Towerrunning World Cup

Moon und Dold siegen

Moon und Dold siegen beide mit je 40 Sekunden Vorsprung vor ihren Verfolgern.

Aufwärmen vor dem Towerruning

Vor dem Treppenlauf ist gutes Aufwärmen angesagt.

Bild: Norbert Lechner

Das ESBRU wird im Gegensatz zu fast allen Treppenläufen nicht im Einzelstartmodus ausgetragen. Da gibt es einen Massenstart, der bei Athleten, die das erste Mal dabei sind, einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt. Die Teilnehmer werden zunächst einmal nach Startnummern sortiert in Zehnerreihen aufgestellt und zum Start in die Lobby geführt. Dabei kommt es bereits zu Drängeleien mit versteckten Fouls. Jeder will seine ihm zugeteilte Position nach Möglichkeit verbessern, denn wenige Meter hinter der Startlinie beginnt das Stiegenhaus, das nur Platz für zwei Läufer nebeneinander bietet. Countdown, Hupe und aus 10 mach 2 – Reaktionsschnelligkeit und Ellbogentechnik sind gefragt, Stürze im Getümmel nicht außergewöhnlich, wie die dreifache australische Siegerin Suzy Walsham aus eigener Erfahrung weiß.

Melissa Moon hat es dieses Jahr als vierte ins Treppenhaus geschafft, nach 3 Stockwerken war sie dritte, nach 7 auf dem zweiten Platz. Aber erst auf Etage 20 konnte sie die Führung übernehmen und immer weiter ausbauen. Mit ihrer Siegerzeit von 13:13 hat Melissa Moon den Streckenrekord, der von der vor Walsham ebenfalls dreimal in Serie siegreichen Österreicherin Andrea Mayr gehalten wird, zwar deutlich verfehlt, auf die als zweite oben auf der Aussichtsterrasse einlaufende Amerikanerin Gretchen Grindle Hurlbutt musste sie aber immerhin 40 Sekunden warten. Diese in New York lebende Langstreckenläuferin ist mit 31 Jahren um 9 Jahre jünger als die Siegerin, hat 2008 an den US Olympic Trials im Marathon teilgenommen und präsentierte sich nach dem Rennen stolz mit ihrem gerade 4 Monate alten Baby. Dritte bei den Damen wurde Amy Fredericks knapp eine Minute nach der Siegerin.

Die Herren werden traditionsgemäß fünf Minuten nach den Damen um 10:35 auf die Strecke gelassen. Hier ist der Sprint zum Eingang ins Treppenhaus wegen der höheren Leistungsdichte noch wichtiger als bei den Damen. Wenn man nicht ganz vorne ist, kann man mit etwas Pech in die falsche der beiden Spuren geraten und es kann einige Stockwerke dauern, bis man ins Laufen kommt. Thomas Dold hat, wie man es von ihm gewohnt ist, einen guten Start erwischt und ist als erster ins Treppenhaus gestürmt. Schnell konnte er die sich im Kampf gegeneinander aufreibenden Verfolger abschütteln und hatte freie Bahn, bis er im 28. Stock auf das Damenfeld auflief und im Slalomstil durchkurvte. Nach 10:16 war er im Ziel und der fünfte Sieg in Serie eingefahren. Dolds Landsmann Matthias Jahn erreichte das Treppenhaus als Dritter, musste aber im 5. Stock einen Konkurrenten passieren lassen. Nach einigen vergeblichen Versuchen gelang es ihm dann im 15. Stock gleich an zwei Läufern vorbeizukommen, sich schnell von ihnen abzusetzen und einem ungefährdeten zweiten Platz exakt 40 Sekunden hinter seinem Landsmann entgegenzulaufen. Dritter wurde weitere 30 Sekunden zurück der bisher in der Treppenlaufszene unbekannte Matthew Byrne aus Philadelphia als bester einheimischer Athlet. Damit müssen die Amerikaner ein weiteres Jahr auf einen Sieg verzichten. Mit Melissa Moon und Thomas Dold hat das 33. Empire State Building Run Up wieder einmal eindeutige Sieger von anderen Kontinenten gesehen.

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