Leser-Reporter: Harzquerung

Schlammschlacht durch den Harz

Die Harzquerung ist ein Naturlauf, der 51 Kilometer über Wanderwege quer durch den Harz führt. Für Leser-Reporter Sebastian Kurch wurde es zur Schlammschlacht.

Über kleine Wanderwege führt die Harzquerung durch den Harz.

Die Harzquerung führt hauptsächlich über schmale Wanderwege. Da diese in diesem Jahr ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben, gilt für 2014: schnell anmelden.

Bild: Foto-Team-Müller

Herrlich, dieses schöne Frühlingswetter, die Sonne, eigentlich ist es so schon richtig sommerlich, oder? Leider nicht am 27. April 2013, als für über 800 Läufer und Wanderer aus der ganzen Bundesrepublik der vielleicht schönste Landschaftslauf des Jahres stattfand – die Harzquerung: ein Lauf auf Wanderwegen quer durch den Harz. Dabei kann gewählt werden zwischen dem Hauptlauf von Wernigerode nach Nordhausen über 51 Kilometer, dem 25 Kilometer langen Lauf von Wernigerode nach Bennekenstein, oder dem 28 Kilometer langen Lauf über den 600 m hohen Poppenberg von Bennekenstein nach Nordhausen.

Während man am Vortag noch T-Shirt tragen konnte, froren die Läufer beim Start um 8:30 Uhr in Wernigerode bei Nieselregen und 4 Grad Celsius. Aber die Vorfreude auf einen von Peter Unverzagt vom Skiklub Wernigerode wie immer grandios organisierten Wettkampf hielt alle Teilnehmer warm. Es gibt wohl keinen Organisator, der von 5:30 Uhr bis 18 Uhr überall (!) auf der Strecke anzufinden ist. Ein Organisator, der Startnummern austeilt, den Startschuss gibt, auf der Strecke die Läufer motiviert und fotografiert, im Ziel jeden Läufer begrüßt und so viele wie möglich persönlich ansagt – bitte mehr davon!

Die Ultradistanz mit 51 Kilometern geht über 1.200 Höhenmeter von Wernigerode, den 507 Meter hohen Hilmersberg, direkt über die Zillierbachtalsperre durch den Harz bis zur Weggabelung nach Benneckenstein, wo die 25-km-Läufer sich verabschieden und die 28-km-Läufer starten. Der Weg führt weiter durch das beschauliche Harzörtchen Sophienhof, entlang einer Ziegenalm zum alten Rabensteiner Stollen. Dort wartet mit dem über 600 m hohen Poppenberg die wahre Herausforderung des Laufes. Hat man diesen bezwungen, erreicht man Kilometer 39 und kann sich auf einen herrlichen Lauf bergab ins mittelalterliche Neustadt/Harz und in das verträumte Rüdgsdorf mit seinen original Harzer Bisons freuen. Das Ziel ist schließlich im Fußballstadion des SV Wacker Nordhausen erreicht.

Die Harzquerung 2013 wurde zur regelrechten Schlammschlacht.

Bild: Foto-Team-Müller

Auf einer völlig aufgeweichten Strecke mit regelrechten Schlammlachen bewiesen die Sportler ihr außergewöhnliches Durchhaltevermögen. Bestzeiten waren zwar unter den gegebenen Voraussetzungen unmöglich, jedoch waren die Siegerzeiten mehr als respektabel. Über 51 Kilometer gewann Andre Krohn (MHK) aus Hohen Neuendorf in Brandenburg gemeinsam mit Andreas Schneidewind (M45) von der SV Germania Helmstedt, da beide zeitgleich (!) in 4 Stunden und 18 Sekunden die Ziellinie überquerten. Platz 3 erreichte 33 Sekunden später Frank Kleinsorg (M40) vom ASFM Göttingen. Beste Frau wurde Claudia Herrmann (W30) von den „Rennschnecken Burkersdorf“ aus dem Landkreis Greiz in 4:47:40, vor Cornelia Hünersen (W50) aus Radeberg in 4:57:25 und Ulrike Lemke (W30) von den „Vegan Runners UK“ in 5:00:11.

Über die 28 Kilometer siegte Janko Schlöffel (DAV, 2:19:47), vor Thomas Kouschil (Klemme AG Nordhausen, 2:23:49) und dem bekannten Extremsportler und Laufreisenveranstalter Björn Grass (Laufteam Björn Grass; 2:28:40). Bei den Frauen siegte hier Judith Sachse (AlpinClub Berlin; 2:41:33) vor Tina Herrmann (Rennschnecken Burkersdorf; 2:46:55) und Annegret Baumann (Dresden; 2:47:08).

Sebastian Kurch

Bild: Foto-Team-Müller

Schmutzig aber glücklich nach 51 Kilometern Harzquerung.

Die 25-Kilometer-Strecke absolvierte Thomas Kühlmann (Nordischer Skiverein Wernigerode; 1:40:18) am schnellsten, vor Eike Eyermann (Brockenlaufverein; 1:44:29) und Felix Fleischer (NSV Wernigerode; 1:47:13). Luisa Merkel (NSV Wernigerode; 2:06:17) siegte vor Britta Menz (Menz-4-Trails; 2:22:09) und Nicole Alberti (Brockenlaufverein Drübeck; 2:24:12).

Die familiäre Atmosphäre unter Extremsportlern, die liebevolle Organisation, die 5-Sterne-Verpflegungsstationen und die traumhafte Landschaft zeichnen diesen Lauf besonders aus und bringen ihn Jahr für Jahr immer höher in der Beliebtheitsskala. Dabei muss man sich bewusst sein, dass die Strecke Straßen und breite Waldwege vermeidet und fast ausschließlich auf schmalen Wanderwegen stattfindet. Auf Rückfrage musste der Veranstalter eingestehen, dass man in diesem Jahr die Kapazitätsgrenze für die kleinen Wanderwege erreicht hat. Also heißt es im kommenden Jahr: früh melden!

Wir freuen uns schon darauf – dann aber bei Sonnenschein!



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