St. Wolfgang

Schneewalzer am Wolfgangsee

Hauptdarsteller des 36. Laufes "Rund um den Wolfgangsee" war der Schnee.

Wolfgangseelauf

Bei Schneefall startet das Feld in der Innenstadt von St. Wolfgang.

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Ein wilder Wettersturz machte aus dem legendären Erlebnislauf rund um den Salzkammergutsee eine echte Herausforderung für alle Teilnehmer. Im Schneegestöber lief der Wolfgangsee-geprüfte Vorjahressieger Elijah Keitany in 1:32:28 Stunden die 27 Kilometer um den Wolfgangsee mit Start und Ziel in St. Wolfgang am schnellsten. Sein schärfster Herausforderer, der Marokkaner Said Azouzi kam 1:10 Minuten später ins Ziel. Dritter wurde Chirchir Anderson aus Kenia, der sich knapp vor dem heranstürmenden Osttiroler Markus Hohenwarter ins Ziel retten konnte.

In ihrem ersten Rennen in und auf Schnee begann Ednah Mukhwana aus Kenia zunächst zögerlich. Schließlich konnte sie aber doch die beiden Tschechinnen Petra Kaminkova (Zweite) und Iva Milesova (Dritte) einsammeln und in 1:51:58 Stunden den Sieg mit nach Hause nehmen. Auch bei den Damen ging Platz vier an Österreich. Carina Lilge Leutner zeigte vielen der jüngeren Damen einmal mehr das Ferserl und stürmte in 2:01:32 ins Ziel.

Beide Rennen verliefen turbulent. Der Falkenstein, auch bei Schönwetter schon schwer laufbar, ist - in knöcheltiefem Schnee versunken - noch einmal so schwer. Der zwei Kilometer lange Anstieg zwischen Kilometer drei und fünf mit seinen 250 Höhenmetern kam den Berglaufspezialisten Helmut Schießl und Iva Milesova unter diesen Bedingungen natürlich besonders entgegen. Entsprechend erreichten die beiden als jeweils erste die Kapelle zum heiligen Wolfgang, bevor es wieder abwärts ging. Doch für beide währte die Führung nicht lange. Der Deutsche musste schon nach wenigen Metern unten im Flachen am Seeweg eine ganze Horde an Läufern vorbeiziehen lassen. Zuerst war es der favorisierte Marokkaner der die Führung übernahm. Ab Kilometer 13 bekam er dann Gesellschaft durch den keniatischen Vorjahressieger Keitany. Im Duett liefen die beiden bis Kilometer 17. Bei der Schiffstation Gschwendt löste sich Keitany mit einem kleinen Angriff, den der unterkühlte Azouzi nicht mehr kontern konnte. Azouzi versuchte lange Zeit den Abstand bei 15 bis 20 Sekunden zu halten um seine Chance zu wahren, doch auf den letzten Kilometern zurück nach St. Wolfgang entkam Keitany schließlich mit über einer Minute noch deutlich.

Elijah Keitany wiederholte seinen Vorjahressieg.

Bei den Damen führte die Tschechin Milesova zumindest bis knapp vor Abersee. Nachdem Mukhwana dem ungewohnten Schneebelag am Falkenstein endlich unverletzt entkommen war, konnte die kleine flinke Keniatin zuerst Kaminkova und schließlich bei Halbzeit des Rennens auch die führende Milesova überholen. Ohne weitere Gegenwehr lief sie schließlich leicht fröstelnd aber doch lächelnd als sichere Siegerin ins Ziel.

Wie im Vorjahr erreichte der schnellste Salzkammergut Athlet Franz Ellmauer (LG St. Wolfgang) als Gesamtsechster das Ziel seines Heimrennens. Noch einen Platz weiter vorn klassierte sich Anita Quehenberger aus Vöcklamarkt bei den Damen.

Das 10 Kilometer Wolfgangsee Finish sicherte sich Christof Wastl (LC Villach) vor dem Mastersweltmeister der M50, dem Deutschen Hans Hopfner. Als schnellste Frau bewältigte Pavla Matyasova die Strecke von Gschwendt nach St. Wolfgang. Den zum dritten Mal durchgeführten Frauenlauf über 5,2 Kilometer mit Start an der Südecke des Sees in Strobl gewann Anna Hajdu aus Ungarn (21:58) vor Vera Maier und Madeleine Schwarz.

Nicht nur für die beiden Sieger aus Kenia, war dieses Rennen eines, das sie lange nicht vergessen werden. Organisator Franz Zimmermann meinte zu seinem Schneerennen schlicht: "Das war eine Premiere, nach 35 Jahren gibt es tatsächlich noch etwas, was wir am Wolfgangsee noch nie hatten. Aber die Läufer nehmen das großartig, sie laufen und feiern wie eh und jeh, großartig, ein Kompliment für diesen Sportsgeist." Schispringer Andi Goldberger, der übrigens nur etwas über zwei Stunden für die 27 Kilometer brauchte, grinste beim Zieleinlauf übers ganze Gesicht: "Den Untergrund bin ich ja gewöhnt, aber nicht laufend. Aber das hier taugt mir, das war etwas ganz Eigenartiges."

Fotos vom Lauf im Schneegestöber finden Sie hier.

Wolfgangseelauf
Franz Ellmauer wurde in 1:37:05 schnellster Salzkammergut-Athlet.