Towerrunning

Rekordwochen in der Herbstsaison

Thomas Dold meldete sich mit einer guten Form in der Treppenlauf-Szene zurück und siegte in Mailand.

Towerrunning

Der Pole Piotr Lobodzisnki, der in Fachkreisen als großes Talent und potentieller Dold-Herausforderer der kommenden Jahre gilt.

Bild: Sebastian Wurster

Beim einzigen italienischen Treppenrennen in Mailand war dabei im Jahre 2011 nur ein Turm zu bezwingen. Im Grattacielo Palazzo Lombardia warteten 866 Stufen auf die versammelte europäische Elite. Die Organisatoren luden basierend auf dem Towerrunning World Cup und dem Zwischenstand des vom italienischen Berglaufverband ISF ausgetragenen Vertical World Circuit die besten Treppenläufer zum Rennen ein, wodurch eine außergewöhnliche Feldbesetzung erreicht wurde. Mit am Start waren auch die deutschen Spitzenläufer Matthias Jahn und Thomas Dold, der das Rennen im Vorjahr gewann und der in Mailand mit einem Sieg die Führung im diesjährigen Weltcup-Ranking übernehmen konnte.

Thomas Dold hatte nach seiner Siegesserie im Mai und Juni durch den Wegfall des von ihm in den vergangenen Jahren dominierten Sydney Tower Run Up eine lange Treppenlauf-Sommerpause, sodass alle Beteiligten gespannt waren, ob er die starke Form aus der ersten Saisonhälfte konservieren konnte. Gespannt war die Szene auch auf die Nagelprobe für einen Mann, der von einigen bereits jetzt als Dold-Nachfolger und größtes Treppenlauf-Talent der vergangenen Jahre betrachtet wird: Piotr Lobodzinski. Der polnische Towerrunner hatte Thomas Dold bereits beim Skyrun Berlin mit einem Rückstand von weniger als einer Sekunde beinahe den Sieg verdorben und nach einem weiteren zweiten Rang im Bielawa Anfang September dann beim Masters Rennen seinen ersten Treppen-Triumph errungen.

Nun stand der Pole zusammen mit Thomas Dold und Lokalmatador Fabio Ruga in Mailand im Fokus. Dabei war der Vertical Sprint nicht sein erstes Rennen an jenem Wochenende. Bereits zwei Tage vorher ging er im tschechischen Olmütz an den Start und belegte nach Qualifying und Finalrennen im RCO-Tower den zweiten Rang hinter dem bisherigen Weltcup-Spitzenreiter Tomas Celko (SVK). In Mailand war Lobodzinski dann fast 8 Sekunden schneller als Fabio Ruga und fast 14 Sekunden vor dem deutschen Mitfavoriten Matthias Jahn im Ziel.

Noch besser schlug sich auf den Mailänder Treppen nur einer: Thomas Dold war erneut unbezwingbar und wies seinen polnischen Herausforderer in die Schranken. Mehr als 10 Sekunden nahm er Lobodzinski auf den 142 Höhenmetern ab. Mit Schwarzwälder Kirschtorte, welche er im Glas nach Mailand transportierte um auf seinen heimischen Nachtisch nicht verzichten zu müssen, feierte Dold den wichtigen Sieg und die Übernahme der Weltcupführung.

Matthias Jahn hatte weniger Grund zum Feiern. Der erste Sieg nach seinem Towerrunning-Comeback sollte auch in Mailand nicht gelingen. Der sechste Rang dürfte auch im stark besetzten italienischen Masters Rennen eindeutig nicht seinen Erwartungen entsprochen haben. Gleiches gilt auch für die italienische Weltcup-Führende Cristina Bonacina. Rang 6 beim Heimrennen in einem bei weitem nicht auf dem Niveau des Herren-Laufes besetzten Feld darf man durchaus als schwere Niederlage werten. Den Sieg trug eine andere Italienerin davon: Valentina Belotti, welche bereits ihre Towerrunning-Premiere beim Taipei 101 Run Up gewann, war fast 20 Sekunden schneller als Weltcup-Vorjahres-Champion Melissa Moon aus Neuseeland und schaffte damit nach nur zwei Rennen den Sprung in die Top 10 der Damen-Weltrangliste.

