Cross-Meisterschaften

Mockenhaupt vor Hahn

Sabrina Mockenhaupt verteidigte ihren Titel bei den deutschen Crossmeisterschaften in Ohrdruf.

Sabrina Mockenhaupt

Sabrina Mockenhaupt

Die Deutschen Crossmeister von Ohrdruf 2007 sind auch die von Ohrdruf 2008, zumindest was die beiden Hauptwettbewerbe der Männer und Frauen betrifft: Während Sabrina Mockenhaupt nach kurzer Gegenwehr von Susanne Hahn den Frauentitel über 4900 m erneut gewinnen konnte, gestalteten Stephan Hohl und Sebastian Hallmann das Männerrennen über 9.900 m lange Zeit gemeinsam an der Spitze, ehe der Pforzheimer mit einem couragierten Vorstoß alles klar machte zum letztlich überzeugenden Erfolg gegen den Neu-Münchener Hallmann. Mit über 1100 Meldungen verzeichneten die Deutschen Crossmeisterschaften eine gute Resonanz und mit Ohrdruf untermauerte die kleine Stadt im Thüringischen bei der zweiten Ausrichtung der Titelkämpfe in Folge ihre Ansprüche als Heimstatt in Sachen Crosslauf.

In eindrucksvoller Manier drehte Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) ihre Runden am Rande des Goldbergs und durfte als verdienten Lohn ihrer kaum mehr als einer Viertelstunde dauernden Arbeit die Goldmedaille in Empfang nehmen. „Das war schon hart heute“, gestand die frisch gekürte Militär-Weltmeisterin im Ziel. „Mit den blöden Holzbalken komme ich überhaupt nicht zurecht.“ Dass es für die Siegerländerin nicht zum Spaziergang wurde, dafür hatte in erster Linie auch Susanne Hahn (SV Schlau.com Saar 05 Saarbrücken) gesorgt, die zwei der vier zu laufenden Runden ein hartnäckiger Gegner war, ehe die furios laufende Julia Viellehner (LG Passau) ihr die zunächst sichere Silbermedaille streitig machen wollte. „Man merkt einfach mein Marathontraining. Schließlich war mein letztes Crossrennen bei der EM Mitte Dezember. Zum Glück ist die WM-Strecke in Edinburgh acht Kilometer lang“, sagte Susanne Hahn, die als einzige Deutsche in Schottland starten wird. Letztlich lagen fünf Sekunden zwischen der zur Marathonstrecke tendierenden Saarbrückerin und der jungen Julia Viellehner.

Während „Mocki“ in Stanford am Ende ihres US-Höhencamps in Flagstaff die 10.000-m-Olympianorm angreifen wird, strebt Susanne Hahn bei den Marathonmeisterschaften im Rahmen des Gutenberg-Marathons in Mainz die geforderte Qualifikation für Peking an.

Achtzehn Sekunden trennten im Ziel die beiden hartnäckigen Konkurrenten Stephan Hohl (TV Huchenfeld) und Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München). Nach einem derart klaren Ergebnis hatte es allerdings sechs von acht Runden lang nicht ausgesehen. „Wegen einer Rippenblockade vor einer Woche konnte ich mir meiner Sache keineswegs sicher sein“, gestand Stephan Hohl nach dem Rennen. So hatten Seitenstiche vor Wochenfrist die Generalprobe bei einem 10 km-Rennen in Schriesheim vermiest. „Mit dem Meistertitel in Ohrdruf wird mich der ADH hoffentlich zu den Studenten-Crossweltmeisterschaften Anfang April mitnehmen. Mehr kann ich jedenfalls nicht anbieten.“

„Es geht aufwärts“, freute sich Sebastian Hallmann, „man merkt, dass die Jahre, in denen ich immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, nicht vergebens waren.“ Überraschend belegten Falk Czierpinski (SG Spergau), Markus Weiss-Lazko (LAV ASICS Tübingen) und Carlo Schuff (Post-Sport Telekom Trier) die nächsten Ränge in dem ausgeglichen besetzten Langstreckenrennen, während der stärker eingeschätzte Alexander Lubina (TV Wattenscheid) nur auf Rang sieben einkam. Vor allem der mit Olympia-Ambitionen über die Marathondistanz in die Saison 2008 startende Sohn des zweifachen Olympiasiegers Waldemar Czierpinski zeigte im ungewohnten Terrain deutlich verbesserte Laufqualitäten. „Ich glaube, ich habe zehn Jahre lang nicht mehr an einem Crossrennen teilgenommen. Für mich ist dieser dritte Platz aber lediglich ein Beleg, dass ich läuferisch einen Sprung gemacht habe.“

Sogar das Zielfoto mussten die Kampfrichter heranziehen, um den Sieger im Mittelstreckenrennen der Männer zu ermitteln. Franek Haschke (LG Nord Berlin) hatte das glücklichere Ende letztlich für sich, der ins Ziel stürzende und bis dato völlig unbekannte Christoph Jäckel (TSV Gräfelfing) war hauchdünn geschlagen in einem Wettbewerb, der eher durch spektakuläre Stürze aufgefallen war als durch läuferische Klasse.

Text: Wilfried Raatz für race-news-service.com
Foto: photorun.net







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