Olympia spezial

Rashid Ramzi holt Gold über 1.500 m

Denkbar knapp setzte sich Rashid Ramzi im 1.500 m-Finale gegen seinen Kontrahenten Asbel Kiprop durch.

Rashid Ramzi ist der neue Olympiasieger über 1.500 m. Der 28-Jährige aus Bahrain gewann sein erstes olympisches Gold in 3:32,94 Minuten vor dem Kenianer Asbel Kiprop (3:33,11) und dem Neuseeländer Nicholas Willis, der überraschend in 3:34,16 zur Bronzemedaille lief.

Rashid Ramzi aus Bahrain holt seine erste olympische Goldmedaille.

Bild: photorun.net

„Das ist ein riesiger Erfolg für Bahrain, denn wir sind nur ein sehr kleines Land. Aber auch in Marokko freuen sich die Menschen über diesen Erfolg“, erklärte Rashid Ramzi, der aus dem nordafrikanischen Land stammt.

Es war lange Zeit der Kenianer Augustine Choge, der das Tempo an der Spitze bestimmte. Erst 250 Meter vor dem Ziel ging Rashid Ramzi vorbei und zog einen langen Spurt an. Gefährlich nahe kam ihm auf der Zielgeraden Asbel Kiprop, doch der Doppel-Weltmeister von 2005 (800 und 1.500 m) hielt gegen und sicherte sich das Gold. „Ob ich jetzt auch über 5.000 Meter antreten werde, habe ich noch nicht entschieden. Ich habe zurzeit auch noch ein paar Schlafprobleme aufgrund der Zeitumstellung“, antwortete Rashid Ramzi auf die Frage, ob er nun jenen Doppelsieg anstrebt, den vor vier Jahren in Athen Hicham El Guerrouj (Marokko) schaffte.

Im Kampf um Bronze setzte sich Nicholas Willis durch. „Für mich ist das ein riesiger Erfolg und auch für Neuseeland – wir haben schließlich eine so große Tradition in den Mittelstrecken mit zum Beispiel Peter Snell oder John Walker. Ich denke, dieser neue Erfolg für Neuseeland kann auch Youngster motivieren, mit dem Laufen anzufangen“, erklärte der 25-jährige Nicholas Willis.


Dibaba gegen Defar im 5.000-m-Finale

Die Vorläufe über 5.000 m sorgten für weniger Überraschungen. Am Start stand auch die 10.000-m-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba, die damit einen olympischen Doppelsieg anstrebt. Die Äthiopierin gewann ihren Vorlauf in 15:09,89 Minuten vor der Kenianerin Sylvia Kibet (15:10,37) und der Türkin Alemitu Bekele (15:10,92). „Ich habe mich noch etwas müde gefühlt von den 10.000 Metern, aber jetzt kann ich mich etwas ausruhen und auf das Finale konzentrieren“, sagte Tirunesh Dibaba, die in diesem Jahr mit 14:11,15 Minuten ihrer Landsfrau Meseret Defar den 5.000-m-Weltrekord abgenommen hatte. Erstmals seit der Saison 2006 kommt es nun am Sonnabend im olympischen Finale zu einem Duell der beiden Äthiopierinnen.

Meseret Defar gewann das zweite Halbfinalrennen in 14:56,32 Minuten vor Vivian Cheruiyot (Kenia/14:57,27) und Lilia Shobukhova (Russland/14:57,77). Auch die Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen des 10.000-m-Rennens stehen im Finale über die halbe Distanz: Elvan Abeylegesse (Türkei) belegte in 14:58,79 Minuten Rang fünf im zweiten Halbfinale, die US-Amerikanerin Shalane Flanagan folgte einen Platz dahinter mit 14:59,69. „Das war nicht der Endlauf, ich werde wesentlich besser sein im Finale“, erklärte Elvan Abeylegesse, während Shalane Flanagan erklärte: „Das war hart heute und hat eigentlich keinen Spaß gemacht. Aber ich bin im Finale, nur das zählt.“ Neben ihr haben auch die beiden anderen US-Amerikanerinnen Jennifer Rhines (6. im ersten Rennen in 15:15,12) und Kara Goucher (7. im zweiten Lauf in 15:00,98) das Finale erreicht.