ISTAF Berlin

Pamela Jelimo knackte Afrika-Rekord

Beim ISTAF in Berlin stürmte die Neuentdeckung aus Kenia Pamela Jelimo zum 800-m-Afrika-Rekord.

Pamela Jelimo groß

Schon in Hengelo konnte Pamela Jelimo überzeugen. Jetzt gewann sie auch in Berlin.

Bild: photorun.net

Der aktuelle Mittelstrecken-Star ist erst 18 Jahre alt, kommt aus Kenia und heißt Pamela Jelimo. Vor acht Tagen rannte sie sensationell zu einem Juniorinnen-Weltrekord in Hengelo (1:55:76 Minuten), nun steigerte sie sich beim ISTAF im Berliner Olympiastadion um gut eine dreiviertel Sekunde auf 1:54:99 Minuten. Das bedeutete neben einem weiteren Juniorinnen-Weltrekord auch Afrika-Rekord, Meeting-Rekord sowie nebenbei eine Jahresweltbestzeit für die 800-m-Entdeckung des Frühjahres.

Gut 67.000 Zuschauer sahen bei Schatten-Temperaturen von über 30 Grad Celsius im Olympiastadion die neuntbeste je gelaufene 800-m-Zeit. Pamela Jelimo wurde zugleich zur sechstbesten Läuferin über die zwei Stadionrunden in der Geschichte der Leichtathletik.

In ihrem erst fünften 800-m-Lauf ihrer Karriere – die Kenianerin war zuvor Sprinterin und lief unter anderem die 400 m – hat sie in der Liste der besten aller Zeiten bereits die legendäre Maria Mutola (Mozambique) hinter sich gelassen. Die vielfache Weltmeisterin hielt bis Sonntag den Afrika-Rekord mit 1:55:19 Minuten. Den Berliner Meeting-Rekord von 1:56:56 Minuten hatte eine andere große 800-m-Läuferin aufgestellt: Ana Fidelia Quirot (Kuba) hielt diese Bestzeit seit 1987.

Die Russin Tatyana Andrianova hatte als Tempomacherin die 400-m-Marke nach 55:46 Minuten erreicht. Unmittelbar danach übernahm Pamela Jelimo die Spitze und stürmte davon. Wäre sie auf der Zielgeraden dann nicht doch deutlich langsamer geworden, hätte sie noch näher an den legendären, 25 Jahre alten Weltrekord von Jarmila Kratochvilova (Tschechische Republik/1:53:28) herankommen können.

Yuliya Krevsun (Ukraine) hatte als zweite in 1:58:98 fast vier Sekunden Rückstand auf Pamela Jelimo, die Weltmeisterin von Osaka, Janeth Jepkosgei (Kenia), war als Dritte ebenfalls chancenlos. „Die Zeit ist fantastisch, aber ich war gut vorbereitet. Jetzt werde ich mich in Kenia auf die Olympischen Spiele vorbereiten“, sagte Pamela Jelimo, die nun als Topfavoritin auf Gold nach Peking reisen wird.

Das Auftaktmeeting der AF Golden League-Serie produzierte trotz der hohen Temperaturen auch einen erstklassigen 5.000-m-Lauf bei den Männern. Dabei entwickelte sich in der entscheidenden Phase ein Dreikampf zwischen Moses Masai (Kenia), Tariku Bekele (Äthiopien) und Moses Kipsiro (Uganda). Am Tag seines 22. Geburtstages leistete Masai dabei lange Führungsarbeit. Und es schien, als ob der jüngere Bruder von Kenenisa Bekele davon profitieren könnte, denn rund 200 Meter vor dem Ziel übernahm er die Führung. Doch Bekele II hatte nicht mit einem erneuten Konter von Masai gerechnet, der Bekele I bereits im vergangenen Jahr beim 10.000-m-Rennen in Brüssel in Bedrängnis gebracht hatte.

Carsten Schlangen blieb in Berlin unter der geforderten Olympianorm.

Eingangs der Zielgeraden zog der Kenianer an Tariku Bekele vorbei. In 12:50:55 Minuten stellte er nicht nur eine Jahresweltbestzeit auf sondern auch einen Meeting-Rekord. Das war eine doppelte Niederlage für Äthiopien, denn diese Bestzeit hielt bisher Haile Gebrselassie, der vor 13 Jahren 12:53:19 Minuten gelaufen war. Zweiter wurde am Sonntag Tariku Bekele mit 12:52:45 Minuten, Rang drei ging an Moses Kipsiro mit 12:54:70.

Das 5.000-m-Rennen der Frauen gewann Sylvia Kibet (Kenia) in 15:05:09 Minuten. Sabrina Mockenhaupt (Köln-Marathon) kam nicht über Rang 14 in 15:27:08 Minuten hinaus. Eine Jahresweltbestzeit stellte der Kenianer Augustine Choge über 1.500 m mit 3:31:57 Minuten auf. Hier gab es bessere Nachrichten aus deutscher Sicht: Der Berliner Carsten Schlangen schaffte als 10. mit 3:34:99 Minuten die Olympianorm und eine persönliche Bestzeit.


Fotos vom 5000-m-Rennen der Männer und Frauen finden Sie hier.