Laufheld beim Harzer Keiler Run

Mein erstes Hindernislauf-Erlebnis im Harz

Leserreporter René Marten gewann bei einer RUNNER'S WORLD Laufhelden-Aktion einen Startplätz für den Harzer Keiler Run 2013 und machte sich auf eine Reise ins Unbekannte.

Leserreporter René Marten nach dem Harzer Keiler Run

Mein erster Hindernislauf: Leserreporter René Marten berichtet von seinem Lauf beim Harzer Keiler Run 2013.

Bild: privat

Dank RUNNER’S WORLD mein erstes Hindernislauf-Erlebnis

Frühmorgens um 7:30 Uhr mache ich mich auf den Weg in den Harz! Nichts gegen diese schöne Landschaft. Aber in den Harz? Dort war ich doch seit einer Klassenfahrt vor annähernd 30 Jahren nicht mehr. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt.

Wie es dazu kam:
Ich hatte vor einigen Wochen bei einer Startnummernverlosung der RUNNER’S WORLD Laufhelden, dem Abo-Club der RUNNER’S WORLD, mitgemacht, dies aber, da ich dort immer bei vielen Verlosungen und Aktionen mitmache, auch gleich wieder vergessen. Anfang Juni dann bekam ich die Mail mit dem Betreff „Startplätze Harzer Keiler Run – Zusage“ und dem Inhalt „Wir gratulieren Ihnen! Sie haben eine der zwei Wildcards für den Harzer Keiler Run am 16.06.2013 gewonnen.“ Ich ahnte ja nicht, wie treffend der Begriff Wildcard in diesem Fall sein sollte...

Die Reise ins Unbekannte

Nun sitze ich also im Auto und mache mich auf den ca. 150 km langen Weg in den Harz. Ich bin noch ein wenig müde. Das liegt wohl auch an der „Nacht von Borgholzhausen“, einer Laufveranstaltung über 6 englische Meilen, an der ich am Vorabend um 22:00 Uhr noch teilgenommen hatte. Dort hatte ich mich im Hinblick auf den Keiler Run vorsorglich ein bisschen geschont. Ich war allerdings erst gegen Mitternacht wieder zu Hause und so war es wohl eine Mischung aus Müdigkeit und schweren Beinen, die ich an diesem schönen Sonntagmorgen fühlte. Hätte ich doch nur meine Wettkampfplanung ein bisschen mehr auf mein „Losglück“ abgestellt; egal, da muss ich jetzt durch, schließlich wartet der Keiler auf mich.

Nach ruhiger und dank um diese Zeit freier Straßen komme ich zeitig am Sportplatz in Hörden an, der dortige TV Hörden ist Ausrichter des Keiler Runs. Flugs zur Startnummernausgabe, wo mich das erste Mal ein wenig „Unwohlsein“ überkommt. In der Warteschlange vor und hinter mir nur wenige typische schlanke Läuferfiguren, statt dessen viele Athleten, die überwiegend Kraftsport zu betreiben schienen und ihre Muskeln vielfach mit Tattoos verziert haben.

Wie soll ich – nahezu oberarmmuskellos – nur den vor mir liegenden Parcours meistern? Ich fühlte mich an meine 20 Jahre zurückliegende Bundeswehrzeit zurückerinnert. Aber bereits vorher die Flinte ins Korn werfen? Auf keinen Fall! Startnummer an das – auf vorsorglichen Hinweis des Veranstalters nicht gerade allerneueste Laufshirt – geheftet, den neben einigen anderen nützlichen Dingen mit Harzer Keiler-Tropfen, einem kleinen Schnäpschen, ausgestatteten Kleiderbeutel mit Keiler-Aufdruck ins Auto gelegt, Laufuhr vorsichtshalber ins Handschuhfach gepackt (wer weiß, ob die wirklich so wasserdicht ist) und ab zum Startbereich. Ein Wettkampf ohne Uhr, das hatte ich noch nie. Aber heute ist mein Ziel wirklich nur „finishen!“, damit ich mir das im Kleiderbeutel enthaltene Finisher-Shirt – natürlich mit Keiler-Aufdruck – nach dem Lauf zu Recht überstreifen kann.

Startschuss, mein erster Hindernislauf!

Mit leichter Verspätung werden wir „Keiler“ um kurz nach 11:00 Uhr begleitet von feinster Rock- und Metalmusik auf die Strecke geschickt. Drei Runden à 8 km sind zu absolvieren. Beim Keiler Run sind natürlich auch einige Läuferinnen, also „Bachen“ dabei und wer mindestens zu dritt ist, kann am Ende auch als „Rotte“, also als Team gewertet werden. Fünf Minuten nach uns starten die Frischlinge, die „nur“ eine 8-km-Runde zu laufen haben.

Nach wenigen Metern ein paar Baumstämme in zum Überspringen angenehmer Höhe. Nach einer Weile muss ein Gewässer durchquert werden. In der Mitte ist netterweise noch ein Reifenstapel drapiert, über den man hinüberhüpfen oder auch -klettern muss. Die Hindernisse haben alle einen Namen, dieses hier heißt „death knell“.

Danach wird erst wieder eine Weile gelaufen, bevor man über Strohballen („strawboobs“) hüpfen oder eben auch wieder klettern muss. Das gleiche Hindernis nach ein paar Metern noch einmal, diesmal allerdings, um es etwas schwieriger zu machen, an einem knackigen kurzen Anstieg. Wieder eine flache Laufpassage und dann ein Traktoren-Anhänger, der mit Baumstämmen beladen ist, die man mithilfe eines Seiles überklettern muss („timber jump“). Als nächstes folgt erneut eine Wand aus Baumstämmen („dead end“), kurz danach muss man auf dem Feldweg unter einem Drahtgeflecht langrobben.

Dann merkt man das erste Mal richtig, dass man im Gebirge ist. Es geht in einen Steinbruch („stonehenge“), nach einigen Bergauf- und Bergabpassagen folgt „hole in one“, Betonröhren, durch die man hindurchrobben muss.

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