LA-WM in Moskau

Mo Farah will die Afrikaner schlagen

Die äthiopische Dominanz über die Bahn-Langstrecken ist vorbei. Der britische Langstreckler Mo Farah hat gute Chancen.

Mo Farah

Mo Farah hat gute Chancen bei der Weltmeisterschaft in Moskau.

Bild: photorun.net

Die Zeiten der äthiopischen Dominanz über die Bahn-Langstrecken sind vorbei. Nach Haile Gebrselassie, der inzwischen über die Straßen-Distanzen seine Karriere ausklingen lässt, und Kenenisa Bekele gibt es keinen vergleichbaren Läufer aus Äthiopien.

Bekele ist seit seinem einmaligen WM-Doppelsieg in Berlin 2009, als er sowohl über 5.000 als auch über 10.000 m gewann, längst nicht mehr in Bestform und wurde von den Verbandsfunktionären seines Landes lediglich als Ersatzmann über die 10.000-m-Distanz für die Weltmeisterschaften in Moskau nominiert. Während sich der Weltrekordler über 5.000 und 10.000 m nun auf sein Halbmarathon-Debüt vorbereitet, will es ihm ein Brite bei der WM nachmachen: Mo Farah hat gute Chancen, als zweiter Läufer nach Kenenisa Bekele bei den Weltmeisterschaften beide Bahn-Langstrecken zu gewinnen. Mit Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) ist auch ein deutscher Läufer im Rennen über 5.000 m dabei.

Es ist 30 Jahre her, als zuletzt ein Europäer Weltmeister über 10.000 m wurde: Bei der Premiere dieser Titelkämpfe in Helsinki gewann 1983 der Italiener Alberto Cova die Goldmedaille über die 25-Runden-Distanz. Vor zwei Jahren in Daegu (Südkorea) war es knapp. Damals musste sich Mo Farah in einem packenden Sprintduell dem Äthiopier Ibrahim Jeilan knapp geschlagen geben. Nun geht der Brite als Favorit ins Rennen, nachdem er im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen sowohl die 5.000 als auch die 10.000 m gewonnen hatte. Farah zeigte in dieser Saison erstaunliche Form über eine wesentlich kürzere Strecke: In Monte Carlo brach er im vergangenen Monat den 1.500-m-Europarekord mit einer Zeit von 3:28,81 Minuten. In einem Endspurt wird er dieses Mal nur sehr schwer zu schlagen sein.

Der schärfste Konkurrent dürfte für Mo Farah aus Äthiopien kommen: Dejen Gebremeskel stellte bei seinem Debüt über 10.000 m im Juni in Sollentuna (Schweden) auf Anhieb eine hochkarätige Jahresweltbestzeit von 26:51,02 Minuten auf. Außerdem geht aber auch der Titelverteidiger Ibrahim Jeilan ins Rennen. Zum kenianischen Team gehört unter anderen der Sieger der WM-Trials von Nairobi, Bedan Karoki, der im vergangenen Jahr bei Olympia Rang fünf belegt hatte. Galen Rupp (USA) gewann in London 2012 sogar Silber hinter seinem Trainingspartner Mo Farah und will nun als erster Amerikaner eine WM-Medaille über 10.000 m gewinnen.

Über 5.000 m treffen Mo Farah und Galen Rupp ein zweites Mal aufeinander. Hier geht der Brite als Titelverteidiger und Favorit an den Start. Ein Kenianer könnte über diese Distanz sein schärfster Konkurrent sein: Edwin Soi stellte in Monte Carlo mit 12:51,34 Minuten eine hochklassige Jahresweltbestzeit auf. Hoch eingeschätzt wird auch sein Landsmann Isiah Koech.

Für Arne Gabius, der sich bei Meeting in Heusden im Juli auf 13:12,50 Minuten steigerte, geht es darum, das Finale zu erreichen. Der Läufer aus Tübingen hofft, im schnelleren der beiden Vorläufe zu sein, um so nicht nur über die Platzierung sondern zusätzlich über eine gute Zeit eine Qualifikationschance für das Finale zu haben.

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