Berliner Halbmarathon

Patrick Makau Musyoki geht auf Rekordjagd

Erstmals starten am Sonntag in Berlin bei einem deutschen Halbmarathon über 20.000 Läufer.

Patrick Makau Musyoki, einer der stärksten Halbmarathonläufer weltweit, will beim Berliner Halbmarathon am Sonntag eine neue Rekordjagd starten. Der Kenianer, der im vergangenen Jahr im italienischen Udine Vize-Weltmeister über die Halbmarathondistanz wurde, geht als Streckenrekordhalter und Vorjahressieger an den Start. Er nimmt auf der schnellen Strecke zumindest die Kursbestzeit und vielleicht auch den Weltrekord über die 21,0975-km-Strecke ins Visier. Seine eigene Berliner Bestmarke steht bei 58:56 Minuten, die globale Marke von Sammy Wanjiru (Kenia) bei 58:33.

Erstmals werden in Berlin und damit auch bei einem deutschen Halbmarathon über 20.000 Läufer an den Start gehen.

Der Berliner Halbmarathon hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten und hochklassigsten Läufe weltweit über diese Distanz entwickelt. Erstmals in der Geschichte des Rennens haben sich über 20.000 Halbmarathonläufer angemeldet. Sie kommen aus 84 Nationen. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet werden bis zu 24.500 Athleten erwartet.

„Wenn die Wetterbedingungen stimmen und die anderen Läufer sich an der Tempoarbeit beteiligen, dann können Rekorde fallen. Das erste Ziel ist der Streckenrekord. Während des Rennens werden wir sehen, ob auch der Weltrekord möglich ist“, sagte der 23-jährige Patrick Makau Musyoki bei der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Rennen. Makau Musyoki verfehlte in Berlin 2007 den Weltrekord um gerade einmal 23 Sekunden. Er ist seitdem der drittschnellste Halbmarathonläufer aller Zeiten und hält die viertschnellste Zeit. Lediglich Sammy Wanjiru (Kenia/58:33 und 58:53 Minuten) sowie Haile Gebrselassie (Äthiopien/58:55) rannten schneller.

Acht Läufer mit hochkarätigen Bestzeiten von unter 61 Minuten sind am Sonntag am Start, darunter sechs Kenianer. Neben Makau Musyoki ist auch Joseph Maregu bereits unter einer Stunde gelaufen. Der 31-jährige Kenianer gewann 2007 den Lille-Halbmarathon in 59:45 Minuten. „Die Historie zeigt, dass in Berlin sehr schnelle Rennen möglich sind – sowohl im Marathon als auch im Halbmarathon“, sagte Joseph Maregu. „Ich bin gut in Form und freue mich auf mein erstes Rennen in Deutschland“, sagte Maregu, der vor drei Wochen beim Den Haag-Halbmarathon in 60:12 Minuten nur vier Sekunden hinter Makau Musyoki ins Ziel kam.

Bei den Frauen sind die Kenianerinnen Peninah Arusei und Pauline Wangui am Sonntag favorisiert. „Ich habe gute Erfahrungen bei Rennen in Deutschland gemacht. In Berlin war ich schon dreimal beim 25-km-Lauf am Start“, sagte Peninah Arusei, die die 25 km vor zwei Jahren gewann. „Jetzt starte ich das erste Mal bei einem Halbmarathon in Deutschland und hoffe, dass ich meine Bestzeit steigern kann“, sagte die 29-Jährige, die bisher im Halbmarathon 69:23 Minuten erreichte.

Gute Platzierungschancen hat in dem hochkarätigen Rennen die einzige deutsche Topläuferin, Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg). „Ich kann sicherlich keine Weltklassezeiten im Bereich des Streckenrekordes von 67 Minuten laufen, aber ich hoffe auf ein gutes Rennen“, sagte die 36-Jährige, die ihre Bestzeit von 71:55 Minuten vor 13 Jahren in Berlin gelaufen war. Deutsche Topläufer sind nach dem verletzungsbedingten Aus von Stefan Koch (TV Wattenscheid) beim Berliner Halbmarathon nicht vertreten.

Zeitgleich zum Berliner Halbmarathon finden in Calw (Baden Württemberg) am Wochenende die Deutschen Meisterschaften über diese Distanz statt. Hier gehen Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) und Susanne Hahn (SV schlau.com Saarbrücken) als Favoriten an den Start.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net


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