Lydia Cheromei

Prag-Marathon statt Olympia

Das letzte der hochklassigen europäischen Frühjahrs-Marathonrennen wird am Sonntag in Prag gestartet. Lydia Cheromei, die vor einem Jahr in 2:22:34 Stunden siegte, startet erneut.

Lydia Cheromei

Lydia Cheromei will zwei Tage nach ihrem 35. Geburtstag erneut in Prag gewinnen.

Bild: photorun.net

Das letzte der hochklassigen europäischen Frühjahrs-Marathonrennen wird am Sonntag in Prag gestartet. Trotz des oftmals warmen Wetters und einer nicht ganz leichten Strecke, zu der sogar ein paar Kopfsteinpflaster-Passagen gehören, wurde in den vergangenen Jahren in der tschechischen Hauptstadt immer wieder schnell gelaufen. Die Kursrekorde der Kenianer Eliud Kiptanui (2:05:39 Stunden 2010) und Lydia Cheromei (2:22:34 vor einem Jahr) stellen Weltklassezeiten dar. Während zurzeit noch hochsommerliche Temperaturen herrschen, soll es sich am Wochenende deutlich abkühlen. Die Läufer könnten am Sonntag sehr gute Wetterbedingungen haben.

Im Mittelpunkt des Medieninteresses steht im Vorfeld des Rennens eine Frau: Lydia Cheromei ist als Titelverteidigerin nach Prag zurückgekehrt. „Prag ist meine zweite Heimat“, sagt die Kenianerin, die im vergangenen Jahr auch den Halbmarathon in der Stadt gewonnen hatte. Auch in diesem Jahr startete sie Ende März über die halbe Distanz und verbesserte ihre persönliche Bestzeit als Zweite auf 67:26 Minuten.

Im Januar hatte sich Lydia Cheromei, die heute ihren 35. Geburtstag feiert, auch im Marathon verbessert: In Dubai lief sie als Sechste 2:21:30 Stunden. Das ist eine Zeit, mit der sie bei den Olympischen Spielen theoretisch zum Kreis der Medaillenanwärterinnen zählen würde – doch es ist nicht gut genug, um für das kenianische Marathon-Team berücksichtigt zu werden. Das sagt viel über den enormen Leistungsstandard, den auch Kenias Frauen inzwischen erreicht haben.

Während sich ihre Trainingspartnerin Mary Keitany – die zurzeit wohl beste Marathonläuferin der Welt – auf Olympia in London vorbereiten darf, konzentriert sich Lydia Cheromei auf die City-Marathonrennen. „Das Training mit Mary war sehr motivierend für mich. Ich habe mich sehr für sie gefreut, als sie den London-Marathon gewann, und ich hoffe, dass ich in ihre Fußstapfen treten kann“, sagte Lydia Cheromei. „Ich weiß, dass es nicht leicht ist, unter 2:20 Stunden zu laufen, aber ich will es versuchen.“ Ihre Landsfrauen Agnes Kiprop (Zweite in Frankfurt 2011 mit 2:23:54) und Filomena Chepchirchir (2:24:21) sowie die in New York lebende Äthiopierin Misiker Mekonnin (2:25:21) sind die voraussichtlich schärfsten Konkurrentinnen von Lydia Cheromei.

Bei den Männern könnte ein kenianischer Debütant eine starke Rolle spielen: Philemon Limo. Auch er kennt Prags Straßen bereits. Im vergangenen Jahr gewann er den Halbmarathon in 59:30 Minuten. Im März lief er bei diesem Rennen als Dritter 60:03. Der schnellste verpflichtete Marathonläufer kommt aus Äthiopien: Deressa Chimsa belegte beim Dubai-Marathon im Januar Rang acht mit 2:05:42 Stunden.

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