Los Angeles und das Czech Run Up-Finale im Fokus

Auch in Nordamerika wurden viele Punkte vergeben. Nachdem sie sich nach den zahlreichen US-Rennen im Februar und März in den Ranglisten gut platziert hatten, fielen die amerikanischen Athleten während der europäischen Frühjahrs- und Sommersaison in den Ranglisten zunehmend zurück. Nun ergab sich beim einzigen Masters Rennen an der US-Westküste in Los Angeles die Chance, wieder einen Sprung nach vorne zu machen. Auf dem Siegerpodest fanden sich bekannte Namen wieder: Jesse Berg gewann vor Kevin Crossman und Wesley Reutimann (alle USA).

Bei den Damen triumphierte wie in den Vorjahren Erika Aklufi. Erneut enttäuschend war hingegen die Vorstellung der Weltcup-Zweiten der Saison 2010: Sandra Nunez aus Mexiko kommt im Jahre 2011 einfach nicht in Fahrt. Bei keinem Masters Rennen kam sie in diesem Jahr über Rang 5 hinaus. Auch in Los Angeles gab es mit der siebtbesten Zeit keinerlei aufsteigende Tendenz zu verzeichnen. Wenn sie noch eine Option in Richtung Weltcup-Podium wahren möchte, müsste sie bei den ausstehenden Rennen ihre Leistung aufgrund des großen Punkterückstandes und der erneut vergebenen Chance erheblich steigern.

Ebenfalls im Fokus der Towerrunning-Szene stand das Finale der tschechischen Run Up Serie in Olmütz. Nach dem letzten regulären Rennen der Serie am Freitag durften sich die besten Athleten der Serie dann am Sonntag nochmals zum großen Finalevent einfinden. Dem Ruf nach Olmütz sind die ausländischen Spitzenläufer allerdings nicht gefolgt. Das am gleichen Tag stattfindende Rennen in Mailand sowie das Berglauf-Sprint-Spektakel beim Red Bull 400 am Kulm führten zu einem unterklassig besetzten Finalrennen bei der tschechischen Run Up Serie.

Während sich Treppenläufer Tomas Celko, der vier von sechs Rennen der Serie gewinnen konnte, beim Event des österreichischen Dosen-Imperiums an der Skiflugschanze versuchte und sich mit Rang 4 durchaus erfolgreich gegen die Berglauf-Spezialisten behaupten konnte, gewann Lukas Olejnicek das ausschließlich national besetzte Finale in Olmütz, das außerdem als Tschechische Meisterschaft ausgeschrieben war. #

Insgesamt kann an dieser Stelle wieder ein positives Resümee bezüglich der wie in den Vorjahren hervorragend organisierten Serie gezogen werden. Eine optimierte Terminierung des Finales in besserer Abstimmung mit anderen Großveranstaltungen, die Aufnahme weiterer osteuropäischer Top-Events sowie die Wiedereinführung der zwischenzeitlich vom Towerrunning Office geführten Gesamtwertung könnten die Bedeutung der Run Up Serie international allerdings noch weiter stärken.

Aus deutscher Sicht gab es am Towerrunning-Großwochenende neben dem Dold-Sieg in Mailand noch weitere Highlights zu vermelden: Im Studentenwohnheim Lechbrücke in Augsburg trafen sich Treppenläufer aus Deutschland und Österreich zum Vergleichskampf. Es siegten die deutschen Top 10-Läufer Enrico Gäbe und Kerstin Sewczyk vor den Österreichern Rolf Majcen und Julia Evangelist. Einen Tag später trat Gäbe dann auswärts in Hall an und erzielte mit Rang 3 wieder ein Podiumsergebnis. Beim Damen-Rennen in Hall konnte die deutsche Weltcup-Dritte der Saison 2009 Marie-Fee Breyer den Vorjahressieg wiederholen.

Piotr Lobodzinski bei seinem Freudensprung zum Sieg.

