Robert Kiprono Cheruiyot

Schon als Kind 28 km täglich

Boston-Sieger Robert Kiprono Cheruiyot hatte einen Schulweg von sieben Kilometern, viermal am Tag.

Robert Kiprono Cheruiyot führt das Feld beim Boston-Marathon an.

Robert Kiprono Cheruiyot führt das Feld beim Boston-Marathon an.

Bild: photorun.net

Dass beim Boston-Marathon der Streckenrekord auf eine Zeit von unter 2:06 Stunden gesteigert wurde, das hätte vorher kaum einer für möglich gehalten. Jener Mann, der auf der schweren, hügeligen Strecke für diese Überraschung sorgte, heißt Robert Kiprono Cheruiyot. Der erst 21-Jährige krönte mit seinem sensationellen Kursrekord von 2:05:52 die 114. Auflage des Boston-Marathons im April. Es war allerdings nicht die erste Marathon-Sensation, für die der Kenianer sorgte.

Robert K. Cheruiyot wuchs in Bomet auf. Die Kleinstadt liegt im südlichen Teil des Great Rift Valley, aus dem so gut wie alle kenianischen Weltklasseläufer stammen. Die Gegend ist für ihre Teeplantagen bekannt. Wie Cheruiyot erzählte, hatte er einen Schulweg von sieben Kilometern, den er viermal am Tag absolvierte. Denn zum Mittagessen kam er zwischendurch nach Hause. Mit täglichen Läufen von insgesamt 28 km wird er schon als Kind beziehungsweise Jugendlicher unbewusst die Grundlage gelegt haben für seine leistungssportliche Entwicklung. Als Schüler erreichte er über 5.000 m bereits 14:30 Minuten, dann lief er über 10 km 30:33.

Zunächst trainierte er nach der Schule in Iten, einem bekannten Trainingscamp in der Nähe von Eldoret (der Läufer-Stadt im Great Rift Valley). Dort hatte er sich einem erfolgreichen kenianischen Marathonläufer angeschlossen: Christopher Cheboiboch war 2002 sowohl beim Boston- als auch beim New-York-City-Marathon Zweiter. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich keine Fortschritte machte“, erzählte Robert K. Cheruiyot, der sich deswegen einer anderen Gruppe anschloss. Seitdem wird er von William Kiplagat in Eldoret betreut, dessen eigene Marathon-Bestzeit bei 2:06:50 Stunden steht.

„Nach zwei Monaten Training wusste ich, dass Robert stark ist und das Training ernst nehmen würde. Auch wenn ich nicht selbst bei der Gruppe war, trainierte er diszipliniert nach meinen Vorgaben“, sagte William Kiplagat. Bei einem Halbmarathon in Nairobi erreichte Cheruiyot 2007 eine 63er-Zeit, was angesichts der Höhenlage ein gutes Ergebnis war. Kiplagat überredete ihn dann, zusammen mit ihm beim Frankfurt-Marathon 2008 an den Start zu gehen.

Das Problem war jedoch zunächst, dass der Eliteetat des Rennens bereits ausgeschöpft war. Doch Kiplagat überzeugte auch seinen Manager, den Holländer Jos Hermens, davon, Cheruiyot eine Chance zu geben. Hermens bezahlte das Flugticket aus eigener Tasche. Die Verabredung mit den Frankfurtern war: läuft Cheruiyot unter 2:14 Stunden, bekommt der Manager die Kosten erstattet.

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