Afrikaner chancenlos

Mo Farah gewinnt olympisches 10.000-m-Rennen

Der Brite Mo Farah hat in einem geschichtsträchtigen 10.000-m-Rennen Olympia-Gold vor Galen Rupp (USA) gewonnen.

Mo Farah

Mo Farah ist der neue Olympiasieger über 10.000 Meter.

Bild: photorun.net

Mo Farah und Galen Rupp haben die Afrikaner besiegt. In einem dramatischen Rennen wurde der Brite der erste europäische Olympiasieger über 10.000 m seit Alberto Cova. Der Italiener hatte 1984 in Los Angeles triumphiert. Farah, der nach 27:30,42 Minuten im Ziel war, ist zudem der erste britische Olympiasieger über diese Distanz in der Geschichte der Spiele. Auch Galen Rupp (USA) gelang eine geschichtsträchtige Leistung: Seine olympische Silbermedaille ist erst die zweite eines Amerikaners über 10.000 m. Vor 100 Jahren war Lewis Tewanima in Stockholm ebenfalls Zweiter. Farah und Rupp, der 27:30,90 Minuten lief, sind Trainingspartner und Freunde. Beide werden vom früheren Weltklasseläufer Alberto Salazar betreut.

Rang drei belegte Tariku Bekele (Äthiopien) in 27:31,43 vor seinem Bruder und Titelverteidiger Kenenisa (27:32,44). Kenenisa Bekele, der nach Verletzungsproblemen nicht in der Form früherer Jahre ist, verpasste es damit, als erster Läufer drei olympische Goldmedaillen über 10.000 m in Folge zu gewinnen. Zudem ging am Sonnabend in London die Serie äthiopischer Olympiasiege über die 25-Runden-Distanz zu Ende. Vor Kenenisa Bekele hatte Haile Gebrselassie dieses Rennen 1996 und 2000 gewonnen. Auch für die zweite große Laufnation, Kenia, war es kein guter Abend. Die Kenianer verpassten die Medaillenplätze klar. Bedan Muchiri war ihr bester Läufer auf Rang fünf mit 27:32,94.

In dem spannenden Lauf vor 80.000 begeisterten Zuschauern behielt Mo Farah einen kühlen Kopf und zeigte eine taktische Meisterleistung. Als Zersenay Tadese (Eritrea), der am Ende Sechster wurde mit 27:33,51 Minuten, in der ersten Hälfte an der Spitze das Tempo forcierte, hielt sich der Londoner Mo Farah zurück. Um Kraft zu sparen, schloss er langsam die Lücke, die sich aufgetan hatte. Keiner konnte sich danach vom Feld lösen, so dass 800 Meter vor dem Ziel immer noch zwölf Läufer in der großen Führungsgruppe zusammen liefen. Mo Farah, der als Kind aus Somalia nach Großbritannien kam und in West-London aufwuchs, schob sich in dieser Phase immer weiter nach vorne. Nachdem Tariku Bekele die Spitze übernommen hatte, startete Mo Farah rund 500 Meter vor dem Ziel seinen Antritt. Eingangs der letzten Runde führte er das Feld an und wurde immer schneller. Keiner konnte ihn mehr überholen und es wurde offensichtlich, dass Kenenisa Bekele im Schlussspurt nicht mehr zulegen konnte. Das Stadion tobte, die Zuschauer riss es von den Sitzen – sie feierten ausgelassen die dritte britische Goldmedaille des Abends (nach Mehrkämpferin Jessica Ennis und Weitspringer Greg Rutherford). Mo Farah und Galen Rupp haben bewiesen, dass auch europäische und amerikanische Läufer die Afrikaner schlagen können.

„Das ist der beste Moment meines Lebens“, erklärte Mo Farah. „Olympisches Gold in deiner Heimatstadt zu gewinnen, ist das beste, was man sich vorstellen kann. Ohne die enorme Zuschauerunterstützung hätte ich es vielleicht nicht geschafft, denn es war knapp. Die Zuschauer haben mit Kraft gegeben.“

Während über 10.000 m kein deutscher Läufer in London am Start war, gab es einen bemerkenswerten Erfolg im Vorlauf über 3000 m Hindernis der Frauen. Hier gelang beiden deutschen Starterinnen die Qualifikation für das Finale, das am Montag stattfinden wird. Während sich die deutsche Rekordhalterin Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus/9:18,54) im dritten Vorlauf als Vierte mit 9:26,57 Minuten durchsetzte, gelang Gesa-Felicitas Krause (LG Eintracht Frankfurt) sogar ein Sieg im ersten Vorlauf. Dabei verbesserte die 19-Jährige ihre persönliche Bestzeit, die sie vor einem Jahr mit ihrem neunten Platz bei den Weltmeisterschaften in Daegu aufgestellt hatte (9:32,74) gleich um knapp acht Sekunden. In London war Gesa-Felicitas Krause nach 9:24,91 Minuten im Ziel und kam dabei relativ dicht an den Juniorinnen-Weltrekord heran. Diese Marke steht bei 9:22,51. „Es war das perfekte Rennen für mich. Ich habe alles gegeben, und es war ein tolles Gefühl, hier vor 80.000 Zuschauern laufen zu können. Es war schon immer mein Traum, bei den Olympischen Spielen laufen zu können“, sagte Gesa-Felicitas Krause.

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