Bild: Sebastian Wurster

Extremster urbaner Treppenlauf in Europa

Anfang Oktober stand dann das letzte europäische Masters-Rennen der aktuellen Saison an. Die Millennium City Wien und der assoziierte Millennium Tower waren der Schauplatz für das bislang längste Indoor-Rennen der aktuellen Saison. Im 202 Meter hohen Turm am Wiener Handelskai hatten die Läufer die Wahl zwischen dem Light Climb über 48 Stockwerke (843 Stufen) oder dem Extreme Climb über die dreifache Distanz (2529 Stufen). Der Extreme Climb umfasst damit mehr Stufen als die legendären Klassiker im Empire State Building, beim Taipei 101 oder beim Weltcup-Finale in Bogota. Da Indoor-Läufe dieser Größenordnung architektonisch bedingt nicht zum europäischen Standard-Programm gehören, existieren nur wenige Erfahrungswerte für derartige Events, sodass der Rennausgang kaum vorhersehbar war.

Angetreten waren Spitzenläufer aus 11 Nationen sowie die gesamte österreichische Towerrunning-Elite. Die Taktiken und Herangehensweisen waren – auch bedingt durch die differenzierten Wertungskriterien des Towerrunning World Cup und der von Towerrunning-Präsident Michael Reichetzeder initiierten nationalen Rennserie Towerrunning Austria, welche neben der Gesamtzeit auch die schnellsten Einzelzeiten aus Light und Extreme Climb mit wertvollen Punkten honorierten – sehr unterschiedlich. Während die italienische Equipe nahezu geschlossen im Light Climb antrat und auf eine schnelle Einzelzeit abzielte, kämpften die osteuropäischen Favoriten im Extreme Climb um den Gesamtsieg. Die beiden österreichischen Top 10-Läufer Rolf Majcen und Norbert Lechner versuchten sich am Extreme Climb, gingen aber mit Blick auf eine schnelle Einzelzeit zu schnell an und mussten das Rennen später aufgeben. Mit der fünftbesten Laufzeit des Tages konnte Rolf Majcen seinen Weltcup Top 10-Rang im Weltcup festigen und die Führung in der Serie Towerrunning Austria verteidigen. Norbert Lechner gelang nur die siebtbeste Zeit, wodurch er in beiden Ranglisten hinter Majcen zurückbleibt. Für den österreichischen Erfolg des Tages sorgte unterdessen Julia Evangelist mit ihrem überlegenen Sieg im Extreme Climb.

Polens Treppenlauf-Talent überragend

Ein erfolgreiches Abschneiden beim Wiener Masters Rennen erhofften sich nach dem Ende der tschechischen Run Up Serie auch die aus Polen und Tschechien angereisten Läufer. Als Top 10-Athleten zählten Piotr Lobodzinski (POL) und Pavel Holec (CZE) zu den Mitfavoriten auf den Sieg. Die Vorzeichen an diesem Tage waren für beide allerdings denkbar schlecht. Lobodzinski hatte eine beschwerliche Anreise und traf erst am Turm ein als das Rennen bereits lief. Somit musste er seinen ersten Lauf ohne relevante Aufwärmphase ganz am Ende des Feldes antreten, wodurch er sich mühsam durch das Amateurfeld kämpfen musste und nach dem ersten Aufstieg noch hinter dem Deutschen Jan Wilker zurücklag.

Pavel Holec wurde Opfer einer vom Organisator nicht optimal ausgearbeiteten Startliste, welche ihn in mitten des Feldes der Hobbyläufer ins Rennen warf. Auch war für beide die Regenerationspause zum zweiten Lauf, der in der Reihenfolge der Zeiten des ersten Laufes, beginnend mit den besten Athleten, gestartet wurde, sehr kurz. Dennoch konnte sich Lobodzinski in Runde 2 auf nun freier Strecke um fast 15 Sekunden steigern und die Führung übernehmen. Beim dritten Climb verteidigte er seinen Platz an der Spitze dann souverän. Als einem von nur drei Läufern gelang es ihm, die 843 Stufen in allen drei Aufstiegen in jeweils weniger als vier Minuten zurückzulegen. Mit einer Gesamtzeit von 11:36,7 Minuten verbesserte er den Streckenrekord für den Extreme Climb im Vergleich zum Vorjahr um deutlich mehr als zwei Minuten. Eine auch angesichts der ungünstigen Rahmenumstände grandiose Vorstellung, mit welcher er endgültig einen Platz in der absoluten Weltspitze einnimmt und sich nun berechtigte Hoffnungen auf einen Medaillen-Rang in der Weltcup-Tabelle machen darf. Auch der Gesamtsieg ist rechnerisch noch in Reichweite, dafür müsste das polnische Talent, das angeblich nur einmal wöchentlich gezielt für den Towerrunning-Sport trainiert, aber den letzten Schritt zur Legende schaffen: Er müsste Thomas Dold im direkten Duell bei einem oder mehreren Masters Rennen besiegen. Ob ihm dies 2011 bei den Übersee-Rennen noch gelingen wird, bleibt fraglich. Spätestens in der kommenden Saison könnte es aber eng werden für Thomas Dold, wenn Lobodzinski seine grandiose Entwicklung fortsetzen und sich mit der Erfahrung aus dieser Saison noch gezielter auf die Rennen vorbereiten kann. Beim Millennium Tower Run Up wirkte der Pole allerdings erst einmal erleichtert und glücklich über seinen ersten großen Triumph in einem Masters Rennen.

