LA-WM in Moskau

Mo Farah holt zweites Gold über 5.000 Meter

Mo Farah hat sechs Tage nach seinem Sieg über 10.000 m bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau auch über die 5.000-m-Distanz Gold gewonnen.

Mo Farah

Mo Farah schrieb ein Stück WM-Geschichte mit seinem Doppelsieg von Moskau.

Bild: photorun.net

Der Brite Mo Farah triumphierte nach einem tollen Endspurt in 13:26,98 Minuten vor dem Äthiopier Hagos Gebrhiwet (13:27,26), der auf den letzten Metern dem zeitgleichen Kenianer Isiah Koech noch die Silbermedaille wegschnappte. Mo Farah ist der zweite Athlet der WM-Geschichte, der bei den Männerwettbewerben beide Langstrecken gewann. Der andere ist der äthiopische Weltrekordler Kenenisa Bekele, der in Berlin 2009 den Doppelsieg schaffte. Bekele wurde vom äthiopischen Verband nicht für einen Start in Moskau nominiert.

Mo Farah und Kenenisa Bekele sind zudem die einzigen Athleten, die sowohl bei Olympia als auch bei Weltmeisterschaften zweimal Gold gewannen. Bekele war 2008 in Peking Doppel-Olympiasiegerin, Farah im vergangenen Jahr in London. Weltmeisterschaften gibt es allerdings erst seit 1983 – und seit 1991 finden sie im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. Sechs andere Athleten haben in der Geschichte der Olympischen Spiele beide Langstrecken gewonnen, einem gelang dies sogar zweimal: Hannes Kolehmainen (Finnland/1912), Emil Zatopek (Tschechoslowakei/1952 plus Gold im Marathon), Vladimir Kuts (Russland/1956), Lasse Viren (Finnland/1972 und 1976) sowie Miruts Yifter (Äthiopien/1980).

Mit seinem Doppelsieg von Moskau hat sich Mo Farah schon jetzt unter den größten Bahn-Langstreckenläufern aller Zeiten etabliert. „Ich habe hart dafür gearbeitet und war vorbereitet auf eine schnelle Spurtentscheidung“, erklärte Mo Farah, der in diesem Jahr seine Grundschnelligkeit noch einmal verbessert hat. Beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo brach er im Juli den 1.500-m-Europarekord und lief im Sog des kenianischen Siegers Asbel Kiprop damals 3:28,81 Minuten.

Nachdem die Äthiopier und Kenianer es wie schon im 10.000-m-Finale versäumt hatten, mit einem durchweg hohen Tempo Mo Farah vielleicht müde zu laufen, lief alles auf einen Schlusssprint hinaus. Zwei Runden vor Schluss schob sich der Brite, der im Kindesalter aus Somalia nach London gekommen war, hinter den zu diesem Zeitpunkt führenden Äthiopier Yenew Alamirew. Schon 500 Meter vor dem Ziel attackierte Mo Farah, der dann einen Angriff von Isiah Koech abwehrte und sich mit dem Kenianer ein tolles Sprintduell lieferte. So sehr sich Koech auch mühte, er konnte den Abstand zum führenden Farah nicht verringern. Als der Brite über die Ziellinie lief, ließ Koech nach, so dass Hagos Gebrhiwet noch ganz knapp vorbei kam.

Homiyu Tesfaye erreicht Finale über 1.500 Meter

Für die beste Leistung im deutschen Männer-Laufbereich bei den Weltmeisterschaften sorgte ein Youngster, der aus Äthiopien stammt: Der erst 20-jährige Homiyu Tesfaye erreichte überraschend bei seiner WM-Premiere im deutschen Trikot das Finale über 1.500 m. Mit einem mutigen Halbfinal-Rennen, in dem er stets weit vorne lief, schaffte Tesfaye die Qualifikation mit einem sechsten Platz in 3:36,51 Minuten. Im Endlauf wird er am Sonntag keine Chance haben auf eine vordere Platzierung, doch dass er das Finale erreicht hat, ist aller Ehren wert. „Ich habe mein Bestes gegeben und dachte mir, wenn es klappt, ist es gut – wenn nicht, dann eben nicht“, sagte Homiyu Tesfaye und fügte scherzhaft hinzu: „Jetzt will ich eine Medaille!“

Chancenlos war der zweite deutsche Läufer in dem anderen Halbfinalrennen: Carsten Schlangen (LG Nord Berlin) lief zu zögerlich und kam abgeschlagen als Zehnter in 3:44,44 Minuten ins Ziel.

Leichtathletik-Weltmeisterschafte:

Ezekiel Kemboi schafft Hindernis-...

Lauflabor

Mo vs. Bolt: Was wäre eine faire Renndistanz?

Bolt vs. Farah
Auf welcher Distanz könnten sich der 100-m-Weltrekordler Usain Bolt... mehr