Paderborner Osterlauf 2015

Sensationssieg für Tesfaye beim Paderborner Osterlauf

Über 11.000 liefen beim Paderborner Osterlauf. Mit Homiyu Tesfaye gab es nach vielen Jahren wieder einen deutschen 10-km-Sieger. Unser Bericht plus umfangreiche Bildergalerie.

Paderborner Osterlauf 2015 - Die Fotos
Homiyu Tesfaye beim Paderborner Osterlauf

Homiyu Tesfaye lief beim Paderborner Osterlauf 2015 ein sehr eindrucksvolles Debüt über 10 km.

Bild: Josef Rüter

Besser hätte es bei der 69. Auflage des Paderborner Osterlaufes am 4. April 2015 nicht laufen können. 11.052 Teilnehmer bedeuteten ein weiteres Mal eine Rekordbeteiligung beim ältesten deutschen Straßenlauf, und bei strahlendem Sonnenschein gab es mit Homiyu Tesfaye nach vielen Jahren wieder einen deutschen 10-km-Sieger. Der 22-jährige 1.500-m-Spezialist, der aus Äthiopien stammt, erzielte dazu eine Topzeit mit 27:51 Minuten. Das ist die zweit schnellste Zeit eines Deutschen aller Zeiten, und es fehlten nur vier Sekunden zum Streckenrekord von Carsten Eich, der zugleich auch der deutsche Rekord ist.

Einen bewegten Eindruck des Laufs erhalten Sie in dem Streckenvideo von Frank Pachura in diesem Artikel.

Paderborner Osterlauf: Tesfaye nur knapp den Streckenrekord verpasst

Am Ende fehlten Homiyu Tesfaye nur wenige Sekunden, dann wäre der 22 Jahre alte Streckenrekord von Carsten Eich Geschichte gewesen. Doch der Läufer der LG Eintracht Frankfurt war deshalb keineswegs ein enttäuschter Sieger. Der gebürtige Äthiopier hat sich nur drei Wochen nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei den Hallen-Europameisterschaften in Prag mit einer Weltklasseleistung über 10 km zurückgemeldet. Mit 27:51 Minuten fiel sein Debüt überaus hochkarätig aus, denn seine Siegerzeit bedeutet aktuell sogar Jahresweltbestzeit. „Mein Trainer hat mir eine defensive Renngestaltung empfohlen, das habe ich bis 9 km eingehalten. Dann habe ich einen langen Spurt angezogen – und Amos Mitei in Schach halten können.“ So leicht hört sich die Renngestaltung aus dem Mund von Homiyu Tesfaye an, der somit seine außergewöhnlichen Fähigkeiten auf den unterschiedlichen Laufdistanzen unter Beweis stellen konnte. Denn sowohl seine 3:31,98 über 1500 m als auch die 27:51 Minuten über 10 km sind absolute Weltklasse.

„Schade, dass ich nicht gewusst habe, dass ich so dicht am Streckenrekord war“, sagte Homiyu Tesfaye, der seit vier Jahren in Frankfurt lebt und von Wolfgang Heinig trainiert wird. „Dann muss ich eben nächstes Jahr noch einmal kommen!“ Furios war der zweite 5-km-Abschnitt von 13:40 Minuten, nachdem eigentlich mit einem zurückhaltenden Anfangstempo von 14:11 für 5 km jegliche Hoffnung auf eine neue Streckenbestmarke schon verloren schien.

Steffen Uliczka erzielt 17. Platz beim Paderborner Osterlauf

Hinter dem Kenianer Amos Mitei (27:55), der mit der Jahresweltbestzeit von 28:02 Minuten angereist war, überraschte der Holländer Jesper van der Wielen als Dritter mit 28:16 Minuten vor dem Vorjahressieger Frederick Ngeny (Kenia/28:17). Von den deutschen Läufern gefielen vor allem Julian Flügel (TSG Roth/ 29:40) als Zwölfter vor dem deutschen Berglaufmeister Stefan Hubert (SV Sömmerda/ 30:07). Der zum Straßenlauf gewechselte mehrfache 3000-m-Hindernismeister Steffen Uliczka (TSV Kronshagen/ Kieler TB) wurde eine Woche nach seinem Halbmarathondebüt in Berlin 17. in 30:22 Minuten.

Resultate mit Ausrufezeichen gab es aber auch bei den Frauen. Mit einem Vorsprung von einer Minute eilte die Äthiopierin Sutume Asefa Kebede nach starken 31:47 Minuten über die Ziellinie, eine starke persönliche Bestzeit. Die beiden mit 32:44 Minuten zeitgleichen Kenianerinnen Faith Chepkoech und Ivy Kibet belegten die Ränge zwei und drei, dann folgten die besten Europäerinnen mit der Schwedin Sarah Lahti und im Sekundentakt dahinter die Mittelstrecklerinnen Gesa Felicitas Krause, Elina Sujew und Diana Sujew (alle LG Eintracht Frankfurt) mit Zeiten zwischen 33:26 und 33:29 Minuten. „Direkt nach dem dreiwöchigen Trainingslager im kenianischen Iten sollte dies ein erster Test sein“, ordneten die drei deutschen Läuferinnen unisono das Experiment Straßenlauf ein. „Aber wir bleiben natürlich auf der Bahn, allerdings werden wir uns auch über 5000 Meter zeigen“, so die Sujew-Zwillinge. „Ich hatte natürlich großen Respekt vor der Strecke, aber wir wollten schon unter 34 Minuten laufen“, sagte Gesa Felicitas Krause. Schon in wenigen Tagen geht es ins nächste Höhentrainingslager, ins US-Camp nach Flagstaff.

Paderborner Osterlauf: Mockenhaupt wird Zweite über die Halbmarathondistanz

Selten gab es so viel Erleichterung bei Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) über einen zweiten Rang wie hier beim Paderborner Osterlauf. Im Finish unterlag sie über die Halbmarathondistanz nach 1:11:13 Stunden der Kenianerin Maryane Wangari Wanjiru um drei Sekunden. Dafür erhielt sie aber die Bestätigung über eine gute Marathonform. „Ich habe mir heute eine 1:11er Zeit gewünscht, nachdem ich mit meinem Ergebnis in New York schon stark enttäuscht war. Jetzt freue ich mich auf Hamburg.“ Sichtlich enttäuscht zeigte sich „Mocki“ allerdings von ihren vier ostafrikanischen Konkurrentinnen, die sich stets im Windschatten eingereiht hatten und die Tempoarbeit alleine der Siegerländerin überließen. „Wichtig war für mich auf jeden Fall, dass ich bis auf die Ziellinie noch ,beißen’ und im Spurt gegenhalten konnte.“

Trotz des teilweise starken Windes gab es an der Halbmarathonspitze gute Resultate. Den Tagessieg holte sich dabei der Kenianer Abraham Yano (1:01:04 Stunden) im Spurt gegen den drei Sekunden dahinter folgenden Äthiopier Temesgen Daba Ejerssa (1:01:07). Dritter wurde Bethwel Chemweno (Äthiopien/1:01:31). Auf Rang fünf folgte mit Sven Serke (Lauffreunde Bönen) der beste deutsche Läufer in 1:08:30 Stunden.



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