Olympische Spiele

Meseret Defar gewinnt 5.000-m-Finale

Meseret Defar aus Äthiopien hat das olympische 5.000-m-Finale in 15:04,25 min gewonnen. Das ist ihre insgesamt zweite Gold- und dritte Olympiamedaille.

Meseret Defar

Meseret Defar lief zum zweiten Mal nach 2004 zum Olympiasieg über 5.000 Meter.

Bild: photorun.net

Die Äthiopierin Meseret Defar hat das 5.000-m-Finale bei den Olympischen Spielen in London gewonnen. In 15:04,25 Minuten triumphierte sie vor der Kenianerin Vivian Cheruiyot (15:04,73) und ihrer Landsfrau Tirunesh Dibaba (15:05,15), die zuvor bereits die 10.000 m für sich entschieden hatte. Tirunesh Dibaba verpasste damit einen historischen Doppelsieg. Nachdem sie in Peking vor vier Jahren bereits beide Strecken für sich entschieden hatte, fehlte ihr in London rund eine Sekunde zu einem zweiten olympischen Doppeltriumph in Folge.

Für Meseret Defar war es bereits das zweite 5.000-m-Olympiagold nach Athen 2004. In Peking hatte die 28-Jährige zudem eine Bronzemedaille über diese Distanz gewonnen. „Nach acht Jahren ein zweites Mal Olympiagold gewonnen zu haben, ist eine außergewöhnliche Leistung für mich. Ich fühle mich wie neu geboren“, erklärte Tirunesh Dibaba. Die Favoritinnen aus Äthiopien und Kenia hatten sich in dem Finale lange Zeit zurückgehalten. Erst nach 3.400 Metern ging Tirunesh Dibaba an die Spitze. Meseret Defar und Vivian Cheruiyot hefteten sich an ihre Fersen. Doch erst eingangs der Zielgeraden kam der Angriff von Meseret Defar, den Tirunesh Dibaba nicht kontern konnte. Vivian Cheruiyot konnte dann zwar noch an der 10.000-m-Siegerin vorbeiziehen, erreichte aber Meseret Defar nicht mehr.

Sehr gut schlugen sich die beiden Britinnen Jo Pavey und Julia Bleasdale, die auf den Rängen sieben (15:12,72) und acht (15:14,55) die besten nicht-afrikanischen Läuferinnen waren. Vor ihnen belegten Sally Kipyego (Kenia/15:05,79), Gelete Burka (Äthiopien/15:10,66) und Viola Kibiwot (Kenia/15:11,59) die Plätze vier bis sechs.

„In dieser Saison habe ich mich langfristig auf dieses 5000-Meter-Rennen bei Olympia vorbereitet. Ich bin nur dreimal bei Diamond-League-Meetings an den Start gegangen und habe alle anderen Einladungen zu Meetings zurückgewiesen“, erklärte die frühere 5000-m-Weltrekordlerin, die von ihrer fünfjährigen Adoptivtochter vor dem Rennen besonders motiviert wurde. „Ich habe mit ihr telefoniert und sie hat zu mir gesagt: Bitte bringe die Goldmedaille mit nach Hause!“

„Ich bin jetzt bei drei Olympischen Spielen für Äthiopien gestartet und habe zwei Gold- und eine Bronzemedaille gewonnen. Ich denke, ich habe meine Pflicht für mein Land erfüllt. Dies könnten meine letzten Olympischen Spiele gewesen sein“, erklärte Meseret Defar, die jedoch nicht an ein Karriereende denkt: „In der Zukunft möchte ich Marathon laufen!“

Über 1.500 m gab es währenddessen eine große Überraschung, denn die Türkei feierte einen im Laufbereich noch nie erlebten Doppelsieg. Nach einem lange Zeit taktischen und sehr gemächlichen Rennen, bei dem die 800-m-Marke erst nach 2:23,97 Minuten passiert worden war, wurde das Tempo am Ende immer schneller. Schließlich gewann Asli Cakir Alptekin in 4:10,23 Minuten vor ihrer türkischen Landsfrau Gamze Bulut (4:10,40). Bronze gewann Maryam Jamal (Bahrain) mit 4:10,74 Minuten.

Das türkische Duo hatte bereits vor rund sechs Wochen bei den Europameisterschaften in Helsinki Gold und Silber über diese Distanz gewonnen. Bei Olympia hatte es bis dato weder bei den Frauen noch bei den Männern einen türkischen Sieg über die Mittel- oder Langstrecken gegeben. Die 19-jährige Gamze Bulut verbesserte sich in diesem Jahr auf 4:03,42 Minuten, nachdem sie zuvor einen persönlichen Rekord von lediglich 4:18,23 hatte. Asli Cakir Alptekin, die von ihrem Mann – einem 800-m-Läufer mit einer Bestzeit von 1:50,31 Minuten – betreut wird, war vor zwei Jahren bei den Europameisterschaften Fünfte und lief früher über 3.000 m Hindernis. Als Juniorin war sie ab 2006 nach einem Dopingvergehen zwei Jahre lang gesperrt.

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