Internationale Laufszene

Topzeiten in Paris, Attentat in Sri Lanka

Während die Athleten in Paris Topzeiten liefen, ereignete sich in Sri Lanka ein schreckliches Drama.

Spitzen- als auch breitensportlich hochklassig war der Paris-Marathon. Bei dem ersten der großen April-Marathonrennen gingen knapp 30.000 Läufer an den Start. Dabei produzierte das Männerrennen die besten Resultate: Gleich zwölf Läufer blieben beim Paris-Marathon unter 2:10 Stunden. Dabei siegte Tsegaye Kebede (Äthiopien) in seinem zweiten Marathon in der Weltklassezeit von 2:06:40 Stunden nach einem spannenden Zweikampf mit Moses Arusei. Der Kenianer war nach 2:06:50 Stunden im Ziel. Die Zeit von Kebede ist die zweitschnellste des Jahres bisher. Lediglich Haile Gebrselassie (Äthiopien) lief bei seinem Sieg in Dubai im Januar in 2:04:53 Stunden schneller.

Nach 63:40 Minuten hatte die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke passiert, so dass die beiden Erstplatzierten die zweite Hälfte schneller rannten als die erste. Auch der drittplatzierte Kenianer Josea Rotich (2:07:24) und der folgende Äthiopier Gudisa Shentema (2:07:34) erzielten noch Weltklassezeiten.

Josea Rotich kam in Paris als Dritter durchs Ziel und konnte mit persönlicher Bestzeit glänzen.

Bei den Frauen musste sich die favorisierte Äthiopierin Worknesh Tola, die mit einer Bestzeit von 2:25:42 Stunden nach Paris gereist war, der Kenianerin Martha Komu geschlagen geben. Die Außenseiterin hatte sich in der Schlussphase des Rennens von Tola abgesetzt. Dennoch blieb es spannend bis zum Schluss, denn nur vier Sekunden trennten die Siegerin von der Zweitplatzierten. Komu gewann in 2:25:33 Stunden, Tola lief eine Zeit von 2:25:37 Stunden. Dritte wurde die Kenianerin Lenah Cheruiyot mit einer Zeit von 2:26:00 Stunden. „Ich danke Gott für alles, was er mir heute gegeben hat“, kommentierte Martha Komu ihren Überraschungscoup gegenüber der Internetseite www.iaaf.org. Die Kenianerin hatte ihre Bestzeit um sieben Minuten gesteigert.


Ergebnisse:

Männer
1. Tsegaye Kebede ETH 2:06:40
2. Moses Kimeli Arusei KEN 2:06:50
3. Josea Rotich KEN 2:07:24
4. Gudisa Shentema ETH 2:07:34
5. David Kemboi KEN 2:08:34
6. Abraham Chelanga KEN 2:08:56

Frauen
1. Martha Komu KEN 2:25:33
2. Worknesh Tola ETH 2:25:37
3. Lenah Cheruiyot KEN 2:26:00
4. Shitaye Gemeshu ETH 2:26:10
5. Alice Timbilil KEN 2:26:45
6. Tanya Filonyul UKR 2:28:40

13 Tote in Sri Lanka

Das Wochenende mit vielen großen internationalen Rennen, bei denen Topläufer, Breitensportler und Zuschauer in stimmungsvoller Atmosphäre den Erfolg des Laufsports dokumentierten, erlebte auch eine schwarze Stunde:
Beim Sri Lanka-Marathon starben 13 Menschen bei einem Bombenanschlag unmittelbar vor dem Start des Rennens. Über 90 Läufer wurden verletzt. Die Bombe explodierte, als ein Minister der Regierung den Startpunkt 20 km außerhalb von Colombo erreichte, um das Startsignal zu geben. Der Minister starb ebenso wie ein Nationaltrainer und der Läufer Kuruppe A. Karunaratne, der bei Olympia 1992 in Barcelona am Marathon teilnahm. Karunaratne war auch bei der WM 1993 in Stuttgart am Start. 1991 hatte er bei den Südasien-Spielen für Sri Lanka die 10.000 m und den Marathon gewonnen.