Monte Carlo

Mo Farah läuft 1.500-m-Europarekord

Beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo siegte der Kenianer Asbel Kiprop, der mit 3:27,72 Minuten eine Jahresweltbestzeit aufstellte, vor dem Europarekord laufenden Mo Farah.

Mo Farah

Mo Farah brach in Monte Carlo den 16 Jahre alten 1.500-m-Europarekord.

Bild: photorun.net

Der britische Doppel-Olympiasieger Mo Farah hat drei Wochen vor Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau über die für ihn ungewohnte 1.500-m-Distanz für einen Paukenschlag gesorgt: Der Londoner brach beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo am Freitagabend den Europarekord und lief im Sog des kenianischen Siegers Asbel Kiprop, der mit 3:27,72 Minuten eine Jahresweltbestzeit aufstellte und zum viertschnellsten Läufer aller Zeiten über diese Strecke wurde, auf Rang zwei. Farah erreichte 3:28,81 Minuten und ist nunmehr schneller als die britischen Mittelstrecken-Legenden Steve Cram (3:29,67 Minuten/1985), Sebastian Coe (3:29,77/1986) und Steve Ovett (3:30,77/1983). In der Liste der besten Läufer aller Zeiten liegt er damit auf Rang sechs. Der Europarekord des Spaniers Fermin Cacho war bereits 16 Jahre alt: 1997 war Cacho 3:28,95 Minuten gelaufen. Der britische Rekord von Steve Cram hatte sogar 28 Jahre Bestand.

Mo Farah führte eingangs der letzten Runde die Verfolgergruppe an, die rund 20 Meter Rückstand auf Asbel Kiprop hatte. Der Kenianer war nun alleine unterwegs, nachdem der letzte Tempomacher aus dem Rennen gegangen war. Farah, der in London vor einem Jahr die olympischen Goldmedaillen über 5.000 und 10.000 m gewonnen hatte und über diese Strecken auch in Moskau antreten will, gelang es, den Abstand zu verkürzen. Doch ernsthaft gefährden konnte er Asbel Kiprop nicht. Der Kenianer untermauerte mit 3:27,72 Minuten seine WM-Favoritenrolle über die Mittelstrecke. Dritter wurde in Monte Carlo mit Caleb Ndiku ein weiterer Kenianer in 3:29,50. Der Weltrekord über 1.500 m steht bei 3:26,00. Diese Zeit lief der Marokkaner Hicham El Guerrouj 1998.

„Mein Training lief sehr gut, und es war dabei mein Ziel, an meiner Schnelligkeit zu arbeiten“, erklärte Mo Farah gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC. „Es wäre schön gewesen, noch näher an Kiprop heranzukommen – aber ich bin sehr zufrieden, er läuft in einer anderen Liga.“ Mit einer derartigen Grundschnelligkeit wird Mo Farah in Moskau über die Langstrecken jedoch nur sehr schwer zu schlagen sein. „Ich bin auf angenehme Weise schockiert“, sagte Steve Cram, der für die BBC aus Monte Carlo kommentierte. „Scherzhaft hatte Mo im Vorfeld des Rennens gesagt, er wolle den britischen Rekord angreifen. Ich habe darüber gelacht, aber jetzt ziehe ich den Hut vor ihm. Als 5.000-Meter-Läufer ein solches Rennen zu laufen, das ist unglaublich.“

Eine Jahresweltbestzeit gab es in Monte Carlo auch über 5.000 m. Der Kenianer Edwin Soi gewann das Rennen in hochklassigen 12:51,34 Minuten vor seinen Landsleuten Albert Rop (12:51,96) und Isiah Koech (12:56,08). Soi und Koech gehören zum kenianischen WM-Team und werden somit in Moskau starke Gegner für Mo Farah sein.