Crossrennen in Italien und Schottland

Starke US-Amerikaner dominierten in Europa

Bei den hochklassig besetzten Cross-Rennen in Giorgio su Legnano und in Edinburgh setzten sich US-Amerikaner in spannenden Rennen in Szene.

Dathan Ritzenhein

Der US-Amerikaner Dathan Ritzenhein siegte beim Crossrennen in Giogio su Legnano.

Bild: photorun.net

Zwei der hochkarätigsten Crossrennen des Jahres fanden in dieser Woche binnen weniger Tage statt: Am 6. Januar wurde im italienischen Giorgio su Legnano der Campaccio-Cross gestartet, am 10. Januar folgte der stark besetzte Lauf durch den Holyrood Park von Edinburgh. Vor den Crosslauf-Weltmeisterschaften, die am 28. März im chinesischen Guiyang stattfinden, konnten sich dabei neben der Kenianerin Janet Kisa besonders einige US-amerikanische Athleten gut in Szene setzen.

Garrett Heath überrascht beim Cross in Edinburgh

Das am besten besetzte Rennen in Schottlands Hauptstadt war der 4-km-Lauf der Männer. Es war Kenias 1.500-m-Weltmeister Asbel Kiprop, der auf der ersten der zwei Runden in Führung lag, ohne dabei aber besonders schnell zu laufen. Das machte in Runde zwei überraschend Garrett Heath, der bereits vor einem Jahr in Edinburgh die afrikanischen Stars düpiert hatte. Wiederum gelang dem 29-jährigen 1.500-m-Spezialisten eine Überraschung. In 12:11 Minuten gewann er das Rennen acht Sekunden vor Kenias Cross-Weltmeister Japhet Korir (12:19). Mit Dathan Ritzenhein folgte ein weiterer US-Amerikaner, der Sieger des Campaccio-Rennens, auf Rang drei (12:27). Kiprop wurde Vierter in 12:29. „Wenn du gegen ein derartiges Weltklassefeld antrittst, versucht du immer, den einen oder anderen zu schlagen – wenn du Glück hast, bezwingst du alle“, sagte Heath.

Ein weiterer US-amerikanischer Titelverteidiger gewann erneut in Edinburgh: Chris Derrick kontrollierte das 8-km-Rennen durch den Holyrood Park, das ohne afrikanische Konkurrenten stattfand, von der Spitze weg. Der 24-Jährige war nach 25:31 Minuten zwei Sekunden vor seinem Landsmann Jacob Riley im Ziel. Dritter wurde der Brite Johnny Hay mit 25:36. „Es war ein hartes Rennen auf einem schweren Kurs“, sagte Derrick, der angesprochen auf die starken Leistungen der Amerikaner sagte: „Wir haben im Langstreckenbereich inzwischen eine sehr gute Breite in der Spitze.“ Zu den klar geschlagenen zählte unter anderen der Spanier Alemayehu Bezabeh, der Cross-Europameister von 2013. Doppel-Olympiasieger Mo Farah (Großbritannien) hatte krankheitsbedingt passen müssen.

Schneesturm beim Frauenrennen des Cross in Edinburgh

Die schwersten Bedingungen hatten in Edinburgh die Frauen im abschließenden 6-km-Lauf, der ebenfalls ohne afrikanische Konkurrenz stattfand. War die Strecke bei sehr kaltem Wetter zuvor schon besonders matschig, setzte nun ein Schneesturm ein. Überraschend gewann die erst 20-jährige Britin Emelia Gorecka das Rennen in 21:26. Sie lag klar vor der zweifachen Cross-EM-Siegerin Fionnuala Britton (Irland/21:33) und der Spanierin Trihas Gebre (21:50). Titelverteidigerin Gemma Steel (Großbritannien), die aktuelle Cross-Europameisterin, musste sich mit Platz elf zufrieden geben. „Das war eines meiner besten Rennen meiner Karriere“, sagte Gorecka, die Junioren-Cross-Europameisterin von 2013.

Spannendes Frauen-Rennen beim Campaccio-Cross in Italien

Im Gegensatz zu der Veranstaltung in Edinburgh, in dem Kenias Asse im 4-km-Männerrennen an den Start gingen, war beim Campaccio-Cross vier Tage zuvor der Lauf der Frauen der besser besetzte. Hier gab es am Ende der 6-km-Distanz eine Spurtentscheidung. Dabei setzte sich Janet Kisa (Kenia), die im vergangenen Sommer bei den Commonwealth Games über 5.000 m die Silbermedaille gewonnen hatte, in 19:00 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor ihrer Landsfrau Peres Jepchirchir durch. Auf Rang drei folgte mit Betsy Saina (19:04) eine weitere Kenianerin, Vierte wurde Etagegn Woldu (Äthiopien/19:45). „Es ist mein Ziel, bei der Cross-WM eine Medaille zu gewinnen“, sagte Janet Kisa.

US-amerikanischer Männersieg Sieg beim Campaccio-Cross

Ohne afrikanische Konkurrenz fand das 10-km-Rennen der Männer statt. Dadurch wollten die Veranstalter den starken italienischen Läufern eine Plattform bieten. Doch einer kam ihnen in die Quere: Dathan Ritzenhein spielte nicht mit. Der US-Amerikaner gewann das Rennen in 29:08 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Andrea Lalli, dem italienischen Cross-Europameister von 2012. Dritter wurde mit Daniele Meucci ein weiterer starker Italiener. Der Marathon-Europameister war nach 29:23 im Ziel.