Transalpine Run 2014

Souveräne Favoriten-Siege

Beim Transalpine Run 2014 starteten 292 Zweierteams. Auf knapp 300 Kilometern mussten sie beim beliebten Trail-Etappenrennen 13.000 Höhenmeter überwinden. Mit Video.

Transalpine Run 2014 Etappe 1 - Die Bilder
Transalpine Run 2014 - Etappe 2 - Die Bilder
Transalpine Run 2014

Die teilweise extrem anspruchvolle Streckenführung verlangte den Athleten alles ab.

Bild: GTAR

Schon auf der ersten Etappe setzte es eine faustdicke Überraschung. Die bis dato unbekannten Schweden Johan Johansson und André Jonsson holten sich den Tagessieg vor dem Team um Stephan Hugenschmidt und Mirco Berner, die schon vor dem Rennen als Anwärter auf den Gesamtsieg galten. Für die rund 49 Kilometer (+ Hm: 1539; - Hm: 1543) ins österreichische St. Johann benötigten die Skandinavier nur 4:07:34 Stunden und distanzierten das Favoritenteam um 1:26 Minuten. Auf Rang drei liefen die Spanier David Castan Lopez und Alfredo Gil ein (4:21:02 Stunden). „Nach dem Abstieg von der Huberalm waren wir noch zusammen, auf dem sechs Kilometer langen Flachstück haben sie uns dann noch fast zwei Minuten abgenommen“, erkannte Hugenschmidt die Leistung der beiden Schweden an. Bei den Frauen setzten sich die Südtirolerinnen Tamara Lunger und Annemarie Gross vor den Teams Otto/Gerlach und Llado/Rigo in 5:43:17 Stunden durch.

Starke Schweden bauen Vorsprung beim Transalpine Run aus

Auf der zweiten Etappe (49,2 km; +Hm: 1819; - Hm: 1601), die nach Neukirchen führte, setzten sich abermals die Schweden durch. Mit fast 10 Minuten Vorsprung auf Hugenschmidt und Berner konnten sie ihre Führung in der Gesamtwertung sogar ausbauen. André Jonsson fasste das Rennen zusammen: „Ein langer und harter Tag, aber es lief auch einfach gut. Der Anstieg zur Herrensteinscharte war wirklich anstrengend.“ Auch bei den Frauen konnte das führende Team seinen Vorsprung ausbauen.

Die Witterungsverhältnisse machten am 1. September eine kurzfristige Verlegung der 3. Etappe notwendig. Statt nach Prettau zu laufen, ging es für die Athleten um Neukirchen am Großvenediger. Die 28 Kilometer (1300 Höhenmeter) lange Runde beendeten diesmal die Favoriten Hugenschmidt und Berner am schnellsten. Allerdings betrug ihr Vorsprung auf Johansson und Jonsson gerade einmal fünf Sekunden, die somit ihre Gesamtführung verteidigen konnten. Gewohnt souverän sicherten sich bei den Frauen Lunger und Gross ihren dritten Etappensieg in Folge.



Transalpine Run 2014 - Etappe 3
Transalpine Run 2014 - Etappe 4 - Die Bilder

Überraschten die Trailrunner-Szene bis zu ihrem verletzungsbedingten Ausscheiden: André Jonsson und Johan Johansson.

Bild: www.wisthaler.com

Erstmals übernehmen die Favoriten Hugenschmidt und Berner die Führung

Auf der vierten Etappe von Prettau nach Sand in Taufers (Italien) lagen Licht und Schatten sehr eng zusammen. Zwar konnten Hugenschmidt und Berner auf der 31,5 km langen Strecke (+Hm: 1796; -Hm 2383) einen weiteren Sieg einfahren und die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Allerdings gelang dies nur, weil die Schweden Johansson und Jonsson verletzungsbedingt aufgeben mussten. Platz zwei sicherte sich das spanische Team um David Castan Lopez und Alfredo Gil, während die Südtiroler Daniel Jung und Ivan Paulmichl Dritte wurden. Bei den Damen blieb alles wie gehabt. Das alles überragende Duo Lunger/ Gross lief unangefochten zu seinem vierten Etappensieg.

Spanier Lopez und Gil sichern sich beim Bergsprint ersten Etappensieg

In Sand in Taufers wurde auf der 5. Etappe der Bergsprint mit 6,78 km und 1.074 Hm ausgetragen. Die Gesamtwertung blieb zwar unverändert, aber Lopez und Gil konnten mit einer Zeit von 1:40:54 Stunden ihre erste Etappe gewinnen. Bei den Damen gab es eine Premiere. Es war das erste Mal beim diesjährigen Transalpine Run, dass die Italienerinnen Lunger und Gross nicht gewannen. Sie mussten sich mit Rang vier zufrieden geben. Es gewannen die Deutschen Kathrin Schichtl und Yvonne Lehnert in 2:20:16 Stunden.

