Wüstenquerung in Südamerika

Steven Rau wird zum einsamen Wüstenwolf

Unsanft geweckt aber mit einem Streckenziel vor Augen setzt Steven Rau seinen Marsch fort. Dort angelangt wird im klar, was nun auf ihn zukommt.

Steven Rau Tag 5 in der Wüste

Steven Rau muss sich auf einsame Kilometer einstellen.

Bild: privat

5. Tag
Es ist gegen 24 Uhr als wir unsanft geweckt werden. Mein Blick richtet sich gegen einen Lichtkegel und ich sehe nichts. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich die Polizisten mit gezogenen Waffen um das Auto positioniert. Es erschien ihnen wohl etwas fragwürdig, warum dort ein Auto parkt und eine Person im bzw. neben dem Auto liegt. Erst nach einigen Minuten konnten wir die Situation aufklären und wurden wieder in ein freundliches Gespräch verwickelt.

Streckenziel vor Augen

Nach dem Abzug der Beamten konnten wir noch drei Stündchen schlafen ehe der Tag beginnen musste. Das Ziel war heute klar: Die Grenze nach Bolivien. Die Strecke ist jetzt schon etwas entspannter da der höchste Punkt mit 4.700 m bereits hinter uns liegt und die Anstiege weniger werden. Die Strecke ist zwar jetzt etwas ebener, aber noch immer mit Auf- und Abstiegen verbunden. Die Kilometer vergehen heute etwas schneller, da es mit der Grenze ein großes Etappenziel gibt, welches ich unbedingt erreichen wollte. Es wird keine Zeit verschwendet.

Alleine nach Bolivien

Gegen 19 Uhr erreichen wir an diesem Abend den Grenzort Colchane. Hier werden noch ein letztes Mal die vielen Einzelheiten besprochen und noch ein letztes Mal das gesamte Gepäck nach unnötigem Ballast überprüft. Denn an diesem Punkt ist zwar ein großes Ziel erreicht und es liegen damit bereits 234 km hinter mir, aber es heißt auch, dass von nun an der gemeinsame Weg endet. Da wir einen Mietwagen als Begleitfahrzeug nutzen mussten, ist es nicht möglich mit diesem die Grenze zu passieren. Es gibt keine Mietwagenfirma, welche es erlaubt mit dem Wagen nach Bolivien zu fahren - zu gefährlich.

Bis auf die heimische Tierwelt wird Steven Rau nicht viel Gesellschaft haben.

Bild: privat

Als wir uns an der Grenze verabschieden wird mir erst so wirklich bewusst, dass ich von nun an auf mich alleine gestellt bin. Ein wirklich komisches Gefühl und es macht mir ein wenig Angst.

5. Tag - Teil 2
Mein Übergang nach Bolivien verläuft wie vorgestellt. Kurz vor Erhalt des Stempels für den Pass bricht ein Mann vor mir zusammen und erbricht sich quer über dem Fußboden. So kann es losgehen.

Als ich nun endlich die ersten Schritte auf dem bolivianischen Boden absolviere endet auch schlagartig jeglicher Straßenverkehr und kein Mensch kreuzt mehr meinen Weg. Jetzt wird es mir aber langsam unheimlich. Immer wieder gehen mir unzählige Rechnungen durch den Kopf. Ich weiß wann mein Flug zurück geht, ich kenne die zu bewältigende Kilometerzahl und weiß, wie viel Wasser ich noch dabei habe. Jetzt muss ich nur noch anfangen zu laufen und zwar wie der Teufel.

Mit zwölf Kilos weniger besser vorankommen

Mein Weg führt mich direkt durch ein erstes kleines Dorf und dafür bin ich auch ganz dankbar, denn es wird jetzt schnell dunkel und mit dem Dorf habe ich noch etwas Licht und fühle mich nicht so ganz alleine. Trotz der bereits absolvierten 236 km geht es mir körperlich eigentlich sehr gut. Die höchsten Etappen mit 4.700 Höhenmetern sind bereits geschafft, mein Rucksack ist inzwischen zwölf Kilo leichter und die Wege sind jetzt eben und gut zu laufen. Damit komme ich viel besser vorwärts als die Tage zuvor.

Steven Raus Lager in der Wüste

Bild: privat

Steppengras und Steine bilden Steven Raus Lager.

Stevens Gedanke: Einfach fertig werden

Bis in die Nacht hinein laufe ich, weil ich nur eins möchte: Endlich fertig werden. Nach nochmals 30 absolvierten Kilometern beginne ich mir ein Schlaflager zu bauen. Der Temperaturunterschied zu den Tagen zuvor ist beträchtlich. Sobald es dunkel wird ist auch mein Trinkwasserschlauch gefroren. Entsprechend komfortabler bzw. wärmer versuche ich auch mein Lager zu bauen um mich vor der Kälte zu schützen. Dafür umrande ich es mit Felssteinen, welche mir etwas Wärme geben und vor seitlichem Wind schützen sollen. Zudem schneide ich das umherstehende Steppengras ab, um mir damit eine weiche und warme Liegefläche zu errichten.

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