzog, merkte ich keine Gegenwehr mehr“, erklärte Tilahun Regassa, der im vergangenen Jahr in den USA eine Reihe von Straßenrennen gewonnen hatte, gegenüber der Zeitung ,The National’. „Ich hoffe, dass dieser Sieg meine Karriere beflügelt.“

Mit einer Zeit von 59:19 Minuten verbesserte sich Tilahun Regassa über die Halbmarathondistanz um 17 Sekunden. Zweiter wurde in Abu Dhabi der Kenianer Sammy Kitwara (59:39), auch der drittplatzierte Lelisa Benti (Äthiopien) blieb mit 59:59 noch unter der Stundenmarke. Während die folgenden Kenianer Wilson Kiprotich (60:04) und Willy Mwangi (60:07) ebenfalls Weltklassezeiten erzielten, musste sich 10-km-Weltrekordler Micah Kogo (Kenia) bei seinem Halbmarathon-Debüt mit Rang zehn in 61:30 Minuten zufrieden geben.

Bei den Frauen setzte sich die aktuelle Halbmarathon-Weltmeisterin Mary Keitany, die den Titel im vergangenen Oktober in Birmingham gewonnen hatte, in hochklassigen 67:14 Minuten durch. Das ist die zehntschnellste je gelaufene Zeit über die 21,0975-km-Strecke. Mary Keitany lief zu einem überlegenen Start-Ziel-Sieg und war über zwei Minuten vor ihrer zweitplatzierten Landsfrau Philes Ongori (69:16) im Ziel. Dritte wurde Dire Tune (Äthiopien) in 69:19. Sechs weitere Frauen erzielten noch Zeiten von unter 70 Minuten. Die angekündigte 10.000-m-Weltmeisterin Linet Masai (Kenia) war jedoch nicht am Start.

Wie ,The National’ berichtet, herrschten vor allem bei dem parallel veranstalteten 6-km-Rennen chaotische Zustände. Der Lauf wurde offenbar gestartet, obwohl die Strecke noch nicht verkehrsfrei war, was bereits vor einem Jahr passiert war. Es gibt Fotos, auf denen Läufer an einem Zebrastreifen sowohl Autos als auch Fußgängern ausweichen. Hinzu kommt, dass die 20.000 Schüler bei diesem Rennen für ein heilloses Durcheinander gesorgt haben sollen. Zudem war der Start kurzfristig vorverlegt worden, was die Veranstalter, so der Zeitungsbericht, jedoch einigen für den Lauf verpflichteten Topathleten nicht gesagt hatten. So verpassten ein paar Athleten sogar das Rennen. „Die Veranstalter loben riesige Preisgelder aus, aber sie müssen ihre Veranstaltung auch organisatorisch auf ein internationales Niveau bringen, um Erfolg zu haben“, wird der deutsche Athleten-Manager Volker Wagner zitiert.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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