Eine Leidensgeschichte mit Happy End

Mein erster Men’s-Health-Urbanathlon

Unseren Leserreporter Alex erwartete beim Men’s-Health-Urbanathlon ein Lauf über 12 Kilometer mit 13 Hindernissen auf dem Weg. Wären da nur nicht diese 1.000 Treppenstufen.

Men's Health Urbanathlon 2014 - Die Bilder
Men’s-Health-Urbanathlon Hamburg, Halfpipe

Falls es allein nicht klappt, findet man bei der Halfpipe nette Mitläufer, die einen hoch ziehen.

Bild: MH

Fürs Laufen konnte ich mich bisher nie begeistern. Früher war ich der Dicke in meiner Schulklasse. Das Einzige, das ich einigermaßen gut konnte, war Rugby. Da hatte ich die Durchsetzungskraft, die Masse und den Willen, ein Loch in die Abwehr der anderen Mannschaft zu bohren. An der Uni wurde ich dann Ruderer. Dabei habe ich durch Erfolgserlebnisse meine Leidenschaft für den Sport entdeckt und bin gleichzeitig fit geworden. Aber für Laufen? Nein, danke.

Mit dem Berufseinstieg verschwand meine Fitness in einem Sog aus Tiefkühlpizzen und Schokomilch. Und so, unfit und übergewichtig, entschied ich mich eines Abends ganz spät, in einer Motivations-Attacke, zu der Teilnahme am Men's-Health-Urbanathlon. Das soll mein Ziel sein, dachte ich mir. Dabei lerne ich außerdem andere Seiten meiner neuen Heimatstadt kennen.

Ganz plötzlich ist es soweit: 26. Juli 2014. Tag des Urbanathlon. Nun stehe ich in dem Startblock, ausgestattet mit meiner 4-stelligen Startnummer. Ich habe mir vorgenommen, dass ich das schwarz-gelbe Finisher-Shirt nur trage, wenn ich in der Tat gefinisht habe! Einige Läufer in meinem Startblock sind maximal konzentriert, andere lachen oder plaudern über ihre Strategien. Und ich? Ich gucke auf mein Handy, scrolle mich durch meine akribisch zusammengestellte Playlist, um mich von dem, was ansteht, abzulenken. Ich erblicke hinter mir im Zielbereich große Jever-Fun-Beachflags. An diesem Tag mit sonnigen 30 Grad freue ich mich fast mehr auf ein eiskaltes Bier als auf die Finisher-Medaille!

Zurück zum Rennen. Mein Startblock steht an der Startlinie. Countdown. Los geht’s. Zuerst durch den Hafen, entlang der Großen Elbstraße. Hier kann man gut sein Tempo finden. Doch kaum ist man im Rhythmus, stolpert man schon ins erste Hindernis, dem Tyrenator. Dabei müssen die Urbanathleten eine lange Passage voller flach ausgelegter Reifen überqueren. Es folgt ein Reifenberg. Links abgebogen folgt das nächste Hindernis: Wall Street, eine mit Graffiti besprühte Bretterwand, über die man klettern muss. Zwischenfazit: Alles machbar. Noch.

Hier sind Muckis in den Armen gefragt!

Bild: MH

Nach einigen hundert Metern versperrt ein Baugerüst den Weg: Urban Jungle. Man hat die Möglichkeiten, über, durch oder unter das Gerüst zu klettern. Ich wähle Option A. Nach kurzer Anstrengung folgt das Hindernis Lucifers Staircase und somit die ersten der berüchtigten Treppen des Rennens. Vor den 1.000 Treppenstufen hatte ich am meisten Angst. Die hatte ich nämlich nicht trainiert. Bodyweight-Training und regelmäßige Laufeinheiten machten mein Workout aus. Treppensteigen nicht. Gottseidank gab es zwischen den Anstiegen immer ein paar Meter, in denen man eine kurze Trabpause einlegen konnte. Und Verpflegungsstationen. Dem Mädchen, das mir dort den Wasserbecher gereicht hat, wollte ich einem Heiratsantrag machen, so dankbar war ich dafür!

Nachdem ich diese romantischen Szenerie verlassen habe, ging es an den Elbstrand zur Sandbag Attack. Das Rahmenprogramm bei diesem Hindernis hört man, bevor man es sieht – trotz der Musik in meinen Kopfhörern. Hier muss man einen Sandsack eine hundert Meter über den Strand tragen. Musik und Moderation lassen die Anstrengung vergessen und sorgen für beste Laune. Das nachfolgende Hindernis Jump & Crawl beansprucht wieder andere Muskeln, aber das 6 Kilometer-Schild hat sie gleich wieder gelockert.

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Die zweite Hälfte mit der gefürchteten Halfpipe

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