22. Gmünder Stadtlauf

Stimmung trotz Wetterchaos

Das Sturmtief "Emma" sorgte für reichlich Wirbel beim Stadtlauf in Schwäbisch Gmünd.

Stadtlauf Schwäbisch Gmünd

Bei den Kinderläufen zeigte sich sogar kurz die Sonne.

Die Organisatoren des 22. Gmünder Stadtlaufes am 1. März waren wahrlich nicht zu beneiden: Sturmwarnung, Gewitter, Starkregen, Hochwasser der Rems, überflutete Wiesen. Man stand eigentlich schon kurz davor, die Auftaktveranstaltung zur Laufsaison komplett abzusagen. Doch am Morgen des Wettkampftages am Samstag entschieden sich die Macher von der DJK Schwäbisch Gmünd dazu, abzuwarten und wurden trotz teilweise chaotischer Voraussetzungen belohnt: erstens kam es im Remstal selbst lange nicht so schlimm, wie vorhergesagt und zweitens ließen die Wetterkapriolen im Laufe des Tages so weit nach, dass man eine Gefährdung der Teilnehmer ausschließen konnte. Und so wurden schließlich von 940 gemeldeten Teilnehmern immer noch etwa 750 auf die verschiedenen Laufstrecken geschickt.

Mit ungutem Gefühl musste die DJK-Organisationsleitung um Wolfgang Russ, Bernd Bruckbauer und Gabi Weiler die gesamte vergangene Woche schon auf die Sturmvorhersagen für das Laufwochenende blicken. Und als dann am Freitag, dem Tag vor dem Lauf, der Deutsche Wetterdienst Sturmwarnung ausgab und vor allen Aktivitäten im Freien warnte, sah man schon über ein halbes Jahr Vorbereitung und Arbeit dem Wetter geopfert. Umso erstaunlicher, dass letztendlich trotz vieler kurzfristiger Änderungen und mit viel Improvisationstalent die rund 80 Helfer für einen beinahe reibungslosen Ablauf am Wettkampftag sorgen konnten.

Chronik der Kapriolen
Hier ein kurzer Überblick über die Kuriositäten und Wetterkapriolen am Wettkampftag: das Zeitmessteam, das im Start- und Zielbereich aufwendige Technik verlegen musste, erreichte wegen Schnee- und Sturmchaos bei der Anreise das Wettkampfzentrum erst kurz vor geplantem Start der Wettkämpfe. Das gebuchte Phototeam, das die Läufe dokumentieren sollte, trat die Reise aus dem stürmischen Schwarzwald erst gar nicht an. An den Aufbau eines Start- und Zielbogens war nicht zu denken – das DJK-Banner beim Start wurde ein Opfer des Windes. Der 10-km-Lauf musste wegen dem von der Rems überflutetem Radweg über die Straße, die nach Radelstetten führt, umgeleitet werden: Bürgermeister Dr. Joachim Bläse höchstpersönlich, selbst Starter beim 10-km-Lauf, organisierte Polizei und Feuerwehr, um den Verkehr zu regeln. Eine überflutete Wiese kurz hinter dem Reichenhof sorgte dafür, dass der Halbmarathon nicht ins Haselbachtal geführt werden konnte – stattdessen wich man auf die verlängerte 10-km-Strecke aus, die dann zweimal durchlaufen wurde. Und zu guter letzt hatten natürlich alle Teilnehmer und Helfer mit dem stürmischen Wind und dem immer wieder auftretendem Regen auf der Strecke zu kämpfen. Dennoch gelang es, den zeitlichen Ablauf, Zeitnahme und Auswertung fast wie geplant einzuhalten.

Der Start des Hauptfeldes.

Halbmarathon: Dutschak und Beckmann siegreich
Ein spannendes Rennen über die halbe Marathondistanz konnten die Zuschauer verfolgen. Erst auf dem letzten Streckenabschnitt konnte Hauke Dutschak vom Lauftreff Winnenden seine ärgsten Verfolger abschütteln und siegte in der Zeit von 1:17:02 Stunden letztendlich souverän vor Andreas Wolpert vom Team Freesmile, der nach 1:18,23 Stunden das Ziel erreichte.

Fast noch spannender gestalteten die Frauen das Halbmarathonrennen: lag doch zwischen den ersten drei Läuferinnen gerade einmal etwas mehr als eine halbe Minute. Zum Schluss hatte Angela Beckmann aus Ulm die größten Reserven und erlief sich den Siegerpokal in 1:32:51 Stunden, dicht gefolgt von Isolde Maier-Kling vom SV Birkenhard (1:33,05) und Elke Böllmann vom TSV Neustadt/Rems in 1:33,29.

Souveräner Start-Ziel-Sieg
Nach 2007 konnte sich der Lokalmatador Johannes Großkopf von der ausrichtenden DJk Schwäbisch Gmünd erneut den Titel des Siegers im 10-km-Lauf sichern – und dies mit einem Vorsprung von fast zwei Minuten! Der in der Juniorenwertung startende Gmünder erreichte mit 33:39 Minuten eine für diese Bedingungen grandiose Zeit, musste er doch das komplette Rennen allein und in der ersten Hälfte gegen Wind und Regen rennen. Auf Platz zwei folgte dann Sven Müller von der TF Feuerbach in 35:35 Minuten vor Roland Klie von der WGL Schwäbisch Hall, der in 35:43 Minuten das Ziel erreichte.

Bei den Frauen gab es einen ungefährdeten Sieg durch Silke Fritz, die für die Kreissparkasse Ostalb startete. In sehr guten 39:07 Minuten konnte sie Angelika Ilzhöfer aus Essingen auf den zweiten Platz verweisen, wobei diese in 41:24 Minuten eine beachtliche Leistung vollbrachte, startet sie doch in der Altersklasse W50! Auf Platz 3 lief dann in 43:49 Minuten Vorjahressiegerin und Lokalmatadorin Monika Schneider vom TV Wißgoldingen ein.