Leser-Reporter

Mission Ü15 - Aus dem Tagebuch einer Freizeitläuferin

Freizeitläuferin Marion Hansen berichtet in unserer Serie "Leser-Reporter" über ihren ersten Lauf jenseits der 15 km.

03092011_Mission_Ü_15

Marion Hansen bei ihrem Sonntagslauf.

Bild: Dirk Hansen

Es ist Sonntag. Wach geworden ca. 9.30 Uhr, aus dem Bett gekrabbelt ca. 9.40 Uhr. Die Knochen sind steif, die Muskeln hart und ich fühle mich wesentlich älter, als ich bin. Das Hirn will nicht so recht mitmachen, denn eigentlich dachte ich, Dirk und Flo wollten heute ne Runde laufen gehen, tatsächlich aber treffen sie sich zum Soccern in der Halle mit Sven und Yannic. Vielleicht bin ich doch schon älter, als ich mich fühle?!

Bei mir steht heute eigentlich ein langer Lauf an, aber ich habe absolut keine Lust. Der Rücken muckt, die Beine zwacken, wieso sollte ich mir das jetzt antun? Außerdem sieht es ganz übel nach Regen aus, der Himmel ist dunkelgrau. Ich frühstücke erstmal ein Balisto orange und trinke einen doppelten Kaffee, während ich mich mal im www umschaue, was sich so getan hat seit gestern. Nicht viel. Alles schläft bzw. läuft wohl noch und auch bei facebook ist noch Ruhe im Karton. Während die Männer sich fürs Fussballspielen fertig machen, werde ich so langsam wach. Ich glaub, heut ist nicht mein Tag. Als Motivationshilfe nehme ich eine Laufzeitschrift mit aufs Klo; ich hab mir diese Männer-Unart seit meiner Lauferei auch zugelegt. Aber ich muss gestehen, es hilft tatsächlich (ich meine natürlich, sich damit zu motivieren!).

Die Jungs sind weg und ich mache mich mal ganz gemütlich dran, mich umzuziehen, während ich noch ein wenig mit dem Schweinehund diskutiere, dass sicher gleich ein Wolkenbruch los geht... Ich gewinne zwar, aber die Laune ist noch nicht so, dass ich mich auf den Lauf freue. Trotzdem nehme ich mir vor, heute nicht ohne eine 15 auf der Uhr zurückzukommen. Wow, da hab ich ja was vor! Wenn ich den Mund da mal nicht zu voll genommen habe! Ich sitze gerade gut im Auto auf dem Weg zum Laufgruppentreffpunkt, von wo aus ich starten werde, als es anfängt zu tröpfeln. Egal, jetzt bin ich einmal unterwegs. Mit leichten Kopfschmerzen, vermutlich hervorgerufen durch das Bier und einem immer noch latenten Muskelkater laufe ich los. Geht aber unerwartet gut dafür, dass ich keine Lust habe. Ich freu mich. Langsam wirds immer besser.

Ein Blick auf den Forerunner und ich stelle fest, dass ich wohl tot bin, da kein Puls. Mist. Seit dem letzten Lauf in Belgien haben Dirk und ich die Pulsgurte wohl vertauscht und seiner funktioniert bei mir nicht. Ich schalte meine Uhr ab, damit vielleicht doch noch ein Kontakt zustande kommt. Aber ist nicht. Ich vergesse derweil, die Stoppuhr nach dem Einschalten wieder zu starten, weil ich mit den Gedanken bei meiner neuen Reitbeteiligung bin, wo ich nämlich gerade vorbei laufe. Ich freue mich auf morgen, auf den Probeausritt mit Nadja. Ungefähr nach 2 km stelle ich dann fest, dass die Uhr nicht läuft und starte sie wieder. Ab da ist mein Muskelkater weg und ich finde in den Wohlfühlmodus, bin guter Dinge für meine Mission Ü15.

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