Olympische Spiele

Russischer Sieg im olympischen 3.000 Meter Hindernislauf

Die Russin Yuliya Zaripova gewann sou­ve­rän das olympische Finale über die 3.000 Meter Hindernis in 9:06,72 Minuten. Gut platzieren konnten sich die deutschen Starterinnen.

Antje Möldner-Schmidt

Antje Möldner-Schmidt erreichte in London einen starken siebten Platz im Hindernisfinale.

Bild: photorun.net

In einem hochklassigen Finale über 3.000 m Hindernis hielt die Russin Yuliya Zaripova die Afrikanerinnen auf Distanz und gewann die Goldmedaille. Dabei erzielte die 26-Jährige mit 9:06,72 Minuten die viertschnellste je gelaufene Zeit über diese Distanz und stellte eine Jahresbestmarke auf. Während die Tunesierin Habiba Ghribi als Zweite mit einer nationalen Rekordzeit von 9:08,37 Minuten überraschte, sicherte sich Sofia Assefa (Äthiopien) die Bronzemedaille mit 9:09,84. Die mitfavorisierte Kenianerin Milcah Cheywa verpasste als Vierte die Medaillenränge ganz knapp (9:09,88). Hervorragend schlugen sich währenddessen die beiden deutschen Läuferinnen: Antje Möldner-Schmidt (SC Cottbus) belegte Rang sieben und Gesa Felicitas Krause (Eintracht Frankfurt) wurde Achte. Während Möldner-Schmidt mit 9:21,78 Minuten die drittbeste Zeit ihrer Karriere und eine Saisonbestzeit lief, verbesserte Krause ihre Bestzeit nochmals und erreichte nach 9:23,52 das Ziel. Dies dürften die besten Leistungen deutscher Läufer bei den Olympischen Spielen bleiben.

Von der Spitze weg lief Yuliya Zaripova zum Sieg. Besonders in der zweiten Rennhälfte forcierte sie dabei das Tempo derart, dass keine der Favoritinnen aus Äthiopien und Kenia an ihr vorbei kamen. Die Russin hat nun in Reihenfolge den Europameisterschaftstitel 2010, die Weltmeisterschaft 2011 und das Olympia-Gold gewonnen. „Ich bin hierher gekommen, um die Goldmedaille zu gewinnen. Ich hätte aber gedacht, dass das schwerer wird. Meine Konkurrentinnen waren nicht so stark wie erwartet“, erklärte Yuliya Zaripova

Während die Weltrekordlerin und Titelverteidigerin Gulnara Galkina (Russland) ausstieg, waren Antje Möldner-Schmidt und Gesa-Felicitas Krause hinter der russischen Siegerin die nächstbesten Europäerinnen in diesem Finale. „Ich habe vor einem Jahr schon davon geträumt, dass ich in London das Finale erreichen könnte – aber ich hätte nicht für möglich gehalten, dass ich dann so weit vorne dabei sein könnte“, sagte Antje Möldner-Schmidt, die sich vor gut einem Jahr nach einer schweren Krankheit wieder zurückgemeldet hatte.

„Es war klar, dass ich hier im Finale nicht ganz nach vorne laufen kann. Zudem waren meine Beine noch etwas schwer vom Vorlauf“, sagte Gesa Felicitas Krause, die vor wenigen Tagen 20 Jahre alt wurde. Wäre sie noch 19, hätte sie ihren eigenen Junioren-Europarekord gebrochen. Sehr zufrieden zeigte sich die Hindernisläuferin, die sicherlich noch gutes Steigerungspotenzial hat. „Mit jedem Lauf lerne ich auch etwas dazu.“

Im 1.500-m-Halbfinale steht bei ihrer Olympia-Premiere Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg). Neben den vier Schnellsten der drei Vorläufe qualifizierten sich auch noch jene fünf Läuferinnen, die aus allen drei Vorläufen zusammen die nächsten Plätze belegten und dabei die besten Zeiten erreichten. So kam Corinna Harrer ins Halbfinale, obwohl sie im ersten Vorlauf lediglich Rang zehn mit 4:07,83 Minuten belegt hatte. Doch ihre Zeit war schnell genug und sie hatte Glück, dass sie gerade noch so in die nächste Runde kam.

Ausgeschieden ist dagegen der 800-m-Läufer Sören Ludolf (LG Braunschweig). Er wurde in seinem Vorlauf Siebenter mit 1:48,57 Minuten und hatte damit keine Chance, die nächste Runde zu erreichen.

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