In Eugene

Mosop läuft gleich zwei Weltrekorde

Zwei Weltrekorde und eine europäische Bestmarke sahen die Zuschauer bei der Premiere der "Distance Night" in Eugene.

Mosop läuft gleich zwei Weltrekorde in Eugene

Moses Mosop ist in Eugene auf dem Weg zu Weltrekorden über 25 und 30 km auf der Bahn.

Bild: photorun.net

Zwei Weltrekorde und eine europäische Bestmarke sahen die Zuschauer am Freitagabend in Eugene (USA). Die Premiere der „Distance Night Eugene“ sorgte für eine Reihe von außergewöhnlichen Leistungen über die Bahn-Langstrecken. Während der Kenianer Moses Mosop den 30-km-Weltrekord auf der Stadionbahn brach und auf dem Weg dabei auch die globale 25-km-Marke verbesserte, triumphierte der Brite Mo Farah über 10.000 m mit einem überraschenden Europarekord. Der 25-jährige Moses Mosop lief über die 30.000 m 1:26:47,4 Stunden. Den 25-km-Punkt hatte er in 1:12:25,4 erreicht. Der drei Jahre ältere Mo Farah erreichte über 10.000 m 26:46,57 Minuten.

Dass Moses Mosop am Freitagabend in Eugene den Weltrekord über 30.000 m knackte, war keine Überraschung. Denn der Kenianer war im April ein sensationelles Marathondebüt gelaufen. In Boston erreichte er dabei als Zweiter 2:03:06 Stunden. Das ist die zweitschnellste je gelaufene Zeit über die 42,195 km, doch aufgrund der insgesamt abfallenden Punkt-zu-Punkt-Strecke in Boston können diese Ergebnisse nicht in die offiziellen Bestenlisten aufgenommen werden. Keine Zweifel gab es bei den Rekorden in Eugene.

Auf der sehr selten gelaufenen 75-Runden-Bahndistanz führte der äthiopische Tempomacher Keteme Tola die kleine Spitzengruppe nach 29:19 Minuten über die 10.000-m-Marke. Nach 18.000 m übernahm dann Moses Mosop die Spitze und ließ seinen Landsmann Abel Kirui, den Marathon-Weltmeister von 2009, hinter sich. In der Folge überholte er Kirui auf der 400-m-Bahn noch zweimal.

Die 25.000-m-Marke erreichte Moses Mosop nach 1:12:25,4 Stunden. Damit hatte er den 30 Jahre alten Weltrekord des Japaners Toshihiko Seko, der 1981 in Christchurch (Neuseeland) 1:13:55,8 gelaufen war, bereits gebrochen. Da es jedoch ein 30.000-m-Rennen war, musste er zumindest die längere Distanz beenden, ansonsten hätte die 25-km-Zeit nicht gezählt. Doch Moses Mosop zeigte keinerlei Schwächen und stürmte auch zum 30-km-Weltrekord. Mit 1:26:47,4 Stunden steigerte er Sekos Marke aus Christchurch (1:29:18,8) gleich um rund zweieinhalb Minuten. Zum ersten Mal hält ein Afrikaner nun auch die Weltrekorde über 25 und 30 km auf der Bahn. Als Zweiter kam Abel Kirui in 1:30:00,1 ins Ziel, Dritter wurde mit Hosea Macharinyang (1:35:21,5) ein weiterer Kenianer.

Interessant ist der Vergleich von Moses Mosops Zeiten mit den Weltrekorden auf der Straße. Über die 30 km war der Kenianer in Eugene schneller als Haile Gebrselassie, der in Berlin vor zwei Jahren 1:27:49 Stunden gelaufen war. Allerdings war diese Zeit des Äthiopiers eine Marathon-Zwischenzeit. Der 25-km-Straßenweltrekord von Samuel Kosgei (1:11:50 in Berlin 2010) – erzielt in einem reinen 25-km-Rennen, den Big 25 Berlin – ist dagegen noch ein Stück schneller als die Zeit von Mosop auf der Bahn. Es ist allerdings nicht einfach, auf der Bahn derartige Distanzen zu rennen.

„Wir sind vorsichtig angelaufen. Aber nach 15 km fühlte ich mich gut und habe deswegen das Tempo verschärft. Das Rennen hat Spaß gemacht, obwohl es aus Konzentrationsgründen nicht einfach ist, 30 km auf der Bahn zu laufen“, erklärte Moses Mosop, der hinzufügte: „Das ist eine hervorragende Vorbereitung auf meinen nächsten Marathon – es ist Schnelligkeitstraining.“ Es steht noch nicht fest, wo Moses Mosop seinen zweiten Marathon laufen wird.

Die beste Leistung seiner bisherigen Karriere zeigte am Freitagabend Mo Farah. Der Brite, der seit einigen Monaten in den USA bei Alberto Salazar trainiert, setzte sich bei seinem Europarekordrennen über 10.000 m auch gegen seine afrikanischen Konkurrenten durch. Nachdem sich der 28-Jährige, der im vergangenen Jahr Doppel-Europameister über 5.000 und 10.000 m geworden war, rund 1.200 m vor dem Ziel an die Spitze gesetzt hatte, verschärfte er das Tempo derart, dass ihn keiner mehr überholen konnte. Mit der Jahresweltbestzeit von 26:46,57 Minuten sortierte sich Mo Farah in der Liste der schnellsten 10.000-m-Läufer aller Zeiten auf einem beachtlichen 14. Rang ein.

Seine eigene Bestzeit von 27:28,26 Minuten steigerte er ebenso deutlich wie den britischen Rekord (27:18,14), der sein eigentliches Ziel war. Dass es am Ende sogar zum Europarekord reichte, überraschte auch Mo Farah selber. „Das ist ein besonderes Stadion. Ohne die Unterstützung der Zuschauer hätte ich das nie geschafft. Drei Runden vor Schluss wusste ich, dass ich den Europarekord erreichen kann“, sagte Mo Farah. „Es ist erstaunlich und ich muss mich bei meinem Trainer bedanken. Ich will bei den Weltmeisterschaften in Daegu eine Medaille gewinnen. Meine Leistung heute zeigt, dass ich dabei sein kann, wenn ich weiter hart arbeite.“

Der aus Somalia stammende Mo Farah ist erst der zweite Europäer, der die 10.000 m unter 27 Minuten gelaufen ist. Ein gebürtiger Europäer hat dies allerdings noch nicht geschafft. Den Europarekord hielt bis Freitagabend der aus Marokko stammende Mohammed Mourhit, der als Belgier vor zwölf Jahren 26:52,30 gelaufen war. In Eugene blieben gleich neun Läufer unter der prestigeträchtigen 27-Minuten-Marke – ein Rekord für ein 10.000-m-Rennen. Hinter Mo Farah belegten Imane Merga (Äthiopien/26:48,35) und Josphat Kipkoech (Kenia/26:48,99) die nächsten Plätze.

Auch ein hochklassiges Frauen-Langstreckenrennen wurde in Eugene gestartet. Über 5.000 m belegten dabei drei Kenianerinnen die ersten Plätze: Die amtierende Weltmeisterin über diese Strecke, Vivian Cheruiyot, setzte sich in 14:34,07 Minuten vor der 10.000-m-Weltmeisterin Linet Masai (14:35,44) durch. Dritte wurde mit Mercy Cherono (14:37,01) eine weitere Kenianerin.

Text: race-news-service.com