In Top-Form

Mit Bestleistungen in die Hallen-Meeting-Saison

Die ersten Hallen-Meetings bringen Bestleistungen und versprechen eine spannende Saison.

Meseret Defar lief in Stuttgart über 3.000 m die drittschnellste Hallenzeit aller Zeiten, Bernard Lagat siegte über diese Distanz mit einer Jahresweltbestleistung, Shalane Flanagan rannte in Boston über 5.000 m zu einem Amerika-Rekord, musste sich dabei aber Sentayehu Ejigu knapp geschlagen geben und Haron Keitany stellte in Gent eine Jahresbestmarke über 1.500 m auf – das waren die Highlights bei den ersten hochkarätigen Hallen-Meetings dieser Saison. Am kommenden Sonntag in Karlsruhe sowie am 18. Februar in Stockholm und drei Tage später in Birmingham sind ebenfalls starke Mittel- und Langstreckenergebnisse möglich. Für die Europäer gipfelt die Hallensaison mit den globalen Titelkämpfen in Turin Anfang März.

Für die hochkarätigste Leistung sorgte Meseret Defar. In Stuttgart griff die Äthiopierin ihren eigenen 3.000-m-Weltrekord von 8:23,72 Minuten an, den sie auf dieser Bahn 2007 aufgestellt hatte. Bis zur 2.000-m-Marke (Durchgangszeit: 5:39,36) war der Rekord noch in Reichweite. Doch dann entwickelte sich ein taktisches Rennen, da überraschend die Russin Anna Alminova das Tempo mitgegangen war. Die Weltbestzeit geriet außer Reichweite. Am Ende setzte sich Meseret Defar souverän mit 8:26,99 Minuten durch und hatte damit zumindest eine Jahresweltbestzeit aufgestellt. Anna Alminova war Zweite mit 8:28,49.

Hauchdünn besiegte Sentayehu Ejigu in Boston Shalane Flanagan (rechts).

Auch bei den Männern gab es in Stuttgart über 3.000 m das bislang beste Rennen der Saison. Nach seinem Meilensieg in New York am Wochenende zuvor präsentierte sich Bernard Lagat (USA) dabei einmal mehr in bestechender Form. Der gebürtige Kenianer entschied das Duell gegen den Äthiopier Abraham Cherkos in der Schlussphase des Rennens aufgrund seiner Spurtstärke für sich. Lagat war nach 7:35,41 Minuten im Ziel, Cherkos lief 7:36,36.

Gute Leistungen gab es in Stuttgart auch über die Mittelstrecken. Der erst 19-jährige Sudanese Abubaker Kaki, eine der Entdeckungen der letzten eineinhalb Jahre, gewann die 1.000 m in 2:16,23 Minuten und sein Landsmann Ahmad Ismail besiegte über 800 m in 1:45,73 die Olympiasieger von 2004, Yuriy Borzakovskiy (Russland/1:45,96), und 2008, Wilfred Bungei (Kenia/1:46,66).

In Gent stand eine Mittelstreckenleistung im Mittelpunkt der Laufwettbewerbe: Hier setzte sich über 1.500 m nach guter Arbeit der Tempomacher Haron Keitany (Kenia) in 3:33,96 Minuten vor seinem Landsmann Daniel Komen (3:34,86) durch. Der 25-jährige Keitany führt damit die Jahresweltbestenliste an.

Das spannendste Rennen des Wochenendes sahen die Zuschauer in Boston über 5.000 m. Dabei entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Shalane Flanagan (USA) und der Äthiopierin Sentayehu Ejigu. Nach dem Ausscheiden der Tempomacherin übernahm die Amerikanerin an der 2.000-m-Marke die Initiative. Während Flanagan den Amerika-Rekord ihrer Landsfrau Marla Runyan (15:07,33) jagte, ging es für Ejigu um den Sieg. So folgte die Äthiopierin der am Ende immer schneller werdenden Flanagan, um die Amerikanerin dann hauchdünn in einem Fotofinish zu schlagen. Für beide wurden 14:47,62 Minuten gestoppt. Shalane Flanagan, die Olympia-Dritte über 10.000 m von Peking 2008, durfte trotzdem jubeln, schließlich hatte sie die Bestmarke von Marly Runyan fast um 20 Sekunden unterboten.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net