Dopingskandal

Russischer Verband von IAAF gesperrt

Der internationale Leichtathletik-Verband hat den russischen Verband und damit alle Athleten, die über Vereine mit dem Verband verbunden sind, gesperrt.

Dopingsünderin Liliya Shobukhova

Dopingsünderin Liliya Shobukhova

Bild: photorun.net

Nach entsprechenden Untersuchungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat der internationale Leichtathletik-Verband den russischen Verband und damit alle Athleten, die über Vereine mit dem Verband verbunden sind, gesperrt. Die WADA hatte den Russen staatlich unterstütztes Doping vorgeworfen und in der Folge auch dem international anerkannten Anti-Doping-Labor in Moskau die Zulassung entzogen. Dem Chef des Labors, der laut einem Bericht der BBC inzwischen seine Position aufgegeben hat, warf die WADA vor, 1.400 Dopingproben vernichtet zu haben.

Immer mehr russische Athleten wurden in der letzten Zeit des Dopings überführt. Darunter sind etliche Athleten aus dem Ausdauerbereich und Medaillengewinner von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. 52 russische Leichtathleten finden sich auf der aktuellen IAAF-Liste gesperrter Athleten - damit liegt Russland in dieser Statistik mit Abstand vorne. Die prominenteste des Dopings überführte Marathonläuferin ist Liliya Shobukhova, die unter anderem die Rennen von London und Chicago gewann. Die zweimalige russische World Marathon Majors (WMM)-Siegerin - diese Titel wurden ihr inzwischen entzogen - darf jedoch in dem Augenblick wieder starten, wenn die Sperre gegen Russland aufgehoben wird. Wie die WADA erklärte, wurde die Sperre gegen Shobukhova um sieben Monate auf zwei Jahre und sieben Monate verkürzt. Dieser Zeitraum endete bereits Ende August. Die WADA erklärte, die Verkürzung hinge damit zusammen, dass Shobukhova die WADA entscheidend bei der Aufklärung des russischen Dopingskandals unterstützte.

In den Dopingskandal verwickelt sind offenbar auch der langjährige, senegalesische IAAF-Präsident Lamine Diack - der im August von Sebastian Coe abgelöst wurde -, dessen Sohn Papa Massata, sein Berater Habib Cisse und der frühere Anti-Doping-Chef des Verbandes, Gabriel Dolle. Laut BBC und anderen Medien ermittelt die französische Polizei gegen diese Personen, denen vorgeworfen wird, Bestechungsgelder kassiert und dafür positive Dopingproben unter den Tisch gekehrt zu haben. Bereits im vergangenen Winter hatte die ARD in einer Sendung über das russische Dopings-System auf die Verbindung zu hohen IAAF-Funktionären hingewiesen.

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