Tokio-Marathon

Tokio-Marathon eröffnet weltweite Marathon-Serie

Zum ersten Mal beginnt eine World Marathon Majors Serie (WMM) im Winter: Der Tokio-Marathon erlebt seine WMM-Premiere.

Dennis Kimetto

Big in Berlin: Dennis Kimetto zeigte im vergangenen Jahr hochkarätige Leistungen in der deutschen Hauptstadt. Er gewann den Halbmarathon, den 25-km-Lauf (Foto) und wurde Zweiter beim Marathon. Jetzt startet er in Tokio.

Bild: BERLIN LÄUFT/Engler

Sechs Rennen – nach Tokio folgen Boston, London, Berlin, Chicago und New York – formen nun die WMM, wobei jeweils noch die Weltmeisterschafts- und Olympia-Marathonläufe in die Wertung genommen werden. Die Aufnahme Tokios in die World Marathon Majors geht einher mit einer deutlichen Qualitätssteigerung der Starterfelder. Vier Männer gehen mit Bestzeiten von unter 2:05 Stunden ins Rennen, sieben Frauen liefen bereits schneller als 2:24 – darunter ist mit Irina Mikitenko (Eintracht Frankfurt) eine mit einem persönlichen Rekord von unter 2:20 (2:19:19).

Seit aus dem früheren, reinen Männer-Eliterennen 2007 der große Tokio-Marathon mit breitensportlicher Beteiligung wurde, hatte sich abgezeichnet, dass die Veranstaltung eines Tages zu den WMM aufschließen würde. Denn vor allem breitensportlich sorgte der Tokio-Marathon schnell für sensationelle Zahlen. Genau 303.450 Läufer haben sich um eine Startnummer für das Rennen am Sonntag beworben. Kein anderer Marathon auf der Welt – auch nicht London und New York – verzeichnen auch nur annähernd ein derart großes Interesse. Marathon hat in Japan einen sehr hohen Stellenwert.

Als Favorit geht der schnellste Läufer im Feld ins Rennen: Dennis Kimetto wird in Tokio seinen zweiten Marathon laufen. Der Kenianer, der im vergangenen Jahr wie aus dem Nichts auftauchte, die Halbmarathonrennen von Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) sowie Berlin gewann und dann bei den BIG 25 Berlin den 25-km-Weltrekord brach (1:11:18 Stunden), war beim Berlin-Marathon nur einen Schritt hinter seinem Trainingspartner Geoffrey Mutai als Zweiter ins Ziel gekommen. Dabei lief er mit 2:04:16 auf Anhieb eine Zeit, die nur 38 Sekunden vom Weltrekord entfernt war.

Zu Dennis Kimettos stärksten Konkurrenten zählt am Sonntag Dino Sefir. Der Äthiopier war vor einem Jahr beim Dubai-Marathon Zweiter mit 2:04:50 Stunden. Außerdem können die Kenianer James Kwambai (2:04:27), Jonathan Maiyo (2:04:56), Eric Ndiema (2:06:07), Gilbert Kirwa (2:06:14) sowie Bernard Kipyego (2:06:29) eine gute Rolle spielen. Der Streckenrekord des Schweizers Viktor Röthlin, der vor fünf Jahren 2:07:23 Stunden gelaufen war, dürfte am Sonntag fallen.

Im Gegensatz zu den Männern ist die schnellste Frau im Feld nicht gleichzeitig die Favoritin. Die deutsche Rekordhalterin Irina Mikitenko kann aber auch mit 40 Jahren noch eine gute Rolle spielen. Gespannt sein darf man, ob sie den Masters-Weltrekord von 2:25:43 Stunden brechen kann.

Favorisiert sind jedoch Läuferinnen aus Afrika: Aberu Kebede gewann im vergangenen Jahr den Berlin-Marathon mit einer persönlichen Bestzeit von 2:20:30 Stunden. Auf die Sekunde genauso schnell war ihre äthiopische Landsfrau Bezunesh Bekele 2012 in Dubai. Ebenfalls Siegchancen hat Caroline Kilel (Kenia/2:22:36), die 2011 den Boston-Marathon gewann. Zu beachten sein werden außerdem Olena Shurkhno (Ukraine/2:23:32), Albina Mayorova (Russland/2:23:52), die Japanerin Yoshimi Ozaki (2:23:30) und die Titelverteidigerin Atsede Habtamu (Äthiopien/2:24:25), die im vergangenen Jahr in Tokio den Streckenrekord von 2:25:28 aufstellte.

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