Olympia spezial

Pamela Jelimo gewinnt Gold über 800 m

Die 18-jährige Pamela Jelimo schrieb mit dem Sieg über die 800 m ein Stück kenianische Sportgeschichte.

Pamela Jelimo sorgte in dieser Saison bereits vor Olympia für viel Aufsehen. Die frühere 400-m-Läuferin eroberte die 800-m-Distanz im Sturm. Erst 18 Jahre alt, hat sie alle ihre Rennen über die zwei Stadionrunden gewonnen.

Pamela Jelimo (2259) setzte sich gegen Janeth Jepkosgei durch.

Bild: photorun.net

Das olympische Finale war erst 800-m-Lauf Nummer elf in ihrer Karriere. Nachdem ihre Freundin und Trainingspartnerin Janeth Jepkosgei (Kenia), die 800-m-Weltmeisterin von Osaka, die in der ersten Runde des Finales von Peking für das Tempo gesorgt hatte, ging Pamela Jelimo an die Spitze und siegte schließlich in 1:54,87 Minuten vor ihrer Landsfrau – damit hatte sie zum vierten Mal in diesem Jahr einen Juniorinnen-Weltrekord aufgestellt und zum dritten Mal einen Afrika-Rekord.

Doch noch mehr erreichte auch Pamela Jelimo in China: Sie ist die erste kenianische Frau, die über eine Mittelstrecke eine olympische Medaille gewonnen hat. Im vergangenen Jahr hatte Janeth Jepkosgei die erste 800-m-Medaille bei einer WM für Kenias Frauen gewonnen. Für Pamela Jelimo ist sogar der 25 Jahre alte Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova, die 1983 in München 1:53,28 Minuten gelaufen ist, in reichweite – das zeigte das olympische Finale ohne Tempomacherinnen einmal mehr.

Pamela Jelimo wurde einst von ihrer Mutter inspiriert, mit der Leichtathletik zu beginnen. Die Mutter rannte früher 200 und 400 m. Doch das war zu einer Zeit, als Kenias Frauen in der internationalen Leichtathletik noch keine Rolle spielten. Pamela Jelimo war bis zum letzten Jahr selbst noch eine 200- und 400-m-Läuferin. Doch von der Weltspitze war sie damals weit entfernt. Es war dann unter anderen Janeth Jepkosgei, die sie überzeugte, sich über 800 m zu versuchen. „Das war nicht leicht, mich zu überreden, denn ich wollte zunächst 400-Meter-Läuferin bleiben. Und ich musste dann sehr viel trainieren, um besser zu werden.“ Als Pamela Jelimo dann jedoch überraschend Afrika-Meisterin wurde und dabei die legendäre Maria Mutola (Mozambique) schlug, die in Peking Fünfte wurde, stand für sie fest: die 800 m sind ihre Strecke.

„Es ist gut, dass jetzt auch die kenianischen Frauen Medaillen gewinnen – und einige von ihnen sind sehr schnell. Pamela Jelimo und Janeth Jepkosgei sind für mich wie Schwestern, denn sie kommen aus dem gleichen Dorf wie ich“, erklärte der 800-m-Weltrekordler Wilson Kipketer.