Weniger gut lief es an diesem Tag für Pavel Holec. Nach einer trotz vieler Überholmanöver starken ersten Runde fiel er entkräftet zurück und musste sich am Ende mit Gesamtrang 10 zufrieden geben. Für die Überraschung des Tages sorgte stattdessen ein anderer Tscheche: Der 19-jährige Nachwuchstreppenläufer Pavel Ondrasek erklomm bei seinem ersten internationalen Auftritt außerhalb der tschechischen Run Up Serie als Dritter des Extreme Climb das Podium. Damit wurde der Szene erneut verdeutlicht, dass die konsequente sportliche Förderung der Treppenlauf-Jugend in Osteuropa Früchte träg.

Namhafte Läufer wie Enrico Gäbe (GER), Daniel Ackermann (SUI) untd Ignacio Cardona (ESP) hatte Ondrasek beim längsten europäischen Indoor-Climb hinter sich gelassen. Dass es sich nicht um einen einmaligen Effekt durch die ungewöhnliche Distanz zu handeln scheint, zeigt die Tatsache, dass Ondrasek auch bei den Sprintrennen der Run Up Serie stets in den Top 6 zu finden war. Der junge und vielseitige Tscheche stürmte durch seinen Wien-Erfolg auf Rang 23 der Weltrangliste nach vorne und hat auch die Top 10 durchaus noch im Blick.

Italienischer Tag in Wien
Einen italienischen Tag erlebte hingegen der Light Climb, der nur einmal über die 843 Stufen führte. Trotz teilweise ungünstiger Startpositionen zwischen Hobby- und Jugendläufern gab es einen Damen-Doppelsieg durch Alessandra Valgoi und die Weltcup-Führende Cristina Bonacina. Auch bei den Herren war die italienische Equipe, die im Jahre 2011 nun auch in der Breite auf Weltklasse-Niveau vertreten ist, nicht zu schlagen. Fabio Ruga siegte überlegen und nahm Thomas Dold dadurch die Führung im Vertical World Circuit zumindest kurzfristig wieder ab. Mit der zweitschnellsten Rundenzeit hinter dem im Extreme Climb erfolgreichen Piotr Lobodzinski konnte er außerdem auch im Weltcup mächtig Boden gut machen und belegt hinter dem Polen nun Rang 5 in der Rangliste. Erwähnenswert aus anderem Grunde sind die Leistungen der Italiener Roberto Toffano und Davide de Maria in Wien. Sie konnten vom 48 Stockwerke hohen Treppenhaus nicht genug bekommen und nahmen sowohl im Light als auch im Extreme Climb teil, sodass sie den Turm insgesamt vierfach erklommen. De Maria erreichte trotz der Mehrbelastung noch die Punkteränge, während Toffano knapp daran vorbeischrammte. Glücklich waren beide trotzdem, immerhin wurde die ganze Mühe auch vier Mal mit dem grandiosen Ausblick von der ins Sonnenlicht getauchten Dachterrasse des Millenium Tower auf den Wiener Donaupark und Europas zweitlängsten Fluss belohnt. Einen traurigen Touch bekam die Stimmung vieler Teilnehmer sicher beim Blick auf Österreichs höchsten Turm: Europas legendärster Treppenlauf im Wiener Donauturm wurde in diesem Jahr leider zum dritten Mal in Folge kurzfristig ausgesetzt. Es bestehen allerdings berechtigte Hoffnungen, dass diese Wunde in der europäischen Towerrunning-Landkarte im kommenden Jahr geschlossen wird.