Die rund 37 km lange 6. Etappe (+Hm: 2289; -Hm: 1966) von Sand in Taufers nach St. Vigil hätte fast noch ein wenig Spannung ins Gesamtklassement gebracht. Die Spanier Lopez und Gil starteten nämlich einen Angriff auf die beiden Führenden Hugenschmidt und Berner. Diese konnten die Attacke allerdings abwehren und mit einer späteren Tempoverschärfung den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 24 Minuten ausbauen. Mit einer Zeit von 3:33:29 Stunden gewannen die Deutschen ihre bereits dritte Etappe. Stephan Hugenschmidt befand, dass das Niveau beim diesjährigen Transalpine Run enorm hoch war: „Es ist einfach unglaublich. Jeder Tag ist von einer unglaublichen Intensität geprägt. Diesmal haben die Spanier ganz früh unglaublich Tempo gemacht, wir haben aber gekontert.“ Der Tagessieg der Frauen in 5:05:35 Stunden zum bereits 5. Mal an die Südtirolerinnen Lunger und Gross.

Hugenschmidt und Berner lassen keine Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen

Auf der 7. Etappe ging es auf knapp 42 km (+Hm: 1950, -Hm: 2000) von St. Vigil nach Niederdorf. Hier zeigten die Führenden einmal mehr ihr Können. Hugenschmidt und Berner kamen nach 3:58:15 Stunden vor ihren schärfsten Konkurrenten Lopez und Gil an. Mit einem Vorsprung von mehr als 30 Minuten war ihnen danach der Gesamtsieg praktisch nicht mehr zu nehmen. Das mussten auch die Spanier anerkennen: „Heute haben wir endgültig gemerkt, dass die Deutschen stärker sind. Aber Rang zwei ist auch ein starker Platz“, so Lopez. Ihren ersten Tagessieg erreichten Kathrin Schichtl und Yvonne Lehnert nach 5:43.30 Stunden. Da Tamara Lunger Probleme mit dem Kreuzbein hatte, war sie am Ende froh, dass es noch zu Platz zwei reichte. „Die Schmerzen waren einfach zu heftig. Wir mussten das Tempo rausnehmen“, erklärte die passionierte Bergsteigerin. Der Vorsprung des Duos Lunger/Gross wurde dadurch aber nicht gefährdet.

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Die Siegerinnen Tamara Lunger und Annemarie Gross

Bild: www.wisthaler.com

Überglückliche Siegerinnen: Tamara Lunger schiebt Annemarie Gross über die Ziellinie.

Emotionales Finale beim Transalpine Run 2014

Auf der letzten Etappe des Transalpine Runs 2014 bewiesen dann Hugenschmidt und Berner ein letztes Mal, warum sie schon vor dem Rennen als Favoriten galten. Für die Strecke, die über fast 34 km (+Hm: 1269; -Hm: 1104) von Niederdorf nach Sexten führte, benötigten die Ausnahmeathleten 2:57:58 Stunden und durften sich über ihren 5. Etappensieg und den Sieg in der Gesamtwertung freuen. Nach rund 275 Kilometern und 13.000 Höhenmetern hatten sie einen Vorsprung von 37:57 Minuten auf David Castan Lopez und Alfredo Gil. Dritte des Gesamtklassements der Männer wurden die Südtiroler Daniel Jung und Ivan Paulmichl.

Ihren Erfolg vom Vortag wiederholten Kathrin Schichtl und Yvonne Lehnert auf der abschließenden Etappe. Mit 4:08:42 Stunden kamen sie rund acht Minuten vor den Gesamtsiegerinnen Tamara Lunger und Annemarie Gross an. Weil Gross über weite Strecken des Rennens der angeschlagenen Lunger geholfen hatte, zeigte sich diese auf besondere Weise erkenntlich: Lunger schob ihre Teamkameradin nämlich in einer Schubkarre über die Ziellinie. In der Gesamtwertung hatten Lunger und Gross über 1:50 Stunden Vorsprung auf Schichtl und Lehnert herausgelaufen. Dritte wurden die Spanierinnen Angie Rigo und Cati Llado.

Viele der Läufer, die in acht Tagen 275 Kilometer und 13.000 Höhenmeter überwunden hatten, wurden im Zielort von ihren Emotionen überwältigt. Bei manchen knallten die Sektkorken, andere steckten sich Siegeszigarren an, und wieder andere ließen ihren Tränen einfach freien Lauf. Aber egal wie erschöpft die Athleten nach den Strapazen der letzten Woche auch waren: für viele stand schon im Ziel, dass sie im nächsten Jahr wieder beim Transalpine Run an den Start gehen würden.

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