1. Vollmond-Marathon Berlin 2014

Nächtlicher Zieleinlauf

Leserreporter Heiko Rammenstein war bei der Premiere des Berliner Vollmond-Marathons am 9. August 2014 dabei und berichtet von seinen Erlebnissen.

Heiko Rammenstein beim Vollmond-Marathon Berlin

Heiko Rammenstein nach dem Zieleinlauf beim Vollmond-Marathon Berlin.

Bild: Siegfried Fomin

Namentlicher Aufruf im Ziel ehrt die Läufer

Die letzten zwei km verliefen nun so wie die ersten, nur andersherum. Bei der Marathonmarke kam eine festliche Stimmung auf, denn lauter kleine Lampions säumten den Weg. Gartenfreunde der Kolonie am Hohenzollernkanal, wie der Spandauer Schifffahrtskanal früher hieß, erfreuten uns mit dieser Illumination. Nun war es nicht mehr weit. Es folgten Tegeler Brücke, Gartenfelder Straße und die gleichnamige Brücke. An der Kreuzung zum Saatwinkler Damm war jemand extra dazu beordert worden, die Fußgängerampel für uns Läufer auf grün zu schalten. So konnte ich ohne Wartezeit diesen Überweg passieren. Die Kleingartenanlage beim Stadion war wiederum in nächtliche Dunkelheit gehüllt, die mein Lämpchen nur schwach erhellte. Nichtsdestotrotz waren die weißen Kreidepfeile in dessen Schein gut auszumachen. Wenig später hatte ich schon die vom grellen Flutlicht erleuchtete Tartanbahn des Stadions im Sport Centrum Siemensstadt erreicht, den Ausgangspunkt meiner vierstündigen Tour. Nach den allerletzten 200 Metern durchlief ich das Ziel und wurde wie alle anderen vor und nach mir namentlich vom Sprecher beglückwünscht. Auf meiner durch Irrwege um 1,5 km verlängerten Strecke über 44,6 km, die offiziell nur 43,127 km maß, hatte ich 4:02:55 Stunden gebraucht und war als 4. der M45 ins Ziel gekommen.

Dort erwarteten mich Medaille, Zielverpflegung und eine gelöste Stimmung. Trotz der kleineren Mehrwege und Streckenunsicherheiten hatte ich eine spannende und abenteuerliche Laufveranstaltung entlang einer wunderschönen Seen- und Waldlandschaft bei bestem Wetter, mit lauter freundlichen Organisatoren und netten Teilnehmern hinter mir, mit deren Erlös zudem noch ein guter Zweck unterstützt wurde. Die Kinder und Betreuer des Spandauer Trauerhospizes dankten es uns. Der Rückweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hohenschönhausen endete erst nachts um ein Uhr. Es war wenig verwunderlich, dass ich nach der glücklich überstandenen Strapaze in einen tiefen, erholsamen Schlaf fiel.

Leserreporter Heiko Rammenstein hat der Lauf rundum gut gefallen

Wegen der Nähe zur Erde erscheint der Vollmond nur alle 13 Mondphasen so groß, dass man ihn als “Vollmond des Jahres” bezeichnen kann. Für den 29. August 2015 ist der 2. Berliner Vollmond-Marathon geplant. Wie der Zufall es will, liegt auch dieser Termin, den ich mir schon vorgemerkt habe, in den hessischen Sommerferien. Der nächste Berlin-Aufenthalt wird mich mit einiger Sicherheit wieder nach Spandau führen, um meinen Start bei diesem kleinen aber feinen Event zu wiederholen.

Weiterlesen

Seite 4 von 4
Zurück zur ersten Seite:
Familiärer Lauf im Norden der Hauptstadt