Treppenlaufen

Plüschhasen im Messeturm

Der Spaßfaktor des Towerrunnings steht bei vielen Freizläufern im Vordergrund.

In Europa hat sich im Lauf der Jahre – auch im Zuge der Begeisterung über die Erfolge europäischer Läufer bei den Rennen in Nordamerika – ein buntes Repertoire an unterschiedlichsten Treppenläufen entwickelt. Vor allem Deutschland besticht dabei mit einem außergewöhnlich breiten Angebot. Hier gibt es weltweit die meisten Treppensprints, Rennen mit bis zu 300 Stufen.

Der Messeturm in Frankfurt am Main ist Austragungsort des längsten europäi­schen Indoor-Treppenlaufs.

Bild: Mylius / wikipedia

Aber auch mit dem anderen Extrem der Disziplin ist man hierzulande bestens bedient: Beim Mt.-Everest-Treppenmarathon im sächsischen Radebeul treffen sich jedes Jahr die ausdauerndsten Treppenläufer zu einem unvergleichlichen Rennen, das längst Kultstatus genießt. Zusammen mit dem Schweizer Niesenlauf und dem Treppencup in Partenen zählt das Event zu den imposantesten Outdoor-Treppenläufen weltweit.

Geradezu prädestiniert für den Towerrunning-Sport ist natürlich die deutsche Banken- und Wolkenkratzer-Metropole Frankfurt am Main, wo im Messeturm der längste europäi­sche Indoor-Treppenlauf ausgetragen wird. Diese Strecke nehmen nicht nur internationale Spitzenläufer und zahlreiche Feuerwehr-Mannschaften in Angriff, die mit Uniform, Ausrüstung und Atemschutzgeräten den Turm besteigen, sondern immer auch einige kostümierte Läufer. So wurden dort unter anderem schon zwei rosa Plüschhasen nach schweißtreibender Arbeit am Ziel im 61. Stockwerk gesichtet – man muss den Treppenlauf also nicht zu ernst nehmen.

Der Frankfurter Lauf war 2009 auch Bestandteil der neuen Run2Sky-Europe-Serie, die von Thomas Dold nicht nur initiiert, sondern auch gewonnen wurde. Neben Dold gibt es noch zahlreiche weitere feste Treppenlauf-Größen aus Deutschland. So konnte Matthias Jahn aus Fulda bei den vergangenen Weltmeisterschaften der Feuerwehren in Liverpool zwei WM-Titel erringen, und mit Marie-Fee Breyer wurde eine erst 12 Jahre junge Dame aus der Nähe von Freiburg mit internationalen Rennsiegen und dem Gewinn der Damenwertung bei Run2Sky-Europe zur Entdeckung der Saison 2009.

Neben den Treppenlauf-Kernländern in Nordamerika und dem deutschsprachigen Raum entstehen auf allen Kontinenten neue Veranstaltungen und Serien. Von besonderer Bedeutung sind dabei Osteuropa mit der vor zwei Jahren erstmals ausgetragenen Run-Up-Serie in Tschechien sowie die Großveran­staltungen in den Metropolen des Fernen Ostens und der Golfstaaten. Hochklassige Besetzungen, auch mit zahlreichen europäi­schen Spitzenläufern, finden sich dabei alljährlich in Singapur, Kuala Lumpur, Dubai und Taipeh, wo beim „Taipei 101 Run Up“ das bis vor Kurzem höchste Gebäude der Welt zu bezwingen ist. Die Rennen auf die spektakulärsten Türme der südlichen Hemisphäre finden in Auckland (Neuseeland) und Sydney (Australien) statt.

Weltweit gibt es über 200 regelmäßig veranstaltete Towerrunning-Events, bei denen sich Zehntausende von Läufern der sportli­chen Herausforderung stellen, Tendenz steigend. Den Überblick über das Geschehen sichert ein neues Weltcup-System, das von den Autoren dieses Beitrags entwickelt wurde. Mithilfe ihres Systems wird eine internationale Rangliste der besten Treppenläufer erstellt. Am Ende der Saison werden dann attraktive Preisgelder an führenden Athleten ausgeschüttet.

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