Comrades-Marathon 2015

Stimmungsnest an der Green Mile

Bergauf und bergab geht es nur durch das Land od thousands hills. Und zwischendurch muntert Spiderman die Läufer auf.

Auf dem folgenden Streckenverlauf geht es nun immer wieder bergab und bergauf – Land of thousand hills eben. Irgendwann fragt eine Frau neben mir einen anderen Läufer, wo wir denn gerade sind. Er antwortet trocken: „On one of the thousand hills“. Ich muss jetzt bergauf doch immer häufiger gehen und der Kilometerschnitt geht nun leicht über die geplanten 7 Minuten. Aber es ist alles noch im grünen Bereich. Als das Schild mit 39 km to go kommt, denke ich mir: das klingt doch gar nicht mehr so schlimm! Bei so einem Lauf verschieben sich die Maßstäbe, denn eigentlich ist das ja noch ganz schön weit.

Die Green Mile beim Comrades-Marathon.

Bild: privat

Es kommen noch einige Stimmungsnester, allen voran die „Green Mile“ vom Hauptsponsor Nedbank bei Kilometer 55, der einzige offizielle Zuschauerpunkt der Strecke. Dort ist ein grüner Kunststoffboden ausgelegt, Cheerleader in grün-weiß tanzen für uns an der Strecke und überlebensgroße Marionetten, sowie als Superhelden verkleidete Menschen heitern uns auf. Mir klopft Spiderman anerkennend auf die Schulter, bei Angela war es Captain America!
Außerdem gibt es noch eine Coca Cola Area und die „Pink Zone“, wo eine Gruppe von Comrades-Veteranen, die sich jetzt gegen Brustkrebs engagieren, Party macht.

Den mit 810 Metern höchsten Punkt der Strecke bei Umlaas Road erreichen wir erst nach ca. 70 Kilometern. Trotzdem wird es auf den restlichen 18 km nicht nur bergab gehen, denn es fehlt ja noch „Polly Shortts“: dort ist der letzte Cutoff vor dem Ziel und Angela hat mich schon gewarnt, dass davor bereits ein Anstieg kommt, den man für Polly Shortts halten könnte (er heißt „Little Polly‘s“), der eigentlich Anstieg dann aber immer noch bevor steht. Mit diesem Wissen im Kopf können mich die beiden Steigungen auch nicht mehr schockieren. Den Cutoff schaffe ich mit 1:20 Vorsprung und kann mich daher völlig entspannt auf die letzten 8 km machen, die nun wirklich weitgehend bergab gehen. Das Einzige, was jetzt noch stört, ist der miserable Straßenzustand am Eingang von Pietermaritzburg. Der unebene, fast wie aufgefräste Asphalt tut jetzt richtig unter den Füßen weh.

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Nach über 10 Stunden im Ziel