Leser-Reporterin Sabine Lackner

Mein erstes Mal: Rom-Ostia-Halbmarathon 2014

Leserreporterin Sabine Lackner zieht viel durch die Welt. Diesmal hat es sie nach Rom verschlagen, wo sie zum ersten Mal den Rom-Ostia-Halbmarathon 2014 im Rahmen ihrer Marathonvorbereitung gelaufen ist.

Rom-Ostia-Halbmarathon 2014 - Die Bilder

Der Kurs ist schnell. Der Streckenrekord für Männer liegt bei 59:15 Minuten. Drei der zehn besten Halbmarathonzeiten der Männer und eine der Topzeiten der Frauen wurden 2013 in Ostia erlaufen. Als ich das lese, frage ich mich, welche Zeit ich mir als Ziel setzen möchte. Der Lauf findet in der 8. Woche meines 14-wöchigen Marathontrainings statt. Ich werde das Training definitiv in den Beinen spüren. Angesichts meiner angepeilten Marathonzielzeit entscheide ich mich für einen Bereich zwischen 1:52:00 und 1:54:00 Stunden. Ich möchte keine Enttäuschung erleben, aber mich auch nicht zu sehr beim Halbmarathon verausgaben. Schließlich ist mein Ziel der Marathon. Bei meinen Teilnehmerdaten zeigt sich ein rotes Lämpchen: „verifica tessera“. Im Bereich der oft gestellten Fragen auf der Veranstalterseite lese ich etwas über Registrierungen bei italienischen Leichtathletikverbänden, aber nichts, was dies für Nicht-Italiener bedeutet. Eine Mail meinerseits an die angegebene Kontaktadresse bleibt unbeantwortet.

Über Läuferforen finde ich heraus, dass Ausländer in Italien bei Läufen ein medizinisches Attest vorweisen müssen. Ich lasse kurzfristig an der TU München einen Check-Up durchführen. Die Tage vor dem Rennen sind turbulent.

Am Montag vor dem Halbmarathon verderbe ich mir den Magen. Das medizinische Attest ist nicht wie erwartet in meiner Post. Auf Nachfrage erhalte ich schnell ein Gesundheitszeugnis elektronisch übermittelt, das ich an die Rennorganisation weiterleite. Mein Magen lässt den ganzen Tag keine Nahrungsaufnahme zu. Abends sucht mich Fieber heim. Der Veranstalter lehnt das Attest ab, weil es nicht seinen Formvorschriften entspricht. In der Anlage erhalte ich 5 Tage vor der Veranstaltung das zu nutzende Formular in deutscher Sprache.

Am Mittwochmorgen fühle ich mich wieder fit, aber noch schwach auf den Beinen. Das Team des Zentrums für Sportmedizin und Prävention der TU München stellt pragmatisch das vom Veranstalter gewünschte Formular aus, sendet es auch direkt per mail an die Rennorganisation und hilft mir damit enorm. Durch Zufall entdecke ich auf der Veranstalterseite die sogenannten „Confirmation Letters“ und lese von der Notwendigkeit, diese zur Startnummernausgabe mitzubringen. Information ist im Gegensatz zu diversen Laufveranstaltungen in Deutschland oder Skandinavien beim Roma-Ostia-Halbmarathon doch eher eine Holschuld. Nach Eingabe der Teilnehmerdaten erscheint auch mein Bestätigungsschreiben, noch mit dem Hinweis des zu vorzuweisenden Gesundheitszeugnisses.

Beim Halbmarathon Rom-Ostia bewegt sich die bunte Läuferschlange Richtung Ostia, der antiken Hafenstadt des alten Rom an der Tibermündung.

Bild: privat

Donnerstagnachmittag komme ich in Rom an. Petra erwartet mich direkt am Flugzeug. Nach einem gemeinsamen Kaffee mache ich mich gleich auf den Weg zur Startnummernausgabe. Den Tisch für die „Iscrizione Irregolare“ finde ich dort sofort. Der Sprachenmix meiner Dokumente ist eine kleine Herausforderung für fünf der Mitarbeiter. Dann nimmt sich eine sehr freundliche, auch deutsch sprechende, Mitarbeiterin meiner an und händigt mir nach Prüfung des Attests die Startunterlagen aus. Damit geht es durch die Sportmesse zur Ausgabe der T-Shirts: blau für Männer, pink für Frauen. Ich bitte um ein Shirt in „L“, der nette Herr hinterm Tisch schüttelt den Kopf und teilt mir mit, dass ein „M“ völlig ausreichend wäre. Spätestens da schließe ich Frieden mit der Organisation des Halbmarathons.

Freitag verbringe ich mit Petra und ihrer Familie in einer Kleinstadt am Meer. Abends lese ich die Startunterlagen durch. Sie sind in englischer Sprache, gut verständlich und beinhalten neben Details zum Lauf auch Informationen zur Entwicklung und Organisation der Veranstaltung und eine kurze persönliche Vorstellung der Pacemaker.

Das Wetter wird immer schlechter. Zwischendurch schüttet es wie aus Eimern, nachts gewittert es. Ich träume von einem Rennabbruch meinerseits wegen drohendem Unwetter. Ich habe panische Angst vor Gewittern. Samstag mache ich nach einem letzten kurzen Lauf einen Spaziergang durch die Altstadt, die ich jedes Mal aufs Neue beeindruckend finde. Im Petersdom bete ich unter anderem für besseres Wetter. Am Heimweg zum Hotel hagelt es. Ich esse eine zu deftige Portion Spaghetti mit Genuss. Das herzhafte Gericht lässt mich nachts fast verdursten. Meine Hotelzimmernachbarn haben ein kleines Baby und einen laut schnarchenden Familienvorstand. Ich würde nicht sagen, dass die Wände hellhörig waren.

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