Transruinaulta und Transviamala 2016

Poltéra und Sprenger siegten vor beeindruckender Kulisse

Die Kulisse beim dritten Transruinaulta über 42,2 km als auch beim 15. Transviamala über 19 km war beeindruckend bei perfektem Herbstwetter.

Transruinaulta 2016

An der Rheinschlucht beim Trainsruinaulta 2016.

Bild: Reiner Schilling

Die Bündnerin Ornella Poltéra und der Zürcher Raphael Sprenger gewannen den dritten Transruinaulta.

Daniel Bolt verpasste Sieg

Einzeln wurden die Läufer auf die Strecke geschickt. Als Erster nahm Daniel Bolt am frühen Vormittag vor dem Rathaus in Ilanz die 42,2 Kilometer in Angriff. Als Erster überquerte er knapp dreieinhalb Stunden später die Ziellinie bei der Mehrzweckhalle in Thusis. Gleichwohl reichte es ihm nicht zum Sieg am Transruinaulta. Wie vor einem Jahr – damals gewann Beat Ritter, welcher sich nach zwei starken Auftritten binnen 24 Stunden auch als Schluchtenkönig hatte feiern lassen können – musste der Schierser einem Gegner den Vortritt lassen. Dieser hieß Raphael Sprenger aus Zürich, der in 3:25:32 Stunden den Sieg holte.

Sprenger startete trotz Verletzung beim Transruinaulta 2016

Ins mit Einzelstart ausgetragene Rennen geschickt wurde Sprenger mit der Nummer 36. Wie jene von Daniel Bolt und weiteren nahezu 200 Gemeldeten war sie mit roter Farbe unterlegt – ein Zeichen, dass Raphael Sprenger eigentlich auch den Transviamala hätte bestreiten sollen. „Ich habe ein Startverbot“, erklärte Sprenger. Wegen einer Fußentzündung habe ihm die Ärztin eigentlich eine Wettkampfpause verordnet, nach Absprache mit ihr sei er den Transruinaulta nun aber „auf eigenes Risiko“ gelaufen.

Die Siegerehrung mit von links: Valerie Girsberger, Raphael Sprenger, Ornella Poltéra, Daniel Bolt und Waltraud Berger.

Bild: Reiner Schilling

Drei Anstiege auf den letzten sechs Kilometern

Auch wenn Raphael Sprenger zwischenzeitlich Schmerzen verspürte: „Die Teilnahme am Transruinaulta lohnte sich – ganz klar.“ Wie die anderen knapp 600 Starter schwärmte er nach vollbrachter Leistung von der „attraktiven Strecke“, den „top motivierten Helfern“ und der „genialen Atmosphäre“. Die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in der ersten Stunde des reizvollen Laufes und die letzten sechs Kilometer mit drei knackigen Aufstiegen – total waren 1.800 Höhenmeter zu bewältigen – erschwerten die läuferische Herausforderung zusätzlich.

Trotz des zweiten Platzes durfte sich Daniel Bolt zu den Gewinnern des Tages zählen. Den Transviamala und somit den zweiten Teil der Etappenwertung, konnte er als Erster des Zwischenklassements in Angriff nehmen. Seine Reserve auf Josef Vogt, den Vierten des Transruinaulta, betrug fünfeinhalb Minuten. Noch komfortabler präsentierte sich der Vorsprung von Waltraud Berger: Wie Daniel Bolt erreichte die Deutsche den zweiten Rang und besetzte bei Halbzeit des Laufwochenendes die Leaderposition. Der Abstand auf die an zweiter Stelle klassierte Corine Kagerer aus Wetzikon betrug beachtliche zwölf Minuten.

Beim Transruinaulta musste sich Waltraud Berger deutlich Ornella Poltéra geschlagen geben. Die siegreiche Ausdauersportlerin aus Domat/Ems sprach von einem „genussvollen Lauf an einem wunderschönen Herbsttag“. Während andere Läufer froh waren, nach dem Trailmarathon im Ziel zu sein, so hätte Ornella Poltéra problemlos noch ein paar Kilometer vertragen. „Kürzer dürfte der Transruinaulta nicht sein. Wenn der Transviamala an ihn angehängt würde, so wäre ich wohl auch in diesem Rennen dabei“, sagte die auf Ultra-Prüfungen spezialisierte Athletin.

Ein Marathon zum „20-Jährigen“

Zu den überglücklichen Finishern zählte auch Nök Ledergerber. Zusammen mit seiner Ehefrau Susanne Ledergerber startete der Stabschef Sport bei Schweizer Radio und Fernsehen in der Couple-Kategorie, welche Nora Senn und Thomas Pfiffner (Kreuzlingen) vor Caroline und Frank Maissen (Rhäzüns) für sich entschieden. „Im 20. Jahr unserer Beziehung wollten wir etwas Besonderes machen“, so das sportbegeisterte Paar aus Tamins. „Etwas, das uns immer in Erinnerung bleibt.“

Transruinaulta 2016

Bild: Reiner Schilling

Glückliche Läuferinnen auf der Strecke.

Transviamala als weiterer Genusslauf

„Mir fehlte jemand, der mich mitzog“, meinte beispielsweise Ornella Poltéra aus Domat/Ems, welche am Samstag in 4:13:02 Stunden den Trailmarathon gewann, im Ziel in Thusis. Zu jenem Zeitpunkt war sie überzeugt, das Laufpensum fürs Wochenende bewältigt zu haben. Letztlich konnte sie der Versuchung des mit 950 Steigungs- und 620 Gefällemeter gespickten Transviamala aber nicht widerstehen und nahm somit die Chance wahr, den Titel Schluchtenkönigin zu gewinnen. Zwar waren am Sonntag auf den 19 Kilometern von Thusis nach Donat die siegreiche Nicole Battaglia aus Almens und weitere fünf Läuferinnen schneller, für den klaren Sieg in der Kombinationswertung reichte es ihr gleichwohl.

175 erfolgreiche Doppelstarter

Insgesamt war Ornella Poltéra am Wochenende 5:56:53 Stunden in den Laufschuhen unterwegs. Daniel Bolt, welcher die beste Gesamtzeit bei den Männern realisierte, benötigte 62 Minuten weniger. Während der Schierser beim Transruinaulta den zweiten Rang hinter dem Zürcher Raphael Sprenger – wegen eines ärztlich verordneten Verbots verzichtete dieser auf den geplanten Doppelstart – erreichte, so klassierte er sich beim vom Adelbodner Jonathan Schmid gewonnenen Transviamala an neunter Stelle. Beide Läufe absolvierte er gesundheitlich angeschlagen, umso grösser schien der Stolz über den Gewinn des Schluchtenkönig-Titels.

Gross war die Freude bei sämtlichen Finishern. Speziell bei jenen 175, welche beide Läufe meisterten. „Vor ihnen habe ich grossen Respekt“, sagte Regierungsrat Jon Domenic Parolini am zweiten Veranstaltungstag im Zielgelände in Donat. Als Startsignal blies der Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Soziales im Ortszentrum von Thusis – wie tags zuvor Anja Beivi von Surselva Tourismus vor dem Rathaus in Ilanz – die Tiba, wie sich das traditionelle Hirteninstrument nennt. Musikalisch umrahmte die zwei Anlässe die Alphorngruppe Flims – was insbesondere die rund 200 ausländischen Teilnehmer begeisterte.

Transruinaulta 2015

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