Sewczyk, Gäbe, Wilker – Deutschlands Treppensportler im Aufwind
Bleibt zum Abschluss noch die Frage, was der Lauf im Wiener Millennium Tower für die deutschen Läufer brachte. In Abwesenheit von Thomas Dold und Matthias Jahn, die sich nach ihrem Auftritt in Mailand für die kommenden Aufgaben regenerierten, standen andere Namen im Interesse der deutschen Treppenlauf-Community. Im Light Climb waren die schwarz-rot-goldenen Farben durch Kerstin Sewczyk würdig vertreten. Mit Rang 3 hinter dem italienischen Doppel und der viertschnellsten Laufzeit konnte sie den dritten Weltcup-Rang in ihrer ersten kompletten Towerrunning-Saison verteidigen. Durch die deutliche Niederlage gegen Cristina Bonacina vergrößerte sich allerdings ihr Rückstand auf die World Cup-Führende, sodass der Traum vom Gesamtsieg für Sewczyk wohl ausgeträumt sein dürfte. Eine erneut solide Leistung zeigte auch Enrico Gäbe, der nach vielen Rennen in den vergangenen Wochen mit Rang 5 im Extreme Climb wieder gut punkten konnte. Auch wenn er seinen Vorjahressieg auch aufgrund des deutlich stärker besetzten Feldes nicht wiederholen konnte, zeigte sich Enrico Gäbe sehr zufrieden. Nach zwei Top 15-Rängen im Jahre 2009 und 2010 könnte ihm nun erstmals der Sprung in die Top 10 der Saisonabschlusstabelle gelingen. Aktuell ist der beständig in der erweiterten Weltspitze laufende Gäbe auf dem 6. Rang zu finden. Für das stärkste deutsche Ergebnis des Tages sorgte dann aber Jan Wilker, der nach seinem Sieg beim Auftaktrennen der Saison 2011 eine lange Pause einlegte und nun mit Rang 2 im Wiener Extreme Climb wieder auf dem Weg in Richtung Top 30 unterwegs ist. Zwischenzeitlich lag der Berliner sogar in Führung, konnte dann aber vor allem beim zweiten der drei Aufstiege im Millennium Tower das Tempo des überragenden Piotr Lobodzinski nicht mitgehen. Insgesamt war es wieder ein erfolgreicher Tag für den deutschen Treppensport. Mit dem Punkteregen von Mailand und Wien steht das deutsche Team dicht vor dem zweiten Gesamtsieg in der Weltcup-Nationenwertung, während die Vorjahressieger aus den USA sich nun gegen die erstarkten Italiener im Kampf um Platz 2 erwehren müssen.

Grand Final in Bogota
Nach den Veranstaltungs-intensiven Wochen zum Herbstbeginn stehen nach dem Business Tower Climb in Wien natürlich noch die großen Highlights außerhalb des europäischen Kontinentes an. Beim SkyRise Chicago im Willis Tower und dem Swissotel Vertical Marathon Ende November in der südostasiatischen Löwenstadt Singapur warten internationale Teilnehmerfelder mit herausragender Besetzung auf den letzten Punkteregen vor den Finalrennen in Südamerika. Nachdem in Sao Paulo am 3. Dezember der Vertical World Circuit mit einem Einladungsrennen sein diesjähriges Finale erleben wird und zugleich den Rahmen für das vorletzte Masters Rennen des Jahres bietet, geht es fünf Tage später traditionell zum großen Weltcup-Finale beim Ascenso Torre Colpatria in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Neben einem Open Climb mit zuletzt mehr als 5000 Hobby- und Jugendläufern wartet für die Elite ein im Wellenstart mit mehreren Läufern im direkten Kampf ausgetragenes Duell der besten internationalen Läufer gegen die kolumbianischen Spitzen-Athleten. Letztes Jahr hatten nicht zuletzt aufgrund der ungewohnten Höhenlage des Venues und des damit geringen Sauerstoffpartialdruckes die an die Bedingungen adaptierten kolumbianischen Läufer die Nase vorne.

