Lissabon-Halbmarathon 2015

Mo Farah stellt neuen Europarekord auf

Mit einer Zeit von 59:32 Minuten gewann Mo Farah den Lissabon-Halbmarathon und stellte damit einen neuen Europa-Rekord auf.

Mo Farah Lissabon

Mo Farah gewinnt in Lissabon mit einer Europarekordzeit knapp vor Micah Kogo.

Bild: photo-run.net

Mo Farah hat beim Lissabon-Halbmarathon den Europarekord gebrochen. Einen Tag vor seinem 32. Geburtstag gewann der britische Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter das Rennen in 59:32 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Micah Kogo. Dritter wurde Stephen Kibet (beide Kenia) mit 59:58. Um genau 20 Sekunden verbesserte Mo Farah den Europarekord, den der Spanier Fabian Roncero 2001 beim Berliner Halbmarathon aufgestellt hatte. „Das war nicht leicht, meine Konkurrenten haben es mir schwer gemacht. Ich konnte am Ende kaum noch meine Beine heben“, sagte Mo Farah, der so erschöpft war, dass er über das Zielband stolperte, stürzte und sich dabei leichte Schürfwunden zuzog.

Im Rennen der Frauen gab es bei der 25. Auflage des Lissabon-Halbmarathons einen klaren Sieg für Rose Chelimo. Die Kenianerin gewann in 68:22 Minuten vor Sara Moreira. Die Portugiesin lief 69:18 und verwies die favorisierte Kenianerin Priscah Jeptoo (69:21) noch auf Platz drei.

Mo Farah musste einen zeitweilig deutlichen Rückstand aufholen, um am Ende noch zu gewinnen. Geführt von einem Tempomacher hatten Micah Kogo und Stephen Kibet bereits einen recht deutlichen Vorsprung. Nach rund zehn Kilometern lag Mo Farah zwölf Sekunden zurück an vierter Stelle. Bei Kilometer 14 hatte der Brite dann zunächst den an dritter Stelle laufenden Äthiopier Guye Adola eingeholt. Gleichmäßig laufend, konnte Farah dann Meter um Meter die Lücke zu den führenden Kenianern schließen. Bei Kilometer 18 hatte er das Duo erreicht und es entwickelte sich nun ein Duell mit dem früheren 10-km-Weltrekordler Micah Kogo. Kibet fiel zurück. Als Mo Farah dann wenige hundert Meter vor dem Ziel antrat, konnte ihm auch Kogo nicht mehr folgen.

Mit 59:32 Minuten wurde Mo Farah in Lissabon zum schnellsten nicht-afrikanischen Läufer über die Halbmarathondistanz. Farah, der als Kind aus Somalia nach London kam, erzielte zudem die drittschnellste Zeit des Jahres und verpasste die Jahresweltbestzeit um lediglich zwölf Sekunden. Es ist der erste kontinentale Rekord bei einem Straßenrennen für den Briten, der unter anderem den 10.000-m-Europarekord hält.

„Ich hatte sehr starke Konkurrenz und musste alles geben. Am Ende war ich so müde, dass ich meine Beine nicht mehr richtig heben konnte und mich dadurch im Zielband verheddert habe. Der Sieg ist ein schönes Geburtstagsgeschenk für morgen“, sagte Mo Farah, der im Sommer bei den Weltmeisterschaften in Peking über 5.000 und 10.000 m seine Titel verteidigen möchte.

Im Rennen der Frauen fiel eine Vorentscheidung nach rund 15 km. Hier setzte sich Rose Chelimo ab. „Es war ein hartes Rennen. Wir liefen in einer Gruppe – doch nach 15 Kilometern entschloss ich mich, das Tempo zu verschärfen“, sagte die Kenianerin, die mit 68:22 ihre persönliche Bestzeit um 18 Sekunden unterbot. Sara Moreira sicherte sich Rang zwei und erzielte mit 69:18 die schnellste Zeit einer Europäerin in diesem Jahr. Priscah Jeptoo, die sich auf den London-Marathon Ende April vorbereitet, wurde Dritte mit 69:21. Als Vierte folgte Purity Rionoripo (Kenia) in 70:24, Rang fünf belegte Ana Dulce Felix (Portugal) mit 70:27.