Leichtathletik-WM London 2017

Sturz-Pech für Gesa Krause

Beim Doppel-Erfolg der beiden US-Amerikanerinnen Emma Coburn und Courtney Frerichs wurde Gesa Krause trotz eines Sturz Neunte.

Emma Coburn und Courtney Frerichs Doppel-Erfolg 3.000 m Hindernis London 2017

Einen sensationellen US-Erfolg gab es über die Hindernisse durch Emma Coburn und Courtney Frerichs.

Bild: photorun.net

Sturz statt Medaillenkampf: Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) hatte im Finale über 3.000 m Hindernis bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London großes Pech. Ein unverschuldeter Sturz warf sie nach rund 700 Metern aus dem Rennen um eine Top-Platzierung. Am Ende kämpfte sich die WM-Bronzemedaillengewinnerin des Jahres 2015 noch auf Rang neun nach vorne. Ihre Zeit von 9:23,87 Minuten deutet darauf hin, dass sie in London in Topform war und ihr deutscher Rekord von 9:15,70 unter normalen Umständen wohl gefallen wäre. In dem sehr schnellen Rennen hätte es für Gesa Krause aber auch ohne Sturz kaum für eine Medaille gereicht.

Mit einer Sensation endete das Rennen. Denn nicht die aus Kenia stammenden Athletinnen waren am Ende ganz vorne sondern zwei US-Amerikanerinnen: Emma Coburn gewann in der Amerika-Rekordzeit von 9:02,58 Minuten vor ihrer Landsfrau Courtney Frerichs, die 9:03,77 lief. Dritte wurde die Kenianerin Hyvin Jepkemoi mit 9:04,03. Beatrice Chepkoech (Kenia) folgte als Vierte in 9:10,45. Nur Rang fünf blieb der Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Ruth Jebet (Bahrain) mit 9:13,96. Sie hatte lange geführt und war dann rund 250 Meter vor dem Ziel zurückgefallen. Emma Coburn hatte sich am letzten Wassergraben knapp 150 Meter vor dem Ziel etwas von Hyvin Jepkemoi und Courtney Frerichs absetzen können.

Am Wassergraben vorbei und danach über das Hindernis gestürzt

Schon nach gut einer Runde begann das Drama, das letztlich auch zum Sturz von Gesa Krause führte. Beatrice Chepkoech führte das Feld an, vergaß aber in Richtung Wassergraben zu laufen. Während sie dadurch fast eine Kollision auslöste und in der Kurve weiter rannte statt nach links abzubiegen, liefen alle anderen Athletinnen zum Wassergraben. Erst als die anderen Läuferinnen weiter innen auf gleicher Höhe den Graben überquerten, realisierte Chepkoech, dass sie falsch unterwegs war. Sie kehrte um, lief dann quer zum Wassergraben, was bei einem Protest eine Disqualifikation nach sich ziehen müsste, und überquerte das Hindernis. Nun versuchte sie mit Macht rund 30 Meter Rückstand aufzuholen. Das ging wieder schief. Wenige hundert Meter später kam Beatrice Chepkoech an einem Hindernis ins Straucheln und landete auf allen Vieren. Dabei riss sie im Fallen zwei Läuferinnen mit, darunter Gesa Krause, die es am schlimmsten erwischte. Sie kam zu Fall und lag danach am weitesten zurück. Die 25-Jährige schob sich langsam wieder an die anderen Läuferinnen heran und machte dann immerhin noch fünf Plätze gut.

Kein Glück hatte Gesa Krause im Londoner Finale.

Bild: photorun.net

„Es ist deprimierend, wenn man sieht, wie viel mehr man drauf hat“, sagte Gesa Krause gegenüber der Internetseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, leichtathletik.de. „Aber das ist Hindernislauf. Ich bin nicht die Einzige, der das schon mal passiert ist.“ Über die Mittel- und Langstrecken war Gesa Krause mit Rang neun trotz ihres Sturzes die beste deutsche Läuferin bei der WM.

Halbfinal-Aus für deutsche Mittelstreckenläufer

Nach der guten Vorstellung im Vorlauf war für die deutschen 1.500-m-Läufer im Halbfinale Endstation. Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) hatte im ersten der beiden Rennen trotz eines verhaltenen Tempos dieses Mal keine Chance. Er wurde abgeschlagener Elfter in 3:44,38 Minuten, während der Kenianer Elijah Manangoi mit 3:40,10 gewann. Im zweiten Halbfinallauf konnte auch Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) nicht überzeugen. Zu weit hinten lag er in der entscheidenden Phase des Rennens. Am Ende blieb Tesfaye nur Rang zehn in 3:39,72. Der Tscheche Jakub Holusa gewann diesen Lauf mit 3:38,05.

Über 800 m war auch für Christina Hering (LG Stadtwerke München) im Halbfinale Endstation in London. Sie wurde in ihrem Rennen Siebente in 2:02,69 Minuten. Eine Zeit unter zwei Minuten wäre nötig gewesen, um das Finale zu erreichen. In ihrem Vorlauf hatte Hering sich tags zuvor als Fünfte in 2:01,13 Minuten für das Halbfinale qualifiziert.

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