2011 möchte die internationale Elite zurückschlagen und dafür haben Veranstalter und Weltcup-Organisation die Top 3-Läufer des Towerrunning World Cup zum Finale eingeladen. Unter Ihnen ist natürlich auch der Ranglisten-Führende und Vorjahres-Champion Thomas Dold, der nach der Rennaufgabe im Vorjahr beim herausragend dotierten Finalrennen in diesem Jahr mit den Erfahrungen von 2010 einem Podiumsrang anvisieren und einen Teil vom Preisgeld-Kuchen gewinnen möchte. In der kommenden Woche wird in Bogota das Weltcup-Finale bei einem großen Pressetermin vorgestellt und in der Folge dürfen sich noch weitere Läufer Hoffnungen auf die Qualifikation für das Finalrennen und gegebenenfalls auch eine der begehrten Einladungen machen. Eine Menge geeigneter Kandidaten hierfür haben sich in den vergangenen beiden Wochen ja herausragend präsentiert.



Die Ergebnisse im Überblick:


Mailand



Herren
1 Thomas Dold GER 3:46,6
2 Piotr Lobodzinski POL 3:57,1
3 Fabio Ruga ITA 4:04,6
4 Alberto Gramegna ITA 4:10,1
5 Omar Bekkali BEL 4:10,5
6 Matthias Jahn GER 4:11,0


Damen
1 Valentina Belotti ITA 5:03,3
2 Melissa Moon NZL 5:22,8
3 Ivonne Martinucci ITA 5:25,5
4 Alessandra Valgoi ITA 5:26,7
5 Joanna Drelicharz ITA 5:35,6
6 Cristina Bonacina ITA 5:40,9


Millennium City Run Up


Light Climb Herren
1 Fabio Ruga ITA 3:47,0
2 Rolf Majcen AUT 3:58,4
3 Norbert Lechner AUT 4:03,1


Light Climb Damen
1 Alessandra Valgoi ITA 5:07,7
2 Cristina Bonacina ITA 5:20,0
3 Kerstin Sewczyk GER 5:42,7


Extreme Climb Herren
1 Piotr Lobodzinski POL 11:36,7
2 Jan Wilker GER 11:46,2
3 Pavel Ondrasek CZE 11:57,2


Extreme Climb Damen
1 Julia Evangelist AUT 17:06,9
2 Beatrix Wurzinger AUT 20:44,7
3 Marianne Poller-Peroutka AUT 21:25,7


Beste Rundenzeiten Herren
1 Piotr Lobodzinski POL 3:44,0
2 Fabio Ruga ITA 3:47,0
3 Jan Wilker GER 3:54,1


Beste Rundenzeiten Damen
1 Alessandra Valgoi ITA 5:07,7
2 Cristina Bonacina ITA 5:20,0
3 Julia Evangelist AUT 5:39,7


Towerrunning World Cup


Herren
1 Thomas Dold GER 920
2 Tomas Celko SVK 814
3 Jesse Berg USA 762
4 Piotr Lobodzinski POL 702
5 Fabio Ruga ITA 680
6 Enrico Gäbe GER 608
7 Rolf Majcen AUT 589,5
8 Pavel Holec CZE 572
9 Omar Bekkali BEL 520
10 Norbert Lechner AUT 480
11 Christian Riedl GER 466
12 Ignacio Cardona Torres ESP 454


Damen
1 Cristina Bonacina ITA 768
2 Kristin Frey USA 636
3 Kerstin Sewczyk GER 564
4 Cindy Harris USA 460
5 Julia Evangelist AUT 438
6 Kourtney Dexter USA 398
7 Marie-Fee Breyer GER 382
8 Sandra Nunez Castillo MEX 358
9 Valentina Belotti ITA 300
10 Alessandra Valgoi ITA 278
11 Alice McNamara AUS 240
12 Sylvia Jacobs GER 240


Nationen
1 Deutschland GER 2805
2 Vereinigte Staaten von Amerika USA 2541
3 Italien ITA 2304
4 Tschechien CZE 1555,5
5 Österreich AUT 1459
6 Polen POL 1266

Towerrunning:

Towerrunning in Wien