Towerrunning

Quo vadis Thomas Dold?

Sieger Kevin Crossman vor Javier Santiago und Rolf Majcen

Sieger Kevin Crossman vor Javier Santiago und Rolf Majcen (v.l.n.r.).

Bild: Javier Santiago

Thomas Dold, der neben Towerrunning und seiner zweiten Leidenschaft Rückwärtslauf derzeit auch intensiv mit seinem Run2Sky-Team am Projekt olympische Spiele in London 2012 arbeitet, hatte im April dann auch noch ein Treppenlauf-Highlight zu feiern. Beim ersten Treppenlauf in der Innenstadt von Schwäbisch Hall, bei dem auf einer Outdoor-Strecke neben einem schwierigen Wechsel zwischen Flachstücken, bergauf und bergab führenden Streckenpassagen auch 555 Stufen zu absolvieren waren, setzte er sich gegen ein starkes Feld mit 30 Sekunden Vorsprung durch. Weltcuppunkte gab es für seinen Sieg allerdings nicht, da das Rennen aufgrund des zu geringen Treppenanteils im Vergleich zur Gesamtstreckenlänge nicht als Towerrunning-Event berücksichtigt werden konnte. So bleibt es bei den mageren 240 Zählern auf dem Punktekonto von Thomas Dold.

Ähnlich schwach wie im Towerrunning World Cup ist die Platzierung von Thomas Dold aktuell auch beim von der italienischen Berglauforganisation ISF ausgetragenen Vertical World Circuit. Diese Treppenlaufserie umfasst acht Wettkämpfe und fünf bis sieben so genannte Trials, welche sich weitgehend an der Masters-Selektion des Weltcups orientieren. Da für den den Circuit aber nur zwei US-Rennen berücksichtigt werden, sind die Amerikaner im Ranking chancenlos, sodass anders als im Weltcup dort bereits in dieser Saisonphase die Europäer dominieren. Thomas Dold kann hiervon allerdings nicht profitieren, nur ein Start bei den hochklassigen Läufen in der Frühjahrssaison ist bei der zunehmenden Internationalität der Weltcup-Mastersrennen, von der auch der Vertical World Circuit profitiert, definitiv nicht mehr genug. Ganz unbedeutend ist die Serie für Dolds Kampf um den Weltpokal aber nicht, immerhin ist das Serienfinale in Sao Paulo als Weltcup-Masters-Rennen bis zu 120 Punkte wert und wie bei allen internationalen Rennserien bekommen die Gesamtsieger Bonuspunkte für das Weltcup-Ranking.

Müssen sich die deutschen Treppenlauf-Fans nun Sorgen machen im Hinblick auf die Verteidigung des Weltpokals? Definitiv ist seine Ausgangsposition Ende April so schlecht wie noch nie, der Rückstand auf die Spitze mit 388 Punkten weniger als Jesse Berg schon enorm groß. Andererseits hat er mit seinem ungefährdeten Triumph Anfang Februar in New York gezeigt, dass er sich nach dem Debakel beim Finale 2010 in Bogota wieder gut rehabilitiert hat und sein Potential gegenüber dem der Konkurrenz immer noch überlegen ist. Auch gäbe es alleine mit den kommenden Masters-Rennen in Berlin, Frankfurt und Taipeh mit drei Siegen 420 Weltcuppunkte zu verdienen. Nüchtern betrachtet sind Dolds Chancen auf den Gesamtsieg also durchaus noch intakt, dafür aber muss nun eine Serie von Podiumsplatzierungen ähnlich wie in den Vorjahren folgen. Definitiv scheint die Saison 2011 noch spannender zu werden als die beiden Vorjahre, die Treppenlauf-Fans dürfen sich auf großartige Rennen in den kommenden Monaten freuen.

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