Speed Trans Alp 2016

That's no kindergarten: Die 2. Etappe des Speed Trans Alp

Steile Bergan-Passagen und rasante Downhills lässen das Trailherz höher schlagen. Sonja genießt und kämpft zugleich mit der sie treu begleitenden Angst.

Speed Trans Alp 2016 – Die Bilder
Speed Trans Alp 2016 Tag 2

Freudentränen gehören bei einem solch mutigem Gipfelsturm dazu.

Bild: Dynafit ©PatitucciPhoto

Meine neue Rolle als Teilnehmerin

Diesmal weckt mich mein Handywecker um 6:00 Uhr aus dem Tiefschlaf, aber schnell sind wir im Mädchenzimmer hellwach, versammeln uns schweigend beim Frühstück und um 7:15 Uhr bereit für den ersten Aufstieg der Sonne entgegen. Im Tal ist noch Schatten, aber die ersten Gipfel um uns herum leuchten schon golden in den Morgenhimmel. Heute probiere ich zum ersten Mal Stöcke aus. Da ich es sehr genieße, endlich mal Teilnehmerin statt Camp-Mutti zu sein, lasse ich mir auch sämtliche Tipps und Ratschläge von Javi oder Philipp geben und nehme sie gerne an. Doch, wenn man 1200 Höhenmeter auf 6 Kilometern macht, dann kann man erstens eh nicht laufen und zweitens mit dem Oberkörper schön mitarbeiten, wenn man Stöcke in der Hand hat. Es macht nicht nur Sinn, es macht mir auch Spaß und schon wieder vergeht die erste Zeit wie im Flug.

Ach, so liebe ich das Runterlaufen. Grüne Wiesen, sanftes Gefälle, Sonne im Nacken und warmer Wind im Gesicht. So schweben wir zur Franz-Senn-Hütte in den Stubaier Alpen, wo wir für ein knappes Stündchen einkehren. Heute probiere ich es statt mit Zucker mal mit zwei Eiern, die ich mir vom Frühstückstisch mitgenommen hatte und siehe da, beim zweiten Anstieg bleibt der kalte Schweiß und die weiße Nasenspitze aus. Wir arbeiten uns ein zweites Mal bis auf 2700 Meter hoch, machen auf diesem beeindruckenden Trail im Geröll viele Fotos und stürzen uns dann ins Stubaital. Also, um genau zu sein stürzen sich alle anderen ins Tal, ich stürze nur ein zweites Mal auf mein eh schon offenes Knie, weil ich mich so schwer tue mit diesem finalen Abstieg. So schön die grüne Wiese eben war, so schrecklich finde ich diesen steinigen, steilen und meiner Meinung nach extrem unwegsamen Weg nach unten. Wie machen das die Anderen nur? Haben die keine Angst? Knicken die nicht um? Ich knicke ständig um und bin irgendwann mit den Nerven am Ende. Mein Hirn ist müde wie das eines überforderten Schulanfängers. Puste habe ich ohne, aber irgendwie fehlt es mir an Koordination und mentaler Stärke. Nichts desto trotz komme ich irgendwann im Tal an und sinke erschöpft zu Boden.

Gut, dass es heute nur 22 Kilometer mit 2000 Höhenmetern waren. Gut, dass es erst kurz nach drei ist. Gut, dass wir in einem richtig schicken Hotel in Neustift untergebracht werden und gut, dass ich mich vor der morgigen Etappe, die es noch mal in sich haben wird, anständig erholen kann. Ich bin gespannt, wie es morgen wird! Und ja, ich bin guten Mutes. Schließlich will ich nach Italien.

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