Fast 20.000 beim Zürcher Silvesterlauf

Spannendes Spektakel in Zürich

Beim Eliterennen des Zürcher Silvesterlaufs gelang den kenianischen Topläufern Ereng und Kosgei die Titelverteidung. Spannung pur bot außerdem das Finale des Post-Cups.

37. Zürcher Silvesterlauf 2013 - Die Fotos
Zürcher Silvesterlauf 2013 Nachbericht

Die beiden schnellsten Frauen, Cynthia Kosgei und Jane Muja, lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Bild: Jürg Kaufmann und Felix Brunner/Alphafoto.com

Mit 19.945 Anmeldungen erreichte der Zürcher Silvesterlauf einen neuen Teilnahmerekord. Am schnellsten waren dabei die Athleten aus Kenia: Patrick Ereng und Cynthia Kosgei konnten ihre Siege aus dem Vorjahr wiederholen. Das Zürcher Publikum freute sich vor allem darüber, dass die Gesamtsieger des Post-Cups im Kanton Zürich blieben: Christian Kreienbühl (Rüti/ZH) und Nicola Spirig (Bachenbülach/ZH) ließen sich beim Saisonfinale nicht mehr einholen.

Nach dem Teilnehmerrekord im Vorjahr konnte die Anzahl der Teilnehmer dieses Jahr erneut angehoben werden: Mit 19.945 Läufern aus 91 Ländern waren die Meldezahlen so hoch wie noch nie. Insgesamt finishten 17.454 Teilnehmer das Rennen. Wie schon in den Vorjahren erwies sich der Zürcher Silvesterlauf auch bei der 37. Auflage als Anlass für die ganze Familie, der die Generationen verbindet.

Ein Spektakel für die Zuschauer war wie immer der Elitelauf: Im Rennen der Frauen über 6,3 km mussten sich die favorisierten Kenianerinnen ihr Preisgeld hart verdienen, denn die Schweizerin Fabienne Schlumpf (Wetzikon/ZH) konnte sich bis zur Rennmitte an der Spitze halten. Am Ende setze sich Vorjahressiegerin Cynthia Kosgei aus Kenia hauchdünn gegen ihre Landsfrau Jane Muja durch. Sie siegte in 21:33 Minuten. Fabienne Schlumpf beendete ihr Rennen in 21:37 Minuten und stieg als Dritte und bestklassierte Schweizerin ebenfalls aufs Podium.

Anders sah es im Elite-Rennen der Männer über 8,8 km aus, wo die Afrikaner vom Start weg die Gangart bestimmten. Dabei erwies sich Patrick Ereng aus Kenia als der Stärkste: Auf dem Weg zur Titelverteidigung hängte der Kenianer seine Landsleute Abraham Kipyatich und Bernard Matheka ab und siegte in 26:12 Minuten. Kipyatich kam nach 26:13 Minuten ins Ziel und verwies Matheka mit 26:23 Minuten auf Platz 3. „Ich mag die Strecke und die Fans hier in Zürich und zudem hab ich mich heute richtig gut gefühlt. Und wenn man gewinnt, macht die Sache gleich nochmals doppelt so viel Spass“, meinte Ereng nach der erfolgreichen Titelverteidigung.

Für Spannung und taktisch gelaufene Rennen sorgten die Entscheidungen um den Post-Cup-Gesamtsieg, für den nur die Schweizer Läufer in Frage kommen. Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig (Bachenbülach/ZH) ließ ihre schärfste Konkurrentin Sabine Fischer (Glarus/GL) schon nach der ersten Runde hinter sich und war im Ziel nach Fabienne Schlumpf (Wetzikon/ZH) die zweitschnellste Schweizerin. Sie beendete das Rennen nach 21:46 Minuten, Sabine Fischer überquerte nach 22:03 Minuten die Ziellinie. „Das war heute ein taktisches Rennen und mit Sabine Fischer hatte ich eine starke Gegnerin. Umso mehr freue ich mich über den Gesamtsieg im Post-Cup, der für mich ein wichtiger Etappenhalt auf dem Weg zur Leichtathletik-EM 2014 ist“, so Spirig.

Patrick Ereng gelang beim Elitelauf die Titelverteidigung.

Bild: Felix Brunner

Im Rennen der Herren konnte sich Mario Bächtiger (Eschenbach/ZH) lange in der Spitzengruppe der starken Afrikaner halten, was ihm am Ende Rang Sechs in der Tageswertung und die Spitzenzeit von 26:44 Minuten und die volle Punktzahl für den Post-Cup brachte. Weil Christian Kreienbühl aber nur Adrian Lehmann (Langenthal/BE) und Matthias Kyburz (Möhlin/AG) vor sich dulden musste, reichte es dem Marathon-Spezialisten zum Gesamtsieg. „Das war heute vom Start weg ein schnelles und für mich als Langstrecken-Spezialist hartes Rennen. Ich konnte den Schaden aber in Grenzen halten und so den Gesamtsieg sicherstellen, was einen schönen Zustupf mit sich bringt“. Kreienbühl, Vierter der Tageswertung mit einer Zielzeit von 27:06 Minuten, ist damit Gesamtsieger des Post-Cups 2013.

Wie im Vorjahr traten auch dieses Jahr wieder zahlreiche Prominente aus Politik, Medien, Gesellschaft und Sport an, um Spenden zu Gunsten der Schweizerischen Muskelgesellschaft zu sammeln. Neben Nationalrätin Hildegard Fässler waren zum Beispiel auch Regierungsrat Thomas Heiniger, die Stadträte Gerold Lauber und Andres Türler sowie Michael Ringier mit von der Partie und liefen für den guten Zweck.

Dass die Organisatoren offen für Anregungen sind, zeigte die für den 37. Zürcher Silvesterlauf geänderte Streckenführung. „Letztes Jahr kam es schon am Start zu einem Gedränge. Diesen Engpass konnten wir mit der längeren Runde und der langen Startgerade auf dem Limmatquai entschärfen. Die Reaktionen der Teilnehmer zeigen, dass die Situation dieses Jahr deutlich besser war“, zieht OK-Präsident Bruno Lafranchi zufrieden Bilanz. „Die Temperaturen und das Wetter waren für die Jahreszeit perfekt, die Stimmung bei Läufern und Publikum sehr gut und die Wettkämpfe waren spannend und sportlich hochstehend.

Tadesse Abraham

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