In Manchester

Neues Duell Gebrselassie gegen Makau

Beim Berlin-Marathon 2011 hatte Patrick Makau Haile Gebrselassie im direkten Duell den Marathon-Weltrekord entrissen. In Manchester kommt es jetzt zu einem neuen Duell.

Patrick Makau (links) und Haile Gebrselassie

Patrick Makau (links) und Haile Gebrselassie treffen am Sonntag über 10 km aufeinander.

Bild: photorun.net

In Manchester kommt es am Sonntag zu einem neuen Duell zwischen Haile Gebrselassie und Patrick Makau. Die beiden Langstrecken-Superstars treffen im Rahmen des Bupa Great Manchester Run über 10 km aufeinander. Im vergangenen September hatte der Kenianer Makau mit einer atemberaubenden Leistung dem Äthiopier Gebrselassie im direkten Duell in Berlin den Marathon-Weltrekord entrissen. Makau stürmte nach 2:03:38 Stunden ins Ziel und unterbot damit die Bestmarke von Gebrselassie um 21 Sekunden. Der Äthiopier hatte aufgrund von Atemproblemen das Rennen aufgegeben, nachdem er bis zur 27-km-Marke gemeinsam mit Makau gelaufen war und erstklassige Form bewies.

„Ich fühle mich gut und nicht viel anders als vor einem Jahr – vielleicht bin ich etwas langsamer als damals“, hatte Haile Gebrselassie vor einem Monat in Wien erklärt, nachdem er das Verfolgungsrennen im Halbmarathon gegen Paula Radcliffe gewonnen hatte und die Distanz in 60:52 Minuten zurückgelegt hatte. In der Zwischenzeit wird Haile Gebrselassie Tempotraining absolviert haben, denn er tritt eine Woche nach Manchester bei seinem letzten 10.000-m-Rennen seiner Karriere in Hengelo an. Man darf also gespannt sein, welche Zeit der frühere 10.000-m-Olympiasieger und –Weltrekordler in Manchester laufen kann.

Patrick Makau wird darauf aus sein zu zeigen, dass seine überraschende Nicht-Berücksichtigung für Kenias Marathon-Olympia-Team ein Fehler ist. Beim London-Marathon war er vor einem Monat aufgrund eines muskulären Problems vorzeitig aus dem Rennen gegangen. Die offizielle 10-km-Bestzeit des 27-Jährigen steht bei 27:42 – allerdings ist dies nur eine Halbmarathon-Zwischenzeit. Beim Berliner Halbmarathon 2007 hatte er den 10-km-Punkt (ohne offizielle Zeitnahme) sogar nach 27:27 erreicht. Das heißt, dass er theoretisch deutlich schneller laufen könnte.

Ebenfalls im Rennen ist am Sonntag der frühere London-Marathon-Sieger Tsegaye Kebede, der in diesem Jahr in der britischen Metropole Dritter war und damit ebenfalls nicht für Olympia berücksichtigt wurde. Gebrselassie, Makau und Kebede – alle drei wurden nicht für die Spiele nominiert – treffen in Manchester auf Äthiopiens Newcomer Ayele Abshero. Der 21-Jährige darf nach seinem Dubai-Marathon-Überraschungscoup bei Olympia starten. In seinem Marathondebüt war Abshero im Januar auf Anhieb 2:04:23 gelaufen.

Bei den Frauen gibt es im Gegensatz zu den Männern eine klare Favoritin: Linet Masai ist die 10.000-m-Weltmeisterin von 2009. Die Kenianerin gewann im vergangenen Jahr über diese Distanz bei der WM die Bronzemedaille. Linet Masai ist im Februar bereits in San Juan (Puerto Rico) über 10 km gelaufen und hat dabei flotte 31:15 Minuten erreicht.