Gold über 1.500 m

Taoufik Makhloufi: Erst disqualifiziert, dann Olympiasieger

Der Algerier Taoufik Makhloufi wurde beim 800-m-Rennen disqualifiziert, gewann dann aber später überarschend die Goldmedaille über 1.500 m.

Taoufik Makhloufi Olympia Sieger 2012

Taoufik Makhloufi alleine an der Spitze: Der Algerier wurde souverän Olympiasieger über 1.500 m.

Bild: photorun.net

Erst disqualifiziert, dann Olympiasieger: Der Algerier Taoufik Makhloufi gewann am Dienstagabend die Goldmedaille über 1.500 m. Der 24-Jährige dominierte die Schlussphase des Rennens. Nachdem er knapp 300 Meter vor dem Ziel die Spitze vom Kenianer Silas Kiplagat übernommen hatte, war er nicht mehr einzuholen und lief in 3:34,08 Minuten vor dem Überraschungs-Zweiten Leonel Manzano (USA/3:34,79) und dem Marokkaner Abdalaati Iguider (3:35,13) ins Ziel. Vierter wurde der WM-Dritte von 2011, Matthew Centrowitz (USA/3:35,17), Rang fünf belegte überraschend der Landesrekord laufende Norweger Henrik Ingebrigtsen mit 3:35,43. Die Kenianer spielten keine Rolle, der Gold-Favorit Asbel Kiprop kam schließlich nur als Letzter auf dem zwölften Rang ins Ziel (3:43,83). „Ich hatte Schmerzen in der Wadenmuskulatur“, erklärte der Kenianer.

Der 24-jährige Taoufik Makhloufi, der sich in diesem Jahr unerwartet auf Weltklassezeiten von 3:30,80 Minuten (1.500 m) und 1:43,88 (800 m) verbessert hatte, gewann bei seinen ersten Olympischen Spielen auf Anhieb Gold. Am Tag vor dem Finale sah es allerdings so aus, als dürfe er gar nicht starten. Er war auch über 800 m gemeldete und startete im Vorlauf. Allerdings beendete er das Rennen nach 200 Metern vorzeitig und wurde daraufhin disqualifiziert, weil es als unsportliches Verhalten gilt, wenn ein Athlet nicht versucht, erfolgreich zu sein. Wie Taoufik Makhloufi erklärte, hatte er das Rennen wegen Knieschmerzen aufgegeben. „Ich wollte vor dem 1.500-Meter-Finale nichts riskieren.“ Nachdem er ein ärztliches Attest vorweisen konnte, wurde die Disqualifikation rückgängig gemacht.

Bereits am Vormittag hatte Tirunesh Dibaba den ersten Schritt gemacht, als erste Frau zum zweiten Mal beide Langstrecken bei Olympischen Spielen zu gewinnen. Die Äthiopierin, die sich am Freitagabend überzeugend das 10.000-m-Gold gesichert hatte und dabei fast so stark wirkte wie in ihren besten Jahren, war ursprünglich über 5.000 m nur als Ersatzläuferin nominiert worden. Doch nach dem 10.000-m-Sieg änderten Äthiopiens Funktionäre ihre Aufstellung. Tirunesh Dibaba startete am Dienstag im 5.000-m-Vorlauf und qualifizierte sich als Siegerin ihres Rennens souverän in 14:58,48 Minuten für das Finale. Sie gewann knapp vor ihrer Landsfrau Meseret Defar (14:58,70), die vor 2004 in Athen 5.000-m-Olympiasiegerin war. Im zweiten Vorlauf setzte sich mit Gelete Burka (15:01,44) ebenfalls eine Äthiopierin durch. In diesem Rennen wurde Vivian Cheruiyot mit 15:01,54 Minuten Zweite. Die kenianische 5.000-m-Weltmeisterin dürfte die schärfste Rivalin von Tirunesh Dibaba sein. Deutsche Läuferinnen hatten sich für die 5.000 m nicht qualifiziert.

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