Frankfurt-Marathon

Patrick Makau will neuen Weltrekord

Die Spitze des Männerrennens beim Frankfurt-Marathon 2012 ist so stark wie nie. Der aktuelle Weltrekordhalter Patrick Makau traut sich den Sieg in neuer Weltrekordzeit zu.

Patrick Makau

Patrick Makau bei der Pressekonferenz in Frankfurt.

Bild: photorun.net

Patrick Makau hält einen Weltrekord beim BMW Frankfurt-Marathon für möglich, wenn alle Voraussetzungen am Tag X optimal sind. Dies erklärte der Weltrekordler im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt. Der Kenianer wird am 28. Oktober auf sehr starke Konkurrenz treffen. Bei der 31. Auflage stehen neben Patrick Makau, der in Berlin im vergangenen Jahr den Weltrekord auf 2:03:38 Stunden verbesserte, noch drei weitere Athleten mit Bestzeiten von unter 2:05:30 am Start: Yemane Tsegay, Albert Matebor und Bazu Worku. Außerdem wird der frühere Frankfurter Kursrekordler Gilbert Kirwa laufen. Bezogen auf die Spitze des Männerrennens ist dies das beste Feld in der Geschichte des Rennens. Die Veranstalter wollen damit ihren erfolgreichen Weg der letzten Jahre fortsetzen und den BMW Frankfurt-Marathon unter den hochkarätigsten Rennen weltweit über die 42,195 km etablieren.

„Ich habe mir heute die Strecke angeschaut und bin beeindruckt. Der Kurs ist sehr flach. Ich denke, wenn alles perfekt zusammenpasst am Renntag – meine Form, das Wetter und die Tempomacher –, dann ist ein Weltrekord in Frankfurt möglich“, erklärte Patrick Makau. „Bis jetzt lief mein Training sehr gut. Ich hatte keinerlei Probleme oder Verletzungen, die Form ist ähnlich wie vor einem Jahr. Allerdings folgt in den nächsten Wochen noch sehr viel Training, auch wichtige schnelle Einheiten.“ Am Sonnabend wird Patrick Makau ein Testrennen über 10 km in Prag laufen.

Albert Matebor lief im vergangenen Jahr in Frankfurt eine Weltklassezeit.

Bild: photorun.net

Als härtesten Konkurrenten von Patrick Makau sieht Christoph Kopp, der in Frankfurt für das Elitefeld zuständig ist, den 27-jährigen Yemane Tsegay. Der Äthiopier feierte im April beim Rotterdam-Marathon seinen ersten großen internationalen Sieg. Dort gewann er mit 2:04:48 Stunden und ist damit lediglich 70 Sekunden vom Weltrekord entfernt. Im Januar war er in Dubai bereits 2:06:20 gelaufen. „Yemane hatte in der Szene den Ruf eines Vielstarters. Davon ist er mittlerweile aber abgerückt. Er bereitet sich seit Wochen intensiv auf Frankfurt vor“, sagte Christoph Kopp über den Marathon-WM-Vierten von 2009. „Er ist wie Makau im wahrscheinlich besten Marathonalter. Deshalb bauen wir auf ihn.“ Beide sind 27 Jahre alt und haben noch zwei Dinge gemeinsam: Sie wurden von ihren Verbänden nicht für die Olympischen Spiele in London nominiert und wollen nun zeigen, dass dies ein Fehler war. Außerdem lief Patrick Makau bei seinem Sieg in Rotterdam 2010 mit 2:04:48 exakt die gleiche Zeit wie Yemane Tsegay in diesem Frühjahr.

Mit dem knapp 22-jährigen Bazu Worku startet ein weiterer äthiopischer Weltklasseläufer. Der frühere Junioren-Weltrekordler (2:06:15 in Paris 2009) lief seine Bestzeit 2010 in Berlin. Im strömenden Regen wurde er damals in 2:05:25 Stunden Dritter hinter Patrick Makau (2:05:08) und Geoffrey Mutai (Kenia/2:05:10) – er lag damals einen Platz vor Yemane Tsegay (2:07:52). „Im Jahr 2011 folgte bei Bazu Worku ein kleiner Hänger, was bei jungen Läufern nicht ungewöhnlich ist. Frankfurt bietet ihm jetzt die Chance, sich auf großer Bühne mit einer Weltklassezeit zurückzumelden“, sagte Christoph Kopp.

Ähnlich lautete Christoph Kopps Einschätzung zu Gilbert Kirwa, dem Frankfurt-Sieger von 2009, der damals mit einem Kursrekord von 2:06:14 Stunden triumphierte. Der Kenianer hatte anschließend „zwei schwierige Jahre mit vielen Verletzungen zu überstehen“, sein Comeback feierte er im Frühjahr beim Wien-Marathon als Vierter mit 2:08:09. „Gilbert kommt mit dem klaren Ziel, seinen persönlichen Rekord unter 2:06 Stunden zu drücken“, sagte Christoph Kopp.

Dies gelang seinem Landsmann Albert Matebor bereits im vergangenen Jahr in Frankfurt. Der Kenianer wurde damals Dritter mit 2:05:25 Stunden – der weltweit sechstschnellsten Zeit des Jahres. „Sein Training läuft überaus verheißungsvoll“, erklärte Christoph